Flaute für Streaming-Dienst

Netflix setzt neu auf Merchandising und Videospiele

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von Silja Anders und msc

Netflix erlebt 2021 eine Flaute. Der Zulauf an Neukunden geht zurück. Nun will der Streaming-Dienst auf Merchandising und Videospiele setzen.

(Source: Piotr Adamowicz / iStock.com)
(Source: Piotr Adamowicz / iStock.com)

Der Streaming-Dienst Netflix verzeichnet 2021 weniger Neukunden als im "Corona-Jahr". Wie die "Frankfurter Allgemeine" (FAZ) berichtet, sei dies zwar abzusehen gewesen, aber die Zahlen würden doch überraschen. Noch nie zuvor habe der Streaming-Riese in einem Vierteljahr so wenige neue Nutzer anlocken können wie im letzten Quartal. Bis Ende Juni habe die weltweite Anzahl an Abonnentinnen und Abonnenten lediglich um 1,5 Millionen auf insgesamt gut 209 Millionen zugenommen, wie Netflix laut FAZ berichtet. Die Prognose für das laufende dritte Quartal sei mit 3,5 Prozent ebenfalls mager ausgefallen. Als Reaktion auf die stagnierenden Neuanmeldungen will Netflix jetzt auf Merchandising und Videospiele setzen.

Aufgrund der rückgängigen Zahlen und steigender Konkurrenz steht Netflix jetzt unter Zugzwang und will in neue Märkte expandieren. Netflix-Chef Reed Hastings glaubt jedoch nicht, dass die Menschen nach der Pandemie die Lust am Streaming verlieren würden. "Die Wachstumsstory bleibt intakt, zumindest für die nächsten Jahre", sagt er in einem Video-Interview nach Vorlage des Quartalsberichts. Mitbewerber wie Disney, HBO oder Amazon würden Hastings keine Angst machen. "Wir sehen keinen grossen Gegenwind durch neue Streaming-Wettbewerber."

Netflix bringt auch immer wieder Eigenproduktionen. So soll laut FAZ etwa die zweite Staffel der französischen Gauner-Serie "Lupin" ein Hit gewesen sein. Die Staffel soll allein in der ersten Woche von 54 Millionen Nutzerkonten abgerufen worden sein. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 verblasse dieser Erfolg jedoch. Da konnte Netflix einen Zuwachs von über 25 Millionen neuen Nutzerinnen und Nutzerin verzeichnen.

Analysten enttäuscht

Netflix schrieb nun einen Brief an seine Aktionäre. Darin erklärt der Konzern, dass die Pandemie zu einer ungewöhnlichen Verzerrung der Zahlen geführt habe. Das Quartal sei finanziell betrachtet jedoch weit besser gelaufen als der Vergleichszeitraum 2020. Der Nettogewinn sei um fast 90 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar gestiegen und die Erlöse wuchsen um 19 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Die Analysten hatten jedoch mehr erwartet. In Folge dessen war die Aktie nachbörslich in einer ersten Reaktion stark abgesackt. Der Kurs habe sich aber rasch wieder erholt.

Laut FAZ will Netflix jetzt aber zusätzlich in neue Märkte vordringen. Im Juni eröffnete der Streaming-Dienst einen Onlineshop für Fanartikel. Das Angebot sei noch gering, doch perspektivisch habe Netflix so die Möglichkeit, eine bedeutende zusätzliche Erlösquelle durch Merchandising zu erschliessen.

Netflix als Videospiel-Anbieter

Wie Netflix weiter erklärte, befinde sich das Unternehmen in der Anfangsphase für Geschäfte mit Videospielen. Ohne Aufpreis sollen Spiele über die Streaming-Plattform verfügbar gemacht werden. Der Trend, Videospiele auf Servern im Netz laufen und Nutzer auf allen möglichen Geräten per Internet spielen zu lassen, gewinne an Fahrt, schreibt die FAZ. Dies unter anderem durch Microsoft, Google und Nvidia. Hasting betone ohnehin schon seit Jahren, dass Netflix nicht nur mit anderen Streaming-Anbietern, sondern auch mit Social Media, Youtube und etlichen anderen Formen digitaler Unterhaltung konkurriere.

Dass Netflix bereits schon seit längerem mit dem Angebot von Videospielen liebäugelt, können Sie hier nachlesen.

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