Vom Bürokaffee zum Kaffee-to-go

Wie sich die Pandemie auf Schweizer Kaffeemaschinenhersteller auswirkt

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von Niara Sakho und lha

Aus dem Schweizer Mittelland werden Kaffeemaschinen in die ganze Welt geliefert. Die Pandemie hat das Geschäft jedoch verschlechtert. Je nach Ausrichtung ihrer Geschäfte spüren die Unternehmen die Auswirkungen der Coronakrise ganz unterschiedlich.

(Source: smuay / Fotolia.com)
(Source: smuay / Fotolia.com)

Auch während der Pandemie wird fleissig Kaffee getrunken. Wenn irgendwo auf der Welt zum Wachmacher gegriffen wird, dann ist die Chance gross, dass das Getränk aus einer Kaffeemaschine aus dem Schweizer Mittelland stammt. Je nachdem wie die Hersteller ihre Geschäfte ausrichten, spüren sie die Auswirkungen der Pandemie unterschiedlich, wie "SRF" berichtet.

Umsätze

Jura beispielsweise, schaut auf ein Rekordjahr zurück. Das Unternehmen verkaufte fast 450'000 Kaffeevollautomaten. Viele seien für den privaten Haushalt verkauft worden. Jura profitiere offensichtlich davon, dass viele Menschen im Homeoffice arbeiten und dort ihren Kaffee geniessen. Der Zuwachs im Haushaltsbereich habe den Ausfall im Geschäftsbereich mehr als kompensiert, hiess es kürzlich an der Jahresmedienkonferenz des Unternehmens. Der Umsatz stieg um rund 7 Prozent auf 580 Millionen Franken.

Andere Hersteller, die den B2B-Markt beliefern, wie zum Beispiel die Gastronomie, hatten jedoch Umsatzeinbussen. Der Umsatz sei vergangenes Jahr gesunken, heisst es unisono, wobei die betroffenen Unternehmen gemäss "SRF" keine konkreten Zahlen nennen. Doch auch sie hätten die Krise einigermassen gut überstanden. Natürlich habe man weniger Maschinen an Restaurants verkaufen können, erklärt etwa Martin Stalder, Geschäftsführer der Zofinger Cafina, welche zum deutschen Melitta-Konzern gehört.

Coffee-to-go

Das Verkaufspersonal und Servicetechnikerinnen und Servicetechniker von Egro und Cafina seien zum Teil in Kurzarbeit, weil sie dennoch viel weniger zu tun hätten. Die Kurzarbeit half auch Schaerer aus Zuchwil. Das unternehmen stellt dort noch selbst Maschinen her.

Die über 300 Mitarbeitenden am Standort habe man grösstenteils weiterbeschäftigen können, erklärt CEO Jörg Schwartze gegenüber "SRF". So sei man bereit, wenn die Gastrobranche wieder anfahre, wie etwa in China. Dort laufe das Geschäft bereits wieder gut. Schaerer profitiere auch davon, dass nicht nur klassische Restaurants beliefert werden. "Coffee-to-go" bei der Bäckerei, im Schnellrestaurant oder an Tankstellen. Diese Verkaufskanäle funktionierten auch in der Pandemie. Und sie retteten nicht nur der Firma Schärer einen Teil des Kaffeemaschinen-Geschäfts. Die Branche mit ihren über 1000 Beschäftigten in den Kantonen Aargau und Solothurn kommt also offenbar mit einem blauen Auge aus der Pandemie. Die weltweit bekannten Marken dürften die Krise laut "SRF" überstehen.

Mehr zum Umzug der Kaffeemaschinen ins Homeoffice, lesen Sie hier.

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