Stiftung Warentest gibt Antworten

Von Mahlgrad bis Maschinentypen: Das müssen Kaffeefans über ihr Lieblingsgetränk wissen

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Die Welt des Kaffeegenusses ist vielfältig und kompliziert. Stiftung Warentest hat die häufigsten Fragen zum Wachmacher gesammelt und beantwortet.

(Source: Nathan Dumlao / Unsplash)
(Source: Nathan Dumlao / Unsplash)

Kaffee ist und bleibt in der Schweiz beliebt. Auch die momentan geltende Homeoffice-Pflicht ändert daran nichts – vielmehr führte sie dazu, dass sich Schweizerinnen und Schweizer in den vergangenen Monaten eine neue Kaffeemaschine für Zuhause anschafften.

Gemäss Berechnungen von "Statista" verbrauchten Herr und Frau Schweizer im vergangenen Jahr 1'074'000 Sack Kaffee à 60 Kilo, was einem Anstieg um 2 Prozent entspreche. Bei "Finanz und Wirtschaft" konsumierten wir vergangenes Jahr 975 Tassen pro Kopf, also rund 3 Tassen pro Person und Tag.

Doch Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Von der Herkunft der Bohnen über die Zubereitungsform bis hin zur verwendeten Menge lässt sich so ziemlich alles anpassen. Die Anleitung zum perfekten Kaffee gibt Stiftung Warentest nicht. Aber sie beantwortet in einem ausführlichen Artikel eine ganze Menge besonders häufig gestellter Fragen.

 

Vom Bauer in die Küche

Der meiste Rohkaffee stammt aus Brasilien, Vietnam und Honduras, schreibt Stiftung Warentest, aber angebaut werden die Pflanzen nicht nur dort, sondern in 80 Ländern in Äquatornähe. Die genaue Herkunft des Kaffees werde auf Packungen nicht immer ausgewiesen, und oft enthalte eine Packung 5 bis 10 Kaffees aus verschiedenen Anbaugebieten.

Unterschieden wird zwischen Arabica- und Robusta-Kaffee. Ersterer enthält weniger Koffein und mehr Kaffeeöle, werde aber auch teurer gehandelt. Robusta ist schnellwüchsiger, weniger anfällig für Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit und damit ertragreicher.

(Source: Nathan Dumlao / Unsplash)

Nach der Ernte werden Kaffeebohnen geröstet. Erst dabei bilden sich die Aromen. Da diese extrem flüchtig sind, werden die Kaffeebohnen meistens im Verbraucherland geröstet, erklärt Stiftung Warentest. Je nach Röstdauer eignen sich die Bohnen für normalen Kaffee oder Espresso. Für Espresso müssen die Bohnen länger und dunkler geröstet werden.

Lagern sollte man die Kaffeebohnen am besten Vakuumverpackt. Bei Raumtemperatur halten Röstkaffee und Kapseln etwa 18 Monate. Wer Bohnen längerfristig lagern wolle, könne dies im Gefrierfach tun. Ist eine Packung aber einmal offen, sollten die Bohnen binnen einiger Wochen konsumiert werden.

 

Mühlen, Mengen und Maschinen

Je nach Belieben kann sich die Geniesserin oder der Geniesser den Kaffee von einem Automaten zubereiten lassen, oder sich selbst als Barista versuchen. Der grosse Vorteil des Vollautomaten ist die Zubereitung des Kaffees auf Knopfdruck ohne zusätzliche Tätigkeiten, ausser natürlich das Nachfüllen von Kaffee und Wasser beziehungsweise das Leeren des Kaffeesatzes. Kapselmaschinen sind dagegen deutlich günstiger in der Anschaffung, dafür können die Kapseln ins Geld gehen. Mehr über den Unterschied zwischen Vollautomaten und Kapselmaschinen lesen Sie hier.

Wer mehrere Tässchen Espresso oder Kaffee am Tag trinkt, für den eignet sich ein Kaffeevollautomat, urteilt Stiftung Warentest. Experimentierfreudige können auch zu einer Siebträgermaschine greifen, die jedoch mehr Handarbeit erfordere. Und, was Stiftung Warentest nicht erwähnt: Auch mit ganz analogen Zubereitungsmethoden, etwa der "French Press" oder der italienischen "Moka" gelingen ganz köstliche Kaffeekreationen.

Je nachdem, ob ein Espresso oder ein normaler Kaffee zubereitet wird, sollte der Mahlgrad der Kaffeebohnen angepasst werden. Zudem hängt der ideale Mahlgrad von der Bohnenmischung und der genutzten Maschine ab. Laut Stiftung Warentest gilt grundsätzlich: Kaffeepulver sollte eher grobkörnig sein. Espressopulver sollte fein gemahlen sein. Denn während ein Filterkaffee minutenlang brüht, löst sich das Aroma des Espresso in nur etwa 25 Sekunden aus dem Pulver – damit das klappt, werden die Bohnen fein gemahlen. So kommt das Wasser mit viel Pulver in Kontakt.

Es gelte das Prinzip: "Probieren geht über studieren", schreibt die Verbraucherorganisation. Wer dennoch etwas konkretere Anhaltspunkte möchte, dem sei die Aufstellung des Berliner Start-ups Coffee Circle empfohlen.

Das Unternehmen listet für die gängigsten Zubereitungsarten nicht nur den empfohlenen Mahlgrad, sondern auch die Wassertemperatur und die Brühzeit auf. Stiftung Warentest ergänzt: Schmeckt der Espresso oder Kaffee zu bitter oder sogar verbrannt, ist er vielleicht zu fein gemahlen. Schmeckt er dünn und flach, könnte das Pulver zu grobkörnig sein.

 

Die Kaffeemaschinenherstellerin Jura hat das beste Geschäftsjahr der Firmengeschichte hinter sich. Sie vermeldete unlängst sowohl Rekordumsatz als auch Rekordabsatz. Homeoffice sei Dank.

 

 

 

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