Durchschnittlich drei Tassen pro Tag

Auch die Kaffeemaschine zügelt ins Homeoffice

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von Leslie Haeny und jor

Obwohl die Gastrobetriebe momentan geschlossen sind und die meisten Kaffeemaschinen in Büros stillstehen, trinken Schweizerinnen und Schweizer nicht weniger Kaffee. Viele kauften sich kurzerhand eine neue Maschine für daheim. Schliesslich muss man auch im Homeoffice munter bleiben.

(Source: karandaev / Fotolia.com)
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Die Schweizerinnen und Schweizer trinken gerne Kaffee. Egal, welche Statistik man betrachtet, die Schweiz befindet sich - zumindest europaweit - immer unter den Top-10-Ländern, in denen am meisten des Wachmachers konsumiert wird. Wie die "Luzerner Zeitung" berichtet, tranken Schweizerinnen und Schweizer 2019 pro Person durchschnittlich drei Tassen Kaffee am Tag.

Dass man derzeit nicht mehr auswärts "käfele" kann, tut dem Kaffeekonsum hierzulande keinen Abbruch. Laut Luzerner Zeitung "laufen die heimischen Maschinen auf Hochtouren." Und wer zuhause keine Maschine hatte? Der kaufte sich kurzerhand eine. Bei Digitec Galaxus gingen 2020 67 Prozent mehr Kaffeevollautomaten über den Onlineladentisch als im Jahr davor. Bei den Siebträger- und Kapselmaschinen stiegen die Verkaufszahlen noch mehr, nämlich um 117 respektive 137 Prozent. Die hiesigen Konsumentinnen und Konsumenten schlugen auch bei den Espressokannen zu (plus 168 Prozent) und kauften mehr Kaffeemühlen (plus 134 Prozent).

Im ersten Halbjahr 2020 sah der Trend noch anders aus. Zumindest, wenn man den Marktmonitor des Fachverbands Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) betrachtet. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 vermeldete der FEA sinkende Absatzzahlen im Bereich Kaffeeautomaten. Einen regelrechten Boom erlebte hingegen das Geschäft mit Brotbackautomaten.

(Source: Alberto Bogo / Unsplash)

Die Ansprüche der Kaffeetrinkenden steigen

Während sich Anbieter von Kaffeemaschinen und alle, die Kaffeepulver und -bohnen verkaufen, über den Trend freuen dürften, wird es für die Gastronomen, auch wenn sie ihre Türen wieder öffnen dürfen, schwierig werden. "Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer wollen qualitativ hochwertigen Kaffee trinken und setzen sich mit dem Produkt und der Zubereitung von Kaffee auseinander", zitiert die Luzerner Zeitung Julian Graf, Geschäftsleiter des Verbands Cafetier Suisse. Dadurch steigen die Ansprüche der Kaffeetrinker und -trinkerinnen und sie erwarten im Café um die Ecke die gleiche oder eine bessere Qualität wie zuhause. Diese Entwicklung gebe es seit Jahren und sie werde jetzt – wie so vieles – von der Coronapandemie beschleunigt.

Nicht alle Länder halten es wie die Schweiz und trinken weiter munter Kaffee. Wie es im Bericht der Luzerner Zeitung heisst, ging der weltweite Kaffeekonsum ungefähr um 0,5 Prozent zurück. Es ist das erste Mal seit 2011, dass die Zahlen rückläufig sind. Der Grund dafür sei klar die Pandemie. Nicht überall kann man sich so schnell und einfach eine Kaffeemaschine kaufen. Denn das nötige Kleingeld dazu ist ungleich verteilt. Darum führte die Schliessung von Gastrobetrieben und der Wegfall des Kaffeekonsums im Büro insgesamt dazu, dass weniger braune Brühe getrunken wird.

Auch Mystery-Shopper Bruno T. brauchte eine Kaffeemaschine. Eine, die richtig guten Cappuccino macht. Doch Bruno war ganz schön verwirrt. Denn oft widersprachen sich die Aussagen der Verkäufer.

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