150 Vollzeitstellen fallen weg

Update: Migros Supermarkt AG informiert per Livestream über Stellenabbau

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von Maximilian Schenner und Leslie Haeny und tme, jor

Die Migros Supermarkt AG baut 150 Vollzeitstellen ab. Dabei kommt es auch zu Kündigungen. Zudem informiert der Migros-Genossenschafts-Bund über das Elektroniksortiment der Fachmärkte und stampft den eigenen Essenslieferdienst Food Now ein.

(Source: Migros)
(Source: Migros)

Update vom 22.05.2024: Vergangene Woche hat es sich noch um eine Vermutung gehandelt, nun ist klar: Die Migros Supermarkt AG baut rund 150 Vollzeitstellen ab. Die Tochtergesellschaft des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) informierte die Mitarbeitenden am Morgen des 21. Mai via Livestream über die geplanten Massnamen, wie der MGB mitteilt. 

Der Stellenabbau ist Teil der Neuorganisation der Migros Supermarkt AG, die der Verwaltungsrat Anfang 2024 in Auftrag gegeben hatte. Ziel der Neuorganisation seien vereinfachte Prozesse, schlanke Strukturen und klare Rollen. Ein Stellenabbau war laut MGB unvermeidlich. Zudem werde es zu Kündigungen kommen. "Mir ist bewusst, dass eine Kündigung für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belastend und schmerzhaft ist. Es trifft viele geschätzte und auch langjährige Kolleginnen und Kollegen. Mir ist wichtig, dass wir alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der beruflichen Neuorientierung umfassend und kompetent unterstützen", lässt sich Peter Diethelm, CEO der Migros Supermarkt AG, zitieren. 

Elektronikartikel werden stark reduziert  

In derselben Mitteilung spricht der MGB auch das Elektroniksortiment von Migros an. Durch den geplanten Verkauf von Melectronics komme es zu Veränderungen in rund 50 der grössten Migros-Filialen. An den betroffenen Standorten will der MGB die integrieren Verkaufsflächen von Melectronics auf ein Basissortiment reduzieren. Das Angebot soll künftig nur noch eine Auswahl an wichtigen Alltagsprodukten enthalten. Dazu gehören etwa Produkte für Körper- und Zahnpflege, Küchengeräte und Kaffeemaschinen, Reinigungsgeräte sowie Uhren, Batterien, Druckerpatronen und Datenträger.

Und Migros hat gleich noch eine Hiobsbotschaft: Der Konzern stampft den 2020 lancierten Essenslieferdienst Food Now per Ende Mai ein. Trotz rund 600 Restaurant-Partnern, einem beachtlichen Wachstum der Bestellungen und der Ausweitung des Liefergebiets habe das Migros-Pendant zu Bestellservices wie Just Eat, Smood und Uber Eats die betriebswirtschaftlichen Ziele nicht erreicht.

Originalmeldung vom 17.05.2024:

Supermarkt AG der Migros entlässt wohl 150 Angestellte

Der Supermarkt AG, Tochtergesellschaft des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB), steht scheinbar eine beträchtliche Kündigungswelle ins Haus. Wie "Inside Paradeplatz" berichtet, soll die Gesellschaft nach Pfingsten 150 Mitarbeitende rauswerfen. Das entspräche einem Stellenabbau von 10 Prozent, die Supermarkt AG beschäftigt rund 1500 Personen.

Unter den Betroffenen seien vor allem Produktverantwortliche und Marketingmitarbeitende, die für Design und Vermarktung des Migros-Angebots in den Läden verantwortlich sind. Sie seien bereits über ihr Schicksal informiert worden, schreibt "Inside Paradeplatz". 100 weitere Personen sollen innerhalb des Unternehmens einen neuen Job bekommen.

Das Ladenpersonal ist nicht Teil der Supermarkt AG und deshalb nicht vom Stellenabbau betroffen. Dort sei man auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, sagte ein Migros-Sprecher dem Wirtschaftsmagazin. Die Entlassungen im Supermarktgeschäft seien der Startschuss für einen grossflächigen Abbau im MGB, der 1500 Personen den Job kosten soll, heisst es weiter. 

Auch die Fachmärkte sind Teil des Umbruchs innerhalb der Gruppe. Der Umsatz der Fachmärkte sank 2023 um 8 Prozent. Bei Melectronics setzt die Gruppe schon seit 2023 den Rotstift an.

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