Marktreport

Corona kann dem Markt für smarte Security-Geräte nichts anhaben

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Konsumentinnen und Konsumenten haben vergangenes Jahr vermehrt in smarte Security-Geräte für zuhause investiert, obwohl sie pandemiebedingt häufiger daheim waren. Ausserdem soll der globale Markt für Überwachungskameras bis 2025 kontinuierlich wachsen.

(Source: Sebastian Scholz (Nuki) / Unsplash)
(Source: Sebastian Scholz (Nuki) / Unsplash)

Obwohl Schweizerinnen und Schweizer vergangenes Jahr mehr Zeit zuhause verbracht haben, wuchs der Panelmarkt für smarte Security-Produkte. Gemäss GfK gingen 2020 rund 451 400 intelligente Security-Devices über die virtuelle und physische Ladentheke. Das entspricht einem Anstieg von 50,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem 299 200 Geräte verkauft wurden. Entsprechend stiegen auch die Einnahmen, die die Händler erzielten. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz mit Smarthome-Security insgesamt 51,9 Millionen Franken. Das sind 21,2 Millionen mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg um 69,3 Prozent. 2019 lagen die Umsätze noch bei 30,7 Millionen Franken.

Eine konkrete Antwort darauf, weshalb die Nachfrage nach smarten Security-Produkten für daheim so stark gewachsen ist, hat Luca Giuriato, Senior Market Consultant bei GfK Schweiz, nicht. Schliesslich ist eine Alarmanlage oder eine Überwachungskamera nicht unbedingt notwendig, wenn die Hausbewohnerinnen und -bewohner auf Ferien verzichten und den Tag und Abend zuhause verbringen. Er könne sich aber vorstellen, dass Konsumentinnen und Konsumenten aufgrund wegfallender Ferien und Freizeitaktivitäten auch mehr Zeit hatten, sich über die Sicherheit des Zuhauses Gedanken zu machen und entsprechende Produkte anzuschaffen. "Der gesamte Bereich Heimbedarf wuchs während der Pandemie", sagt er.

(Source: GfK)

Zum Bereich Smarthome-Security zählt GfK die Kategorien:

  • Visual Cams: Diese Kameras nehmen Bilder auf und übermitteln sie dann in Echtzeit an ein anderes Gerät oder speichern sie. Ausgeschlossen von der Kategorie sind Camcorder und Digitalkameras.

  • Alarmdetektoren: Dazu gehören Geräte, die ein akustisches Alarmsignal von sich geben, wenn sie Rauch, Gas, Karbonmonoxid, Hitze austretendes Wasser und weiteres erkennen.

  • Türkommunikation/Gegensprechanalgen: Hierzu zählen Systeme, welche die Kommunikation zwischen drinnen und draussen erlauben.

  • Intruder Security: Zu dieser Kategorie werden Geräte fürs Zuhause gezählt, die vor Eindringlingen warnen. Professionelle Lösungen fallen nicht in diese Kategorie.

  • Bewegungsdetektoren: Diese Detektoren stellen via Infrarot- oder Ultraschallsensor fest, ob sich eine Person im Raum befindet, und schalten dann etwa das Licht automatisch an oder aus.

  • Programmierbare Thermostate: Hierzu gehören ­Geräte, welche die Heizung oder Klimaanlage in einem Raum oder in mehreren Räumen im Haus regulieren. Dazu arbeiten sie mit im Haus angebrachten Temperatursensoren.

  • Linearmotoren: Unter diese Kategorie fallen Geräte, die es ermöglichen, Jalousien, Sonnenstoren und Co. via Wandschalter oder Zeitschaltuhr automatisch herauf- oder herunterzulassen.

Von den aufgeführten Kategorien macht der Bereich Visual Cams den grössten Anteil im Schweizer Markt aus. 2020 wuchs zudem sowohl die Anzahl verkaufter Cams als auch deren Anteil am Umsatz. Während der Bereich 2019 rund 47 Prozent der verkauften Smarthome-Security-Produkte ausmachte, waren es vergangenes Jahr rund 82 Prozent. Vor allem im März stiegen die Verkäufe, sanken dann im April und Mai wieder und machen seit Juni stets einen Anteil von 62 Prozent oder mehr aus. Der Anteil von Visual Cams am Gesamtumsatz ist noch grösser. 2019 lag er bei 78,4 Prozent. 2020 waren es 84,9 Prozent.

Herkömmliche, kabelgebundene Webcams fallen laut Giuriato nicht in die Kategorie der Visual Cams. Auch wenn der starke Anstieg im März 2020, als viele Schweizerinnen und Schweizer zum ersten Mal ins Homeoffice zügelten, einen Zusammenhang vermuten liesse, seien diese Geräte nicht in erster Linie für Video-Calls gedacht.

(Source: GfK)

Alarmdetektoren machten 2020 mit 12,3 respektive 3,9 Prozent den zweitgrössten Anteil der verkauften Geräte und des Umsatzes aus. Verglichen mit 2019 sank der Marktanteil der Kategorie allerdings. Damals lag der Anteil verkaufter Geräte bei 21,8 und der Umsatzanteil bei 7,6 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Kategorien Bewegungsdetektoren, Intruder Security und programmierbare Thermostate.

Abgesehen von den Visual Cams ist der Bereich Türkommunika­tion/Gegensprechanalgen der einzige, der an Marktanteil gewann. Während er 2019 5,5 Prozent der verkauften Geräte ausmachte, waren es 2020 6,2 Prozent. Beim Umsatzanteil sieht es anders aus. Dort ging es abwärts – von 3,6 auf 3,3 Prozent.

Globaler Markt soll bis 2025 wachsen

Marktforscher IDC warf derweil einen Blick auf den Markt für Überwachungskameras – auch im professionellen Bereich. Bis 2025 soll der Markt kontinuierlich wachsen und 44 Milliarden US-Dollar erreichen. Zum Vergleich: 2019 war er 23,6 Milliarden Dollar schwer. "Das Wachstum bei Videoüberwachungskameras wird durch die Einführung intelligenter Kamerasysteme und die Akzeptanz der Videoanalyse-Anwendungen, die diese ermöglichen, vorangetrieben", lässt sich Mike Jude, Research Director für den Bereich Video Surveillance and Vision Applications bei IDC, zitieren. Obwohl der Markt durch die Auswirkungen von Covid-19 einen kurzfristigen Rückgang erlebt habe, werde er vom zunehmenden Einsatz von Videoüberwachung in der Strafverfolgung und der physischen Sicherheit angetrieben.

Laut IDC machen Videoüberwachungskameras für Endkonsumentinnen und -konsumenten momentan 32 Prozent des Marktes aus. Dazu zählt der Marktforscher, abgesehen von Überwachungskameras für zuhause, auch Dashcams für den Einsatz im Auto. Nordamerika sei der Top-Abnehmer für Überwachungskameras, dicht gefolgt von China.

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