Zum ersten Mal seit 10 Jahren

Consumer-Electronics-Markt wächst endlich wieder

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von Eric Belot und lha

Durch die Coronapandemie hat die Digitalisierung 2020 zugenommen und die Nachfrage nach technischen Konsumgütern ist gestiegen. Der Umsatz mit Heimelektronik nahm gegenüber 2019 um 8,5 Prozent zu.

Der Heimelektronik-Markt konnte umsatzmässig 2020 trotz Corona zulegen. (Source: Pixabay / Stevepb / CC0 Public Domain)
Der Heimelektronik-Markt konnte umsatzmässig 2020 trotz Corona zulegen. (Source: Pixabay / Stevepb / CC0 Public Domain)

Mit einem Umsatz von 5,5 Milliarden Franken hat der Schweizer Heimelektronikmarkt 2020 den Branchen-Umsatzrekord von 5,3 Milliarden Franken aus dem Jahr 2010 gebrochen. Covid-bedingtes Homeoffice und Homeschooling steigerten demnach die Nachfrage nach Computern und Peripherie, wie GfK mitteilt. Auch sei es zu mehr Investitionen in Eigenheim und Hobbies gekommen. Abgesehen von Bikes, Sport- und Fitnessgeräten, Garten- und Heimbedarf hätten auch Gaming-Computer sowie Videospielkonsolen, Fernseher und Haushaltskleingeräte 2020 gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Umsatzplus verzeichnet.

Heim- und Unterhaltungselektronik klar im Plus

Die in der Coronapandemie zunehmende Digitalisierung bei den Konsumenten und Konsumentinnen habe sich beschleunigt und mache sich besonders beim Musik- und Filmkonsum bemerkbar. Netflix und Spotify vermeldeten 2020 Rekordumsätze. Im Bereich Heimelektronik stieg der Anteil von Onlineverkäufen von 35,7 Prozent im Vorjahr auf 47,8 Prozent im Jahr 2020.

Der IT/Office-Markt verzeichnete für das Jahr 2020 einen Rekordumsatz von 2,43 Milliarden Franken und legte damit gegenüber dem Vorjahr um 12,9 Prozent zu. Rund 100’000 Desk-Computer und Notebooks wurden 2020 mehr verkauft als 2019, zumeist zu Arbeits- und Fernunterrichtszwecken. Es sei teils bei Monitoren, Webcams oder Headsets zu Lieferengpässen gekommen.

Auch der Gaming-Bereich habe 2020 gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Ausser Desk-Computern und Notebooks sorgten laut GfK auch Monitore, Gaming-Mäuse, Tastaturen, Headsets und weitere Artikel für das Wachstum von 48,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals hätten Konsumentinnen und Konsumenten 2020 mit einem 60-Prozent-Anteil an allen Käufen mehr IT/Office-Produkte im Internet als im stationären Handel gekauft.

Telekommunikation auch erfolgreich

Der Telekom-Markt erzielte laut GfK vergangenes Jahr 1,3 Milliarden Franken Umsatz und ist damit hinter dem IT/Office-Markt der zweitgrösste Teilmarkt der Heimelektronik. Gegenüber dem Vorjahr nahm der Telekom-Markt um 3,2 Prozent zu.

Mit 254,6 Millionen Franken Umsatzvolumen und 6 Prozent Wachstum gehören Kopfhörer und Headsets zu den führenden Warengruppen. Ebenfalls positiv habe sich das Geschäft mit Wearables wie Smartwatches und Fitnesstrackern entwickelt. Diese hätten 2020 die Umsatzgrenze von 100 Millionen Franken geknackt. Mit 8,6 Prozent Wachstum liege die Nachfrage weiter in einem positiven Trend. Der grösste Telekom-Teilmarkt gehöre laut GfK den Smartphones. 2020 lag der Umsatz jedoch ein Prozent unter dem des Vorjahres.

Consumer Electronics und Audioprodukte bedingt erfolgreich

Seit über zehn Jahren geht es im Bereich Consumer Electronics erstmals wieder bergauf. Der Umsatz von 1,18 Milliarden Franken entspricht einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber 2019. Insbesondere das Geschäft mit TV-Geräten trug zum Umsatzwachstum bei. Die Nachfrage nach Fernsehgeräten stieg laut dem Marktforscher 2020 gegenüber 2019 um 20 Prozent.

Auch Audioprodukte und Zubehör gehören laut GfK zu den Gewinnern der Coronapandemie. Da die Nachfragekurve ähnlich zu derjenigen der TV-Geräte verlaufe, könne man annehmen, dass Kunden und Kundinnen oftmals zusätzlich zum Fernseher auch eine Soundbar kauften.

Auch im dritten Quartal 2020 wuchs das Geschäft mit Heimelektronik und federte so die Auswirkungen der Pandemie auf den hiesigen Non-Food-Handel ab. Abgesehen von Heimelektronik legte auch der Bereich Do-it-Yourself zu. Mehr Details finden Sie hier.

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