Strafe für Geoblocking

EU-Kommission bittet Bethesda-Mutter Zenimax, Valve und weitere zur Kasse

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von Colin Wallace und lha

Die Europäische Kommission belegt Valve, Zenimax und vier weitere grosse Videospiel-Publisher mit Geldstrafen. Die Unternehmen müssen umgerechnet insgesamt 8,4 Millionen Franken Strafe zahlen. Sie haben Aktivierungscodes für Spiele an Ländergrenzen gebunden und so gegen EU-Vorschriften verstossen.

(Source: Gina Sanders / Fotolia.com)
(Source: Gina Sanders / Fotolia.com)

Valve, Zenimax und vier weitere grosse Videospiel-Publisher müssen umgerechnet insgesamt 8,4 Millionen Franken Strafe zahlen. Dies entschied die Europäische Kommission, wie "Onlinehändler-News" berichtet. Grund dafür seien Geoblocking-Praktiken der Unternehmen. Betroffen sind abgesehen von Valve und Zenimax die Unternehmen Capcom, Koch Media, Bandai Namco und Focus Home.

Konkret seien Verbraucher daran gehindert worden, PC-Videospiele, die sie bei Vertriebshändlern der Verlage auf physischen Medien wie DVDs oder in digitaler Form gekauft hatten, zu aktivieren und zu spielen. Diese Praktiken erstreckten sich zwischen September 2010 und Oktober 2015 über Zeiträume von ein bis fünf Jahre.

Verstoss gegen das Kartellrecht

Wie die Europäische Kommission mitteilt, verstiessen die genannten Unternehmen gegen das EU-Kartellrecht. Valve und die Verlage sollen sich untereinander abgesprochen haben, um Aktivierungscodes für Spiele geografisch zu beschränken. Die als Geoblocking bekannte Praktik schränke den grenzüberschreitenden Handel ein. Die Folge davon ist ein Nachteil für Verbraucher, da sie die Möglichkeiten des EU-Binnenmarkts nicht für sich nutzen können.

Valve stellt sich quer

Die Europäische Kommission ermässigte die Geldstrafe für fünf Unternehmen um jeweils zehn bis fünfzehn Prozent, da diese sich kooperativ zeigten. Lediglich Valve habe beschlossen, nicht mit der Kommission zusammenzuarbeiten, und erhielt die volle Geldstrafe von rund 1,75 Millionen Franken.

Die Gaming-Branche ist eine milliardenschwere Industrie, und hat durch die Coronakrise einen starken Boost erlebt. Alleine im September machten Anbieter von Konsolen-, PC- und Mobile-Games insgesamt 10,7 Milliarden US-Dollar Umsatz.

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