Marktreport

Der Abwärtstrend am Portable-Audio-Markt geht weiter

Uhr

Das Geschäft mit portablen Radios, Mediaplayern und Co. ist in den letzten Jahren nicht gut ­gelaufen. Die Marktforscher von GfK rechnen damit, dass die Einnahmen 2019 um 127 Millionen ­Franken geringer waren als 2010. Besser sieht es hingegen am Kopfhörer-Markt aus.

(Source: brat82 / Fotolia.com)
(Source: brat82 / Fotolia.com)

Am Static-Audio-Markt hat der Handel fast ein Drittel weniger umgesetzt als noch vor 15 Jahren. Genauso wie das Geschäft mit Audioheimsystemen, Tunern, Verstärkern Receivern und Co. zurückgeht, schrumpft auch der hiesige Markt für Portable Audio. Sowohl der Stückzahlenverkauf als auch die Einnahmen mit tragbaren Audiosystemen schrumpfen seit den letzten zehn Jahren. Gingen 2010 noch 1,28 Millionen Geräte über die Ladentheke, rechnet der Marktforscher GfK damit, dass es in diesem Jahr nur noch 363 000 sein werden. Aufgrund der momentanen Ausnahmesituation rund um das Coronavirus könnte sich diese Prognose allerdings noch ändern.

2018 lag der Stückzahlenverkauf bei 447 000 Produkten. Die Marktforscher rechnen damit, dass es vergangenes Jahr 397 000 Stück waren, was einem Rückgang von 11,2 Prozent entspricht. Besonders stark gingen die Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren im Bereich der Mediaplayer zurück. 2010 veräusserten hiesige Händler noch 641 000 Geräte. 2019 sollen es nur noch 58 000 gewesen sein. Und für dieses Jahr liegt die Prognose bei 46 000 Stück. Etwas weniger stark ist der Bereich der portablen DAB-Radios betroffen. Der Stückzahlenverkauf schrumpfte von 153 000 im Jahr 2010 auf 146 000 Stück 2018. Vergangenes Jahr sollen noch 125 000 Geräte verkauft worden sein und dieses Jahr liegen die Schätzungen bei 115 000 Stück.

Bei Radioweckern mit DAB stiegen die Verkaufszahlen aber und sollen auch in diesem Jahr weiter nach oben klettern. 2010 wurden hiervon 20 000 Geräte verkauft. 2018 waren es 57 000. Für 2019 rechnet GfK mit einem Anstieg um 5000 Stück auf 62 000 verkaufte Geräte und in diesem Jahr sollen es 67 000 sein. Relativ stabil zeigt sich seit 2016 das Geschäft mit Boomboxen mit DAB. Verkauften hiesige Händler 2010 erst 7000 Stück, waren es 2018 bereits 55 000 Geräte. GfK geht davon aus, dass der Stückzahlenverkauf 2019 um 1000 Stück auf 54 000 Geräte schrumpfte. 2020 sollen erneut 1000 Stück weniger verkauft werden als im Vorjahr, was 53 000 verkauften Geräten entspricht.

Auch die Einnahmen schrumpfen

Ein Blick auf die Einnahmen am Portable-Audio-Markt zeigt: Auch hier ging es in den vergangenen Jahren konstant bergab. 2010 spülte der Verkauf von Portable-Audio-Geräten insgesamt 162 Millionen Franken in die Kassen der Händler. Vor zwei Jahren waren es noch 41 Millionen Franken. Für 2019 rechnet GfK mit 35 Millionen und 2020 sollen die Einnahmen nochmals um 9,5 Prozent schrumpfen auf 31 Millionen Franken. Parallel zu den Verkaufszahlen erlebte auch finanziell gesehen die Kategorie Portable Mediaplayer den stärksten Rückgang in den vergangenen zehn Jahren. So betrugen die Einnahmen damals 107 Millionen Franken. 2018 waren es mit insgesamt 9 Millionen 98 Millionen Franken weniger. Die Marktforscher gehen davon aus, dass die Einnahmen 2019 nochmals um 2 Millionen schrumpften (auf 7 Millionen Franken), und es 2020 erneut um 2 Millionen begab geht und die Einnahmen somit 5 Millionen Franken betragen. Auch mit portablen DAB-Radios verdienten hiesige Händler 2018 mit 14 Millionen Franken weniger als noch 2010. Damals lagen die Einnahmen bei 23 Millionen Franken. Die Einschätzung für 2019 liegt in diesem Segment bei 12 Millionen, während für dieses Jahr Einnahmen im Wert von 11 Millionen Franken erwartet werden.

Obwohl GfK für den Bereich der Radiowecker mit DAB einen Anstieg im Stückzahlenverkauf für 2019 und 2020 erwartet, sollen die Einnahmen nicht stark steigen. 2018 setzten Händler 6 Millionen Franken mit den Geräten um. 2019 soll es eine Million Franken weniger gewesen sein, während die Marktforscher für 2020 mit einem erneuten Anstieg auf 6 Millionen Franken rechnen. Ebenso stabil wie die Verkaufszahlen zeigen sich die Einnahmen mit Boomboxen mit DAB. In diesem Segment lag der Wert seit 2016 konstant bei 6 Millionen Franken. Das soll auch 2019 und dieses Jahr nicht anders sein.

Headsets sind jetzt gefragt

Der starke Rückgang bei den Verkaufszahlen wie auch den Einnahmen im Segment der portablen Mediaplayer dürfte mit der Verbreitung von Smartphones zusammenhängen, die auch negative Einflüsse auf den Absatz von Digitalkameras hat. So wird es durch die Möglichkeiten, Musik aufs Handy zu laden und Streaming-Apps wie Spotify und Apple Music zu nutzen, für viele Anwender überflüssig, sich einen Mediaplayer zu kaufen.

Um einiges besser läuft dagegen das Geschäft mit Kopfhörern. Hier steigen sowohl Stückzahlenverkauf als auch Einnahmen seit 2017. Lagen die Verkaufszahlen 2016 bei 1,84 Millionen, kletterten sie 2018 auf 2,18 Millionen Stück. 2019 und 2020 sollen es noch einmal mehr werden mit 2,34 respektive 2,4 Millionen verkauften Kopfhörern. Dabei haben Headsets klar die Nase vorn. In diesem Bereich verkauften hiesige Händler 2018 1,73 Millionen Geräte. 2019 sollen es nochmals mehr gewesen sein (1,98 Millionen), und für dieses Jahr liegt die Prognose bei 2,11 Millionen verkauften Headsets. Konstant bergab geht es dagegen bei Kopfhörern ohne integrierte Mikrofone. Hier betrug die Anzahl verkaufter Geräte 2018 451 000 Stück. Für das vergangene Jahr rechnet GfK mit 360 000 Stück, während die Verkäufe in diesem Jahr auf 290 000 zurückgehen sollen.

Die Einnahmen mit Kopfhörern und Headsets lagen 2018 bei 180 Millionen Franken. Im letzten Jahr sollen sie um 13,9 Prozent auf 205 Millionen Franken gestiegen sein. Für dieses Jahr soll die Zunahme 8,2 Prozent betragen, was 222 Millionen Franken entspricht. Der Trend hin zu Kopfhörern mit integrierten Mikrofonen ist auch hier klar zu sehen. 2018 machten sie 162 Millionen der Einnahmen aus. Für 2019 rechnet GfK mit 190 Millionen und für dieses Jahr mit 210 Millionen Franken. Kopfhörer ohne Mikrofone sollen demnach 2020 nur noch 12 Millionen Franken von den Gesamteinnahmen ausmachen. 2019 lag der Wert mit 15 Millionen noch um 3 Millionen Franken höher. 2018 setzten Händler mit Kopfhörern ohne Mikrofone 18 Millionen Franken um.

Für den hiesigen Wearables-Markt geht es weiter stark bergauf. Wie bereits 2018 lagen auch im letzten Jahr Smartwatches an der Spitze. Allerdings sind ihnen im Ohr getragene Wearables – auch Earables genannt – dicht auf den Fersen. Mehr erfahren Sie hier.

Webcode
DPF8_176061

Kommentare

« Mehr