Messebeginn

IFA 2018: Lebensmittelverschwendung, smarte Kühlschränke und ein neuer Chipsatz

Uhr | Aktualisiert

Heute hat die IFA 2018 offiziell auch fürs Publikum begonnen. An Pressekonferenzen und Standführungen präsentierten Grundig, Samsung und Huawei ihre Neuheiten.

Heute hat die IFA 2018 begonnen. Bis Mittwoch sehen Besucher in Berlin zahlreiche Neuheiten und Lösungen von 1814 Ausstellern, so vielen wie noch nie. LGs CEO Jo Seong-jin und CTO I.P. Park hielten erstmals die Opening Keynote an der Messe. Sie erläuterten die Strategien des Unternehmens zu einem der grössten diesjährigen IFA-Trend, der Künstlichen Intelligenz (KI).

LG-CEO Jo Seong-jin an der Opening Keynote. (Source: LG)

Herzstück der künstlichen Intelligenz stellt bei LG die zur CES vorgestellte Marke LG ThinQ dar. Die KI-Lösungen basieren auf einer offenen Plattform. LG-CEO Jo Seong-jin sagte: "Kombiniert mit Edge Computing und grossen Datenmengen sowie der Möglichkeit, die erweiterte Konnektivität von 5G zu nutzen, wird KI jeden Aspekt unseres Lebens zu einem nahtlos verbundenen Erlebnis machen." LGs CTO I.P. Park erinnerte daran, dass die Entwicklung der KI auf ständig wachsender Kommunikation mit den Usern basiere. Bei KI setzt LG auf Spracherkennung, Bilderkennung, biometrische Erkennung und Algorithmen für Deep Learning.

Grundig macht auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam

An der Pressekonferenz von Grundig sprach Arçelik-CEO Hakan Bulgurlu über das Problem der Lebensmittelverschwendung. Grundig sei sich seiner Verantwortung bewusst und wohl der einzige Hausgerätehersteller, der alte Produkte zurücknehme und recycle, sagte Bulgurlu. Gemeinsam mit dem Koch und Grundig Brand Ambassador Massimo Bottura kündigte Bulgurlu eine neue Geräte-Linie für die Küche an. Sie soll es Konsumenten ermöglichen, zu kochen wie ein Profi. Die Linie sei besonders umweltschonend hergestellt. Sie kommt in schwarzer Farbe mit dezenten Goldtstreifen, um die Konsumenten daran zu erinnern, das Essen Gold wert ist, sagte Bottura.

Arçelik-CEO Hakan Bulgurlu (l.) und Grundig-Ambassador Massimo Bottura. (Source: Netzmedien)

Andreas Tischhauser, Headcoach von Grundig-Generalvertreter Novis, sagte im Anschluss an die Pressekonferenz, dass das Sortiment der neuen, umweltschonenden Küchengeräte-Linie für die Schweiz noch nicht bestimmt sei. Es gebe diverse Ideen dafür. Tischhauser finde es aber wichtig, dass an einer Messe wie der IFA über Lebensmittelverschwendung gesprochen wird statt nur über Produkte und das Verkaufen. Grundig habe deshalb auch schon an der IFA 2017 über Lebensmittelverschwendung gesprochen.

Die Highlights von "Mr. Grundig"

Am Dienstag ging ein neues TV-Produktionswerk von Grundig an die Produktionslinie. Es soll im ersten Quartal 2019 das alte Werk ablösen, das mehr Wasser und Energie verbrauche, sagte Steven Mettler, "Mr. Grundig" bei Novis. Laut Mettler kann Grundig in dem neuen Werk neu auch TVs produzieren, die grösser als 65 Zoll sind. Grundig sei ausserdem an der Forschung von QLED-Panels dran.

"Mr. Grundig" bei Novis Steven Mettler mit den neuen OLED-TVs. (Source: Netzmedien)

Als ein Highlight nannte Mettler einen 77-Zoll-OLED-TV, der wohl Ende Jahr oder spätestens im ersten Quartal 2019 zu erwarten sei. Ebenfalls zu dieser Zeit kommen zwei neue OLED- und LCD-4k-TVs von Grundig im Premiumbereich auf den Markt. Die Fernseher in den Grössen 55 und 65 Zoll bieten ein neues Soundkonzept mit 16 Lautsprecherchassis (2x2 Hochtöner nach vorne, 2x2 Mitteltöner gegen unten und 6 Bass-Chassis. Die OLED-TVs ersetzen das Modell Vision 9, das es nur in 65 Zoll gab. Die LCD-TVs bieten zusätzlich eine Diffusor-Glasplatte, die von unten beleuchtet wird und das Licht schliesslich nach vorne abstrahlt.

LCD-TV von Grundig mit Diffusor-Glasplatte. (Source: Netzmedien)

Alles smart bei Samsung

Samsung zeigte an einer Standführung seine neuen Produkte. Omar Christ, Produkt Manager TV bei Samsung Schweiz, ging auf die TV-Neuheiten ein, die Samsung an der gestrigen Pressekonferenz angekündigt hatte.

Die 8k-TVs von Samsung bieten mit ihrer Upscaling einen klaren Unterschied bei der Bildqualität zu SD, HD und auch 4k, wie Christ sagte. Im Vergleich zum 4k-Bild müsse man aber 20 Zentimeter vor dem 8k-Fernseher stehen, um den Unterschied zu sehen. Die Bildtechnologien in den neuen 8k-TVs sind dieselben wie bei Samsungs aktuellen 4k-QLEDs.

An der CES kündigte Samsung auch den modularen 146-Zoll-TV "The Wall" an. Der Fernseher ist nun erhältlich, werde aber ausschliesslich über B2B-Partner vertrieben. Samsungs Produkt Manager Christ zeigte auch die neuen Möglichkeiten beim Modell "The Frame", das neu etwa eine Galerieansicht mit Zeitintervall biete. Ausserdem sprach er über die Vernetzungsmöglichkeiten der smarten TVs, die sich etwa mit smarten Türklingeln oder Hausgeräten vernetzen liessen.

Fabian Schenkel, Head of Product Management Home Appliances bei Samsung Switzerland, zeigte die neuen smarten Hausgeräte. Praktisch alles ist vernetzt, ob Geschirrspüler, Dunstabzugshaube oder Waschmaschine und lässt sich aus der Ferne aktivieren. Das gilt aber aus Sicherheitsgründen nicht für den vernetzten Backofen und die smarte Herdplatte. Auf den ersten vernetzen Kühlschrank Family Hub bringt Samsung neu die Version mit zwei Türen, der 90 statt bislang 60 Zentimeter breit ist. Der Kühlschrank mit der Bezeichnung Family Hub RS8000 bietet hinter der linken Tür das Gefrierabteil inklusive Eismaschine und hinter der rechten Tür das Kühlabteil. Neu ist auch die Softwareversion 3.0 für den Kühlschrank, die mehr Möglichkeiten biete, etwa einen Planer für die ganze Familie oder die Integration von Bixby zur Sprachsteuerung.

Fabian Schenkel, Head of Product Management Home Appliances bei Samsung Switzerland, mit dem Family Hub RS8000. (Source: Netzmedien)

Huawei lanciert mit Kirin 980 ersten 7-Nanometer-SoC

Richard Yu, CEO der Consumer Business Group von Huawei nutzte seine IFA-Keynote dafür, den neuen Kirin 980 Chipsatz vorzustellen. Es ist laut Yu der erste SoC, der im 7-Nanometer-Verfahren hergestellt wird. Der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC produziert den neuen Chip für Huawei. Der Kirin 980 soll Performance mit Effizienz, Konnektivität und Dual-NPU-Rechenleistung für künstliche Intelligenz verbinden. Der neue Chip wird laut Yu das erste Mal im Mate 20 Smartphone eingesetzt, das Huawei am 16. Oktober in London vorstellen will.

Die neuste TSMC-7-Nanometer-Fertigung ermögliche es, beim Kirin 980 6,9 Milliarden Transistoren auf eine Fläche von einem Quadratzentimeter zu packen, 1,6-mal mehr als bei der Vorgängergeneration Kirin 970. Die Leistung des SoC soll um 20 Prozent höher, die Energieeffizienz um 40 Prozent besser sein.

Der Kirin 980 sei auch der erste SoC, der Cortex-A76-Kerne einbindet, der im Vergleich zur Vorgängergeneration um 75 Prozent leistungsfähiger und um 58 Prozent effizienter sein soll. In der Octa-Core-Konfiguration bestehe die CPU im Kirin 980 aus zwei leistungsstarken und zwei hocheffizienten auf Cortex-A76 basierenden Kernen, sowie aus vier besonders effizienten Cortex-A55-Kernen.

Auch für hohe Grafikleistung etwa für Gaming ist der Kirin 980 offenbar gut gerüstet: Huawei integrierte die Mali-G76 GPU in den Chipsatz, die eine um 46 Prozent höhere Grafikleistung bei einer um 178 Prozent verbesserten Energieeffizienz im Vergleich zur Vorgängergeneration bieten soll.

Auch an der Keynote präsentierte Yu vier neue Farben für das aktuelle Smartphone-Flagshiff P20 Pro, das neu auch in "Morpho Aurora" und "Pearl White" glänzt. Zudem kommt das P20 Pro auch mit brauner ("Golden Brown") und schwarzer ("Elegant Black") Lederrückseite daher.

Zudem steigt Huawei mit einem neuen Smartspeaker namens AI Cube mit Amazons Alexa an Bord nun auch in diesen Teilmarkt ein. Nur Huawei weiss, warum der Smartspeaker "Cube" heisst. Denn ein Würfel ist der Lautsprecher nicht sondern eher ein Zylinder. Huaweis AI Cube funktioniert im Vergleich zu anderen Smartspeakern auch mit SIM-Karte, denn die Chinesen bauten ein 4G-Modem für "grenzenlose Konnektivität" in den Speaker ein.

Webcode
DPF8_105017

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