Sorare, Cryptokitties und Co.

Gegenwart und Zukunft von Krypto-Games

Uhr
von Maximilian Schenner und kfi

Krypto-Games kombinieren das Videospielerlebnis mit Blockchain-Technologie. Meist sind Items in-Game mittels Kryptowährungen käuflich und handelbar. Beispiele sind etwa das Fussball-Sammelspiel Sorare oder die Second-Life-Simulation Decentraland.

Die Krypto-basierte Second-Life-Simulation Decentraland. (Source: Screenshot / Decentraland)
Die Krypto-basierte Second-Life-Simulation Decentraland. (Source: Screenshot / Decentraland)

Im Jahr 2017 erregte das Spiel Cryptokitties Aufsehen. Das Ethereum-basierte Spiel liess Spielerinnen und Spieler virtuelle Kätzchen züchten und für Kryptowährungen an andere Gamer verkaufen. Es war eines der ersten Krypto-Games überhaupt. Solche Spiele basieren auf Blockchain-Technologie und konnten zeigen, dass in-Game-Währungen in der realen Welt nicht wertlos sein müssen. Mittlerweile ist eine Reihe an neuen Krypto-Games hinzugekommen.

Fantasy-Fussball trifft Panini-Album trifft Krypto

Fussballfans mit Krypto-Leidenschaft könnten sich für Sorare begeistern. Das Game kombiniert Fussball-Sammelkarten mit Fantasy Football - eine Art digitales Panini-Album mit Fantasy-Aspekten also, basierend auf Ethereum. Die Spielerin oder der Spieler kann sich ein virtuelles Team zusammenstellen und verwalten, digitale Spieler-Karten kaufen, verkaufen oder tauschen. Sorare hält die Lizenzen von 126 internationalen Clubs, darunter die von europäischen Grössen wie dem FC Bayern oder Real Madrid. Schweizer Teams sind derzeit keine verfügbar. Auch Spieler des FC Barcelona sucht man vergeblich - zumindest innerhalb des Spiels. Barca-Abwehrspieler Gerard Piqué ist einer der Investoren von Sorare, neben den deutschen Ex-Profis Oliver Bierhoff und André Schürrle und einigen namhaften aktiven Spielern. Ein Aspekt, der bei Fans der klassischen Panini-Alben gleichermassen Begeisterung und Verzweiflung auslöst, ist ebenfalls in Sorare enthalten. Die Spielerkarten sind unterschiedlich selten - und daher auch unterschiedlich wertvoll. Die Karte des französischen Talents Kylian Mbappé etwa sei 2020 für rund 65'000 Dollar verkauft worden, berichtet "T3N".

Das Krypto-Fussballgame Sorare. (Source: Screenshot / Sorare)

Open World auf Kryptobasis

Auch die Second-Life-Simulation Decantraland basiert auf Kryptowährungen. Spielerinnen und Spieler können darin Items, virtuellen Baugrund und sogar Namen kaufen und verkaufen. Landbesitzerinnen und -besitzer bestimmen in Decentraland, was auf ihrem Grund gebaut wird und was nicht. Das Game ist direkt im Browser spielbar. Ohne Krypto-Wallet bekommt man immerhin einen Einblick in die Spielwelt, jedoch keine aktive Teilnahme. Ein weiteres Beispiel für Open-World-Games auf Krypto-Basis ist das etwas komplexere Blankos Block Party, das als Krypto-Alternative zu Roblox beschrieben werden könnte. Gamer können selbst Mini-Spiele entwerfen und an Mitspielerinnen und Mitspieler verkaufen. Auch kostenpflichtige Spielfiguren können untereinander getauscht werden.

Die Second-Life-Simulation Decentraland. (Source: Screenshot / Decentraland)

Die Zukunft von Krypto-Games

Der Hype um Cryptokitties führte 2017 zu einer Überlastung des Ethereum-Netzwerks. Das geplante Ethereum 2.0 und speziell für Spiele konzipierte Blockchains könnten das langfristig verbessern. Ein plötzlicher Ansturm auf Krypto-Games würde jedoch derzeit für Probleme sorgen.

Andere Problemstellungen sei Gaming-Integrität und Fairness der Spiele, schreibt "T3N" unter Berufung auf Krypto-Entwickler Jonathan Sterling. Ein Spiel mache möglicherweise weniger Spass, wenn alle Items einfach käuflich erhältlich seien. Zudem seien Spielerinnen und Spieler ohne die nötigen finanziellen Mittel benachteiligt. Dies ist jedoch bereits bei zahlreichen Pay-to-win-Modellen der Fall und beschränkt sich nicht auf Krypto-Games. Auch die Bindung an ein Spiel durch den Kauf von Items sei bei Krypto-Spielen nicht gewährleistet. Wenn Spieler diese via Blockchain einfach wieder verkaufen können, würden sie leichter zu neueren Games überlaufen.

Krypto-Games sehen sich also noch mit einigen Hürden konfrontiert. Gemäss "T3N" fasst es der auf Videospielunternehmen spezialisierte Venture-Kapitalist Josh Chapman so zusammen: "Gaming braucht keine Blockchain; Blockchain braucht Gaming. Blockchain wird erst dann massenhaft angenommen und angewendet werden, wenn sie dem Videospiel-Ökosystem einen signifikanten Mehrwert bietet."

Apropos Gaming: Cloud- und Mobile-Gaming sind dank Pandemie auf dem Vormarsch. Dieses Jahr soll der Umsatz mit Cloud-Gaming die Milliarden-Grenze knacken, wie Sie hier nachlesen können.

Webcode
DPF8_212545

Kommentare

« Mehr