Marktreport

Konsumenten investieren in smarte Security-Produkte für daheim

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Schweizer Konsumenten haben verstärkt in smarte Home-Security-Produkte investiert. Bis im Juni dieses Jahres gingen über 17 Prozent mehr Visual Cams, Bewegungsdetektoren und Co. über die Ladentische. Auch der gesamteuropäische Markt für Smarthome-Produkte wächst.

(Source: geralt / pixabay)
(Source: geralt / pixabay)

In der Schweiz hat das Geschäft mit smarten Home-Security-Produkten zugelegt. Von Januar bis Juni 2020 gingen 162 600 Stück der vernetzten Geräte über den Ladentisch. Das sind 17,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019. Wie den Marktzahlen von GfK zu entnehmen ist, waren es damals 138 700 Geräte. Mit dem Stückzahlenverkauf stiegen auch die Umsätze: Um 30,6 Prozent mehr Einnahmen brachte das Geschäft mit smarten Home-Security-Produkten in den ersten Monaten dieses Jahres ein. Von Januar bis Juni lagen die Einnahmen bei 19,1 Millionen Franken. Zum Vergleich: 2019 waren es 14,6 Millionen Franken.

Zu den smarten Home-Security-Geräten zählt GfK:

Visual Cams: Diese Kameras nehmen Bilder auf und übermitteln sie dann in Echtzeit an ein anderes Gerät oder speichern sie. Ausgeschlossen von der Kategorie sind Camcorder und Digitalkameras.

Alarmdetektoren: Dazu gehören Geräte, die ein akustisches Alarmsignal von sich geben, wenn sie Rauch, Gas, Karbonmonoxid, Hitze austretendes Wasser und weiteres erkennen.

Gegensprechanlagen: Hierzu zählen Systeme, welche die Kommunikation zwischen drinnen und draussen erlauben.

Intruder Security: Zu dieser Kategorie werden Geräte fürs Zuhause gezählt, die vor Eindringlingen warnen. Professionelle Lösungen fallen nicht in diese Kategorie.

Bewegungsdetektoren: Diese Detektoren stellen via Infrarot- oder Ultraschallsensor fest, ob sich eine Person im Raum befindet, und schalten dann etwa das Licht automatisch an oder aus.

Linearmotoren (Tubular Motors): Unter diese Kategorie fallen Geräte, die es ermöglichen, Jalousien, Sonnenstoren und Co. via Wandschalter oder Zeitschaltuhr automatisch herauf- oder herunterzulassen.

Programmierbare Thermostate: Hierzu gehören Geräte, welche die Heizung oder Klimaanlage in einem oder mehreren Räumen im Haus regulieren. Dazu arbeiten sie mit im Haus angebrachten Temperatursensoren.

Am stärksten, sowohl was den Stückzahlenverkauf als auch die Einnahmen angeht, wuchs der Bereich der Linear­motoren. Zwischen Januar und Juni 2020 gingen 65,3 Prozent mehr Geräte der Kategorie über den Ladentisch als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 41 Prozent zu. Überraschend ist, dass es sich dabei gleichzeitig um die Kategorie handelt, in welcher der Preis pro verkauftem Produkt am stärksten zurückging. Nämlich um 14,7 Prozent. Auf Platz zwei, was die Anzahl der verkauften Geräte angeht, landeten Gegensprechanlagen. Die Verkaufszahlen nahmen um 54,6 Prozent zu, während um 38,1 Prozent mehr umgesetzt wurde. Auch hier sank der Preis pro verkauftes Gerät. Gegensprechanlagen waren durchschnittlich um 10,7 Prozent günstiger als Anfang 2019.

Der Drittplatzierte im Stückzahlenverkauf ist der Bereich Visual Cams mit einem Anstieg an verkauften Geräten um 42,1 Prozent. Die Einnahmen stiegen noch mehr als bei den Gegensprechanlagen. Nämlich um 38,4 Prozent. Der durchschnittliche Preis pro verkauftes Gerät sank mit 2,6 Prozent weniger stark als bei den anderen beiden Kategorien.

Den stärksten Rückgang erlebte der Bereich Alarm­detektoren. Hiesige Händler verkauften um 32,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit sank auch der Umsatz um 29,2 Prozent. Ebenfalls einen Rückgang gab es im Sektor Intrudor Security. Allerdings nur was den Stückzahlenverkauf angeht. Dieser sank um 5,1 Prozent.

Smarte Security-Lösungen liegen hinter Smartspeakern und Video Entertainment

Auch wenn man den gesamten europäischen Markt betrachtet, geht es im Bereich Home Security und Home Monitoring bergauf. Wie eine Studie von IDC zeigt, sollen bis Ende dieses Jahres 11,6 Millionen Einheiten aus dieser Kategorie ausgeliefert werden. Damit gehört der Bereich zur drittgrössten Kategorie am europäischen Smarthome-Markt mit einem Marktanteil von 10,6 Prozent. An erster Stelle liegt laut IDC mit einem Marktanteil von 52,5 Prozent der Bereich Video Entertainment, gefolgt von Smart Speakern mit einem Marktanteil von 23,2 Prozent. Im ersten Bereich erwarten die Marktforscher bis Ende 2020 insgesamt 57,8 Millionen ausgelieferte Einheiten. Bei den Smartspeakern sollen es 25,5 Millionen Einheiten werden. Die stärkste jährliche Wachstumsrate prognostiziert IDC dem Bereich Lighting mit 45 Prozent bis 2024. Smarte Leuchten sollen bis Ende 2020 einen Marktanteil von 6,7 Prozent verzeichnen. Ausserdem sollen 7,3 Millionen Einheiten ausgeliefert werden.

Im Grossen und Ganzen wuchs der Markt für smarte Geräte im ersten Quartal 2020. Und zwar um 3,8 Prozent im Jahresvergleich. Laut Antonio Arantes, Senior Research Analyst für Smarthome-Geräte in Westeuropa bei IDC, setzten Smartspeaker ihre gute Leistung fort, und intelligente Displays verzeichneten ein dreistelliges Wachstum aufgrund der Verkäufe neuer Modelle und Marken, die seit dem Vorjahr verfügbar waren. Aufgrund von Schwierigkeiten entlang der Lieferkette ging hingegen der Verkauf von Smart-TVs im ersten Quartal 2020 zurück. Die Marktforscher gehen davon aus, dass es in der Kategorie Smart-TVs auch zukünftig bergab gehen wird, da es an Bildschirmen mangle.

Bei den Anbietern smarter Produkte hatte Google im ersten Quartal 2020 die Nase vorn. Der Konzern lieferte mit 3,7 Millionen Einheiten um 3,8 Prozent mehr aus als ein Jahr zuvor. Den zweiten Platz sicherte sich Amazon mit 3,5 Millionen Auslieferungen. Was mit einem Wachstum von 23,9 Prozent um einiges mehr ist als im ersten Quartal 2019. Trotz weniger Auslieferungen (minus 15,6 Prozent) landete Samsung mit 2,4 Millionen ausgelieferten Einheiten auf Platz drei.

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