„Die Arlo-Kamera ist schon sehr gut“

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Astrid T. hat sich auf ihrer Mystery-Shopping-Tour durch die Onlineshops von sechs Anbietern gewühlt. Sie war auf der Suche nach einer Überwachungskamera, um ihre junge Katze im Auge zu behalten. Die meisten Onlinehändler rieten ihr zu einer Kamera im unteren Preissegment.

(Source: Unsplash)
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Astrid hat sich eine junge Katze zugelegt und die haben bekanntlich ziemlich viele Flausen im Kopf. Da die Mystery-Shopperin nicht den ganzen Tag zuhause sein kann, um ihr Büsi im Auge zu behalten, suchte sie im Internet nach einer Überwachungskamera fürs Wohnzimmer. Astrid wählte bei Digitec, Brack.ch, Interdiscount, Media Markt, Fust und ­Melectronics jeweils eine Kamera für weniger als 100 Franken und ein Modell im höheren Preissegment aus und fragte Folgendes bei den Händlern nach:

Welche der beiden Kameras sie ihr empfehlen würden.

Worin der Preisunterschied zwischen den beiden Modellen bestehe.

Ob die Kameras mit ihrem Smartphone (einem Galaxy S9 von Samsung) kompatibel seien.

Und ob sie dem System allenfalls noch weitere Kameras hinzufügen könne.

Digitec

Im Digitec-Onlineshop entschied sich Astrid für die Circle 2 von Logitech für 195 Franken und die Tapo C200 von TP-Link für 46.60 Franken. Nach 29 Stunden meldete sich Digitec bei der Mystery-Shopperin und teilte ihr mit, dass sie „bis zum nächsten Arbeitstag“ eine Antwort erhalten würde. Doch es dauerte sechs Tage. Digitec entschuldigte sich für die Verspätung und schrieb: „Wir haben in letzter Zeit sehr viele Anfragen erhalten, sodass es bei der Bearbeitung zu einigen Tagen Rückstand gekommen ist.“ Der Onlinehändler riet Astrid zur günstigeren Kamera von TP-Link. „Die Kamera kann im Innenraum verwendet werden und Sie können die App Tapo auf dem Handy herunterladen, um die Kamera zu steuern“, hiess es in der E-Mail. Ausserdem lies­sen sich mehrere Kameras miteinander verbinden. Zu As­trids Frage zum Preis der teureren Kamera schrieb Digitec: „Diese Kamera ist hauptsächlich für den Outdoor-Bereich gedacht und wurde auch speziell wasserdicht, sturmfest etc. entwickelt. Wir nehmen an, dass dies auch den Preisunterschied erklärt.“ Zusätzlich wurde Astrid darauf hingewiesen, dass die Logitech-Kamera mittlerweile ausverkauft sei und sie erhielt einen Link zum Nachfolgermodell.

Fust

Fust antwortete Astrid noch am Tag ihrer Anfrage. Genauer gesagt etwas mehr als sieben Stunden nach dem Ausfüllen des Kontaktformulars. Fust riet Astrid ebenfalls zum günstigeren Modell. Hier hatte sich die Mystery-Shopperin die DCS-8300LH von D-Link für 89.90 Franken und die Arlo Go Mobile HD für 339 Franken ausgesucht. „Die Arlo-Kamera ist für unterwegs auch geeignet. Somit kann man mit 3G/4G auf die Überwachungskamera zugreifen“, schrieb Fust. Damit begründete der Händler auch den Preisunterschied. Ausserdem sei die Arlo-Kamera qualitativ „schon sehr gut“. Laut Fust hat As­trid mit der Kamera von D-Link einen Cloud-Speicher sowie eine bessere Auflösung und einen besseren Winkel. Beide Kameras seien erweiterbar. Weiter wies man die Mystery-Shopperin darauf hin, dass das Modell von D-Link per WLAN angeschlossen werden müsse.

Melectronics

Melectronics liess Astrid am längsten warten. Nach neun Tagen meldete sich der Händler mit einer Entschuldigung und einer ausführlichen Antwort zurück. „Die ausserordentliche Situation und das nach wie vor überaus hohe Bestellvolumen in unseren Onlineshops haben unsere Systeme und Kapazitäten an ihre Grenzen gebracht.“ Auch ­Melectronics riet zur D-Link DCS-8300LH. Der Händler bot diese für 99.90 Franken an. Als teureres Modell hatte sich Astrid die Arlo Pro 2 für 279 Franken ausgesucht. ­Melectronic begründete den Preisunterschied damit, dass das Arlo-Modell über mehr Funktionen verfügt. Unter anderem nannte der Händler hier den intelligenten Sicherheitsalarm mit Remote-Zugriff, den lokalen Back-up-Speicher sowie die Wetterbeständigkeit des Geräts. Zu Astrids weiteren Fragen schrieb Melectronics: „Sie können für beide Artikel weitere Kameras kaufen und diese miteinander koppeln.“ Ausserdem solle sie im App Store prüfen, ob die Kameras mit ihrem Handy kompatibel seien. Weiter wies der Händler darauf hin, dass sich die Arlo Pro 2 mit Apple Homekit, Amazon Alexa und Google Assistant verwenden lasse. „Hier können Sie ebenfalls im App-Store prüfen, ob Ihr Gerät kompatibel ist.“

Interdiscount

Auch bei Interdiscount entschied sich Astrid für die Arlo Pro 2 (für 329.90 Franken) als teurere Kamera. Das günstigere Vergleichsmodell war die TP-Link Tapo C200 für 44.90 Franken. Die Antworten auf ihre Fragen erhielt die Mystery-Shopperin nach nur 24 Minuten. Interdiscount schrieb: „Gerade wenn Sie überlegen, in Zukunft noch zusätzliche Kameras dazuzukaufen, empfehlen wir Ihnen das System von Arlo.“ Der Hauptunterschied der Geräte liege in den Funktionen. Laut dem Händler lässt sich die Kamera drinnen und draussen einsetzen, benötigt kein Stromkabel und kann beliebig erweitert werden. „Zudem ist Arlo ein benutzerfreundliches und übersichtliches System, das bequem in jedes Heimnetzwerk integriert werden kann.“ Zusätzlich schickte Interdiscount Astrid einen Link, unter dem sie Informationen zu den Aboplänen von Arlo fand.

Brack.ch

„Wenn Sie keine Aufnahmen machen wollen, sondern lediglich das Live-Bild brauchen, genügt die DCS-9321L von D-Link“, beantwortete Brack.ch nach nur 40 Minuten As­trids Anfrage. „Wenn Sie auch Aufnahmen benötigen (ausgelöst durch Bewegung) so wäre Arlo eine bessere Wahl. Jedoch würden wir eine Nicht-4G-Lösung empfehlen, sofern bestehender Internetzugang vorhanden ist“, schrieb der Onlinehändler weiter. Als Vergleichsmodelle hatte sich die Mystery-Shopperin zur 51 Franken teuren D-Link-Kamera eine Arlo-Kamera (Modellbezeichnung 4G/LTE-Kamera Go HD) für 359 Franken ausgesucht. Beide Kameras sind laut Brack.ch mit Astrids Handy kompatibel. Der Händler informierte sie darüber, dass sich ins Arlo-System bis zu fünf Kameras integrieren liessen und dass die Anzahl der Geräte bei D-Link unlimitiert sei. Auf die Frage nach dem Preisunterschied antwortete Brack.ch: „Die Arlo 4G/LTE GO ist mit einem SIM-Kartenslot ausgerüstet und somit autonom auch ohne bestehendes WLAN und Internetanschluss erreichbar.“

Media Markt

Media Markt meldete sich nach sechseinhalb Stunden bei der Mystery-Shopperin und schrieb: „Für technische Produktauskünfte bitten wir Sie, direkt mit einem unserer stationären Media Märkte in Kontakt zu treten.“ Dazu schickte der Händler Astrid einen Link, der sie zu den Kontaktdaten der unterschiedlichen Filialen führen sollte. Als die Mystery-Shopperin auch nach mehrmaligem Probieren nur Fehlermeldungen erhielt, beschloss sie, die Anfrage nicht weiterzuverfolgen.

Fazit

Alle Händler gaben Astrid eine konkrete Produktempfehlung, ausser Media Markt. Dort sagte man Astrid, sie solle sich an eine Filiale in ihrer Nähe wenden. Während Fust, Interdiscount und Brack.ch der Mystery-Shopperin alle noch am selben Tag antworteten, liess Digitec Astrid insgesamt sieben Tage warten. Bei Melectronics musste sich die Mystery-Shopperin neun Tage lang gedulden. Die fünf Anbieter beantworteten Astrid alle Fragen und waren imstande, den Preisunterschied zwischen den von Astrid ausgewählten Kameras zu begründen. Vier der fünf Onlinehändler rieten Astrid zum günstigeren Modell, da dieses für ihre Bedürfnisse ausreichend sei. Im Grossen und Ganzen fühlte sich die Mystery-Shopperin gut beraten.

Webcode
DPF8_185272

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