Roboterstaubsauger

Mystery-Shopping: "Versuchen Sie es doch bei Fust!"

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Bruno T. hat sich einen Roboterstaubsauger gewünscht, der ihm das Staubsaugen abnehmen sollte. Der Handel hat einen klaren Favoriten, trotzdem riet er Bruno nicht immer zum neuen Modell. Der Mystery-Shopper war aus gutem Grund etwas frustriert.

Roomba i7+ von iRobot. (Source: iRobot)
Roomba i7+ von iRobot. (Source: iRobot)

Bruno T. ist das ständige Staubsaugen in seiner Wohnung leid. Er wünscht sich einen Roboterstaubsauger, der die Arbeit für ihn übernimmt und dabei einfach zu bedienen, aber gründlich beim Saugen ist. In Begleitung von "Elektro Heute" ging er auf Mystery-Shopping-Tour, die ihn zu Conforama, Media Markt, Jumbo, Fust und zu einem Haushaltsgeräte-Fachhändler führte.

Conforama

Bei Conforama sprach Bruno einen Verkäufer auf seine Suche an, der ihn daraufhin zu einem halben Dutzend Staubsaugerroboter verschiedener Marken führte. Bruno wollte wissen, welches Modell empfehlenswert sei, worauf der Verkäufer sagte: "Es gibt unzählige Roboterstaubsaugermodelle. Aber iRobot ist die klare Nummer eins." Die Situation sei dieselbe wie bei den beutellosen Staubsaugern von Dyson: Es gebe das Original und alles andere sei lediglich eine Kopie davon. Zwar seien die Kopien günstiger, hätten aber eine schlechtere Saugleistung. Bruno wollte wissen, worin sich die zwei ausgestellten iRobot-Modelle mit den Bezeichnungen Roomba E5 und Roomba 960 zu Preisen von rund 330 und 500 (statt 1000) Franken unterscheiden. Der Verkäufer antwortete, dass das teurere Modell eine App-Steuerung biete. Er wisse aber nicht, wie gut die App sei, weil er sie noch nicht ausprobiert habe. Er erwähnte ausserdem, dass die Vernetzungsmöglichkeit auch Nachteile biete. Schliesslich sei ein Gerät umso fehleranfälliger, je mehr Elektronik darin stecke, meinte er. Das Modell Roomba E5 hätten sie im Laden genutzt und seien sehr zufrieden mit dem Resultat gewesen. Lediglich ein Mal hätten sie den Sauger lange suchen müssen, als er ihnen entwischt und in der Sofaabteilung stecken geblieben sei. Bruno bedankte sich nach rund 4 Minuten Beratung und sagte, er wolle sich noch über die iRobot-App schlau machen.

Media Markt

Das tat Bruno aber nicht. Er ging weiter zu Media Markt, wo er wieder einen Verkäufer auf seine Suche ansprach und nach seinem Rat fragte. Auch dieser riet zum iRobot, diesmal zum Modell Roomba i7+ entweder mit oder ohne Entleerungsstation für rund 800 oder 1200 Franken. Mit der Station könne der Roboter über längere Zeit autonom arbeiten, das funktioniere einwandfrei, schwärmte der Verkäufer. Daraufhin erklärte er Funktionen der App und zeigte die Bürste des Saugers, die deutlich tiefer in den Teppich greifen könne als jene des Vorgängermodells. Auch dieser Verkäufer erwähnte, dass im Gerät viel Elektronik steckt, weshalb schnell etwas kaputt gehen könne. Für solche Fälle biete Media Markt eine Garantieverlängerung um drei Jahre an, sagte er. Bruno müsse dafür beim Modell Roomba i7+ zu den 1200 Franken nochmals rund 170 Franken bezahlen. Bruno bedankte sich nach gut 5 Minuten für die Beratung und sagte, er wolle sich den Kauf noch überlegen.

Jumbo

Bruno ging weiter zu Jumbo, wo er einen Verkäufer ansprach, der soeben die Beratung eines anderen Kunden beendet hatte. Der Verkäufer zeigte Bruno Roboterstaubsauger von Black+Decker und Kärcher für 300 und 650 Franken. Er riet zum günstigeren Modell mit der Begründung: "Kärcher ist sehr bekannt, aber es muss nicht immer Kärcher sein." Bruno wollte wissen, ob der mehr als doppelt so hohe Preis tatsächlich nur in der Marke begründet liege, worauf der Verkäufer entgegnete: "Beim Kärcher können Sie die Höhe anpassen, damit der Staubsauger über kleine Stufen gelangt. Darum kostet er auch viel mehr. Aber das ist eher für industrielle Zwecke von Vorteil und das brauchen Sie nicht." Eventuell sei der Motor noch etwas leistungsstärker, aber das werde er nicht merken. Der günstigere Staubsauger erfülle seinen Zweck vollkommen. Der Verkäufer zeigte anschliessend, wie das Gerät entleert wird und verabschiedete sich schliesslich nach knapp 3 Minuten.

Fust

Auf die kurze Beratung erhoffte sich Bruno ein ausführlicheres Gespräch bei Fust. Das bekam er. Ein Verkäufer begrüsste Bruno und zeigte ihm, angesprochen auf Roboterstaubsauger, das Modell Roomba 980 von iRobot für rund 550 Franken. Zwar gebe es etwa auch von Miele gute Modelle, doch sei iRobot auf Roboterstaubsauger spezialisiert und deshalb die klare Nummer eins, sagte der Verkäufer. iRobot bringe immer wieder neue Modelle mit einwandfreier Bedienung auf den Markt. Davon könne sich Bruno auch online von Tests überzeugen lassen. Bruno entgegnete, er komme lieber in den Laden, als online einzukaufen. Er wollte wissen, warum der Roomba 980 rund 700 Franken günstiger sei, als der i7+ des gleichen Herstellers, der rund 1250 Franken kostet. Der Verkäufer erklärte, dass ersteres ein zwei Jahre altes Modell sei, damals aber ebenfalls etwa 1200 Franken gekostet habe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei beim älteren Modell ausgezeichnet. Auch dieses könne Bruno per App bedienen. Das teurere Modell biete im Vergleich zudem eine Auffangstation, bei der sich der Sauger selbst entleere, den etwas besseren Akku und mehr Saugkraft. Aber für eine herkömmliche Wohnung sei der günstigere Sauger vollkommen ausreichend. Fust verkaufe mehr ältere Modelle, sagte der Verkäufer. Der Grund sei, dass die meisten Kunden nach ihrer Onlinerecherche vom Roomba 980 überzeugt seien. Der Verkäufer wies darauf hin, dass es auch Modelle anderer Hersteller, etwa aus China, gebe. Doch diese würden die Daten nicht verschlüsseln, was bei iRobot garantiert der Fall sei. Bruno bedankte sich nach über 5 Minuten Beratung und ging zum Haushaltsgeräte-Fachhändler.

Haushaltsgeräte-Fachhändler

Beim Fachhändler ging Bruno zum Kassentresen und fragte die Verkäuferin nach Roboterstaubsaugern. "Was suchen Sie?", fragte ihn die junge Verkäuferin offensichtlich völlig ahnungslos. Als er ihr erklärte, wonach er suchte, sagte sie schliesslich: "So etwas führen wir nicht, nur normale Staubsauger. Versuchen Sie es doch bei Fust."

Fazit

Bei Fust war Bruno bereits. Dort erhielt er auch die ausführlichste Beratung. Auch schien der Verkäufer über das meiste Wissen über Roboterstaubsauger zu verfügen. Wie der Fust-Verkäufer rieten auch die meisten anderen Verkäufer zum Modell von iRobot, der klare Favorit im Handel. Bruno beendete seine Tour trotz der versierten Beratung bei Fust etwas frustriert. Keiner der Verkäufer bot Bruno eine Vorführung an. So hätte er sich vielleicht von der Saugleistung oder der Lautstärke der Roboterstaubsauger überzeugen lassen. Weil er aber erstmals nach einem Roboterstaubsauger gesucht hatte, beurteilte er die Beratung nicht allzu streng und hoffte, dass es die Verkäufer beim nächsten Mal besser machen.

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