Smart Speaker

Mystery-Shopping: "Alexa fehlt. Wir haben hier nur so einen Echo"

Uhr | Aktualisiert

Astrid T. hat sich nach einem Jahr erneut auf die Suche nach einem Smart Speaker gemacht. Die Mystery-Shopperin hoffte, dass sich die Beratung im Handel in der Zwischenzeit verbessert hat. Falsch gedacht.

Astrid T. wünscht sich schon seit einem Jahr einen Smart Speaker. Die Mystery-Shopperin ist begeistert von den Möglichkeiten, die Amazons Alexa und all die anderen Sprachassistenten bieten. Sie will ihre Geräte im Haushalt per Sprachbefehl über den intelligenten Lautsprecher bedienen. Doch welches Gerät ist dafür am besten geeignet? Ihre erste Mystery-Shopping-Tour vor gut einem Jahr blieb erfolglos. Damals wussten die Verkäufer kaum Bescheid über Verfügbarkeiten und Möglichkeiten der Smart Speaker und waren zudem wenig angetan von der neuen Gerätekategorie. Manch einer wusste nicht einmal, dass die Speaker Bestandteil ihres Sortiments waren. Astrid war neugierig, was sich seither im Handel getan hat. Sie ging erneut in Begleitung von "CEtoday" auf die Suche nach einem Smart Speaker, die sie zu Interdiscount, Media Markt, Melectronics und Fust sowie zum Euronics- und EP-Fachhändler führte.

Interdiscount

Bei Astrids erster Station im Interdiscount ging sie auf einen Verkäufer zu, den sie nach Smart Speakern fragte. Er führte sie zu zig ausgestellten Lautsprechern. Das Modell von Sonos für rund 250 Franken sei smart, sagte er. Astrid wollte wissen, ob das Gerät empfehlenswert sei, worauf der Verkäufer sagte: "Das ist etwas vom Besten, was es gibt." Er ergänzte aber, dass die Sprachsteuerung von Sonos noch nicht funktioniere, sie könne die smarten Funktionen des Sonos-Lautsprechers deshalb nur in Kombination mit einem weiteren smarten Lautsprecher von Amazon nutzen. So erschien Astrid der Sonos-Speaker uninteressant, weshalb sie den Verkäufer nach einem Amazon-Gerät fragte. Weil er dieses aber nicht an Lager hatte, ging er mit ihr an einen Tresen, wo er im PC nachschauen wollte, ob er eines bestellen könne. Er zeigte ihr im Interdiscount-Onlineshop mehr als ein Dutzend Versionen von Amazons Speaker Echo, ohne die Unterschiede zu erklären. Er sagte lediglich: "Es gibt gros­se und noch grössere Speaker." Er wisse aber nicht, ob er ein Gerät bestellen könne, weil diese im Zentrallager nicht vorrätig seien. Er finde auch keinen Termin, wann er sie bestellen könne. "Wir wissen gar nichts. So etwas Spezielles können wir wohl nur für spezifische Kunden bestellen, weil es aus Deutschland kommt", sagte er. Er müsse sich per Mail bei der Zentrale erkundigen, wann er ein Gerät bekommen könnte, dafür müsse sich Astrid aber erst für ein bestimmtes Gerät entscheiden. "Es gibt ja eine so grosse Auswahl, da kann ich nicht irgendetwas bestellen", sagte er, ohne ihr weiterzuhelfen. Stattdessen bot er Astrid an, bei Media Markt im Onlineshop nachzuschauen, was Astrid aber dankend ablehnte. Sie verabschiedete sich nach gut 5 Minuten Beratung und hoffte auf mehr Hilfe im Media-Markt-Ladengeschäft.

Media Markt

Bei Media Markt sprach Astrid wiederum einen Verkäufer, der zwischen den Ladenregalen stand, auf Smart Speaker an. Auch dieser Verkäufer führte sie zu einem guten Dutzend ausgestellter Bluetooth-Speaker. Vor dem Regal stehend, schien er aber irritiert. Er schritt die ausgestellten Speaker ab und sagte: "Alexa fehlt. Wir haben hier nur so einen Echo. Aber schauen Sie doch online nach, dort finden Sie mehr!" Astrid bedankte sich, sie hätte dem Verkäufer gerne unter die Arme gegriffen und ihm gesagt, dass sie genau nach Echo suchte, dem Speaker von Amazon mit der Sprachassistentin Alexa, in der Hoffnung, eine Beratung zu erhalten. Doch für eine Beratung wäre dieser Verkäufer der Falsche gewesen, da war sie sich sicher.

Melectronics

Astrid ging weiter zu Melectronics, wo sich drei Verkäufer miteinander am Kassentresen unterhielten. Sie sprach einen von ihnen auf Smart Speaker an – und fragte offenbar genau den Richtigen. "Wir haben nur Google Home hier, Amazon Alexa könnte ich bestellen", sagte er und zeigte auf den smarten Speaker von Google für rund 190 Franken, der am Kassentresen stand. Astrid wollte wissen, was der Verkäufer empfehlen könne, worauf dieser zu schwärmen begann: "Eindeutig Google Home, damit können Sie so viele Dinge verbinden, den Fernseher, Hue-Lampen von Philips, Spotify oder Netflix. – Hey Google, spiel Musik ab!" Darauf begann der Speaker, die Spotify-Playlist des Verkäufers abzuspielen. Der Verkäufer sagte, dass er Google Home selbst zuhause nutze und befahl dem Speaker, die Lautstärke zu erhöhen und die Wetterprognose vorherzusagen. Anschliessend nahm er das Gerät in die Hand und sagte, dass der Ton deutlich besser sei als der von Amazons Echo. Zudem könne sie beim Echo noch nicht alle Funktionen nutzen. Er wisse auch nicht, wann dies möglich sein werde. "Wir warten seit zwei Jahren, aber nie gibt es Neuigkeiten zu Amazon Alexa." Astrid bedankte sich für die 3 Minuten kurze, aber enthusiastische und hilfreiche Beratung.

Fust

Astrid ging weiter zu Fust, wo sie von einem Verkäufer gleich beim Betreten der Filiale begrüsst wurde. Gefragt nach einem Smart Speaker sagte er: " Das müssen wir bestellen, wir haben nichts hier. Aber schauen Sie doch in unserem Webshop nach. Wenn Ihnen ein Gerät gefällt, bestellen wir es gerne für Sie." Astrid bedankte sich für den Rat, wollte aber nicht online kaufen. Sie ging weiter zum Fachhandel.

Euronics-Fachhändler

Im Euronics-Fachhandelsgeschäft ging Astrid auf einen Verkäufer zu, der ihr auf der Suche nach einem Smart Speaker aber nicht weiterhelfen konnte. "Ich habe nur zwei Speaker hier, aber die sind nicht smart. Ich wüsste nicht, wo ich so etwas herbekommen könnte", sagte er. Astrid bedankte sich und versuchte es bei EP.

EP-Fachhändler

Beim EP-Fachhändler wurde Astrid beim Eintreten von zwei Verkäufern begrüsst, beide telefonierten aber gerade. Sie wartete rund eine Minute, bis einer der beiden das Telefongespräch beendete und ihr Hilfe anbot. Doch auch er sagte über Smart Speaker: " Wir haben so viele Dinge von Samsung und Bose ausgestellt, aber so etwas haben wir nicht hier." Immerhin bot er ihr an, ein Gerät bestellen zu können. Dafür müsse Astrid aber wissen, welches es sein sollte. Astrid lehnte dankend ab und beendete die Mystery-Shopping-Tour.

Fazit

Astrid war enttäuscht. Wieder konnte ihr ausser bei Melec­tronics kein Verkäufer einen Smart Speaker vorführen. Aus­serdem herrscht bei dieser neuen Gerätekategorie immer noch verbreitet Ahnungslosigkeit. Dafür war sie aber umso glücklicher über den Besuch bei Melectronics, wo sie auf einen Verkäufer traf, der sie mit viel Enthusiasmus zu Google Home beraten konnte. Sie wird sich vorerst noch keinen Smart Speaker zulegen und nochmals auf Mystery-Shopping-Tour gehen, sobald Amazons Echo voll funktionsfähig in der Schweiz erhältlich sein wird. Sie hofft, dass sich auch der Handel bis dahin mehr Know-how angeeignet hat.

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