Vernetzt und verbunden

Das LED-Forum 2019 widmet sich dem Internet der Dinge

Uhr | Aktualisiert

Beim diesjährigen LED-Forum, das am 31. Januar in Basel stattfand, kamen Kenner der Lichtbranche aus der Schweiz und Deutschland zusammen. Im Fokus stand das Internet der Dinge. Weil Licht überall da ist, wo Menschen sind, könnte es in Sachen Vernetzung eine zentrale Rolle spielen.

Ingolf Bauer moderierte das LED-Forum (Source: Netzmedien)
Ingolf Bauer moderierte das LED-Forum (Source: Netzmedien)

Am 31. Januar 2019 fand in Basel die 9. Ausgabe des LED-Forum statt. Veranstalter ist der Fachverband Electrosuisse. Das Forum ist darauf ausgelegt, Menschen aus der Lichtbranche zu vernetzen und Know-how auszutauschen. Ziel sei es, einen Wissenstransfer stattfinden zu lassen. "Praxis kommt aus der Branche", so Patrick Collet, Product Manager der Fachtagung. Aufgrund des grossen Anklangs findet das LED-Forum neu in jährlichem Turnus, statt alle 2 Jahre statt.

Vernetzung und Konnektivität

Das LED-Forum stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des Internet der Dinge (IoT). Dass Dinge vernetzt seien, sei an sich nichts Neues, sagte Markus Weinberger von der Hochschule Aalen in seinem Vortrag. Doch in der Vergangenheit handelte es sich dabei meist um teure und grosse Dinge wie beispielsweise Flugzeuge. In Zukunft könnte die Technik jeden Alltagsgegenstand mit einem Sensor ausstatten und vernetzen.

Die Beleuchtung sei hierbei ein besonders interessantes Feld, knüpfte Tomasz Zareba von der Firma Zumtobel an Weinbergers Referat an. Theoretisch könnte man jede Leuchte mit einem Sensor ausstatten. Unternehmen könnten so ein effizientes Asset Tracking einführen, mit dem sie ihr Material orten und so ihre Logistik optimieren könnten. Zusätzlich würde das System für die Sicherheit der Mitarbeiter sorgen, die beispielsweise an einer gefährlichen Maschine arbeiten müssen.

Auch für Firmen, die nach dem Flex-Desk-Prinzip arbeiten, würde die Konnektivität der Leuchten Vorteile bringen. Die Mitarbeiter könnten so auf einen Blick sehen, welche Arbeitsplätze und Konferenzräume gerade frei seien.

Welch grosses Potenzial in der Vernetzung von Dingen und insbesondere von Leuchten liegt, betonte auch Thomas Möller von der Firma Steinel in seinem Beitrag. Lampen, die mit Sensoren ausgestattet sind, könnten Informationen erheben und diese dann mit dem ganzen Haus teilen. Ohne smarte Beleuchtung kann es laut Möller überhaupt keine Smart Houses und Building Intelligence geben.

Auch Richard Fix von Bosch unterstützte diese These. Lampen würden sich ausgezeichnet fürs Anbringen von Sensoren eignen, denn: "Wo Menschen sind, sind Lampen und wo Lampen sind, ist Strom."

Big Data und Datenschutz

Das Thema wirft auch die Frage nach der Datensicherheit auf. Zareba betonte, dass Zumtobel keine personenbezogenen Daten erhebe und es keine Schnittstelle zur Cloud gebe. Anders sieht es bei den SBB aus. Sie erheben Daten, die sie zur Prozessoptimierung verwenden. Dies sagte Jochen Decker, Leiter der Digitalisierung und Architektur bei den SBB, in seinem Vortrag.

Die Bundesbahnen stellen diese Daten aber auch Dritten zur Verfügung. Die Daten können von anderen verwendet werden, um neue Technologien zu entwickeln. So entwickelte beispielsweise ein Schweizer Start-up die neue SBB-App.

Podiumsdiskussion beim LED-Forum 2019 (Source: Netzmedien)

"Der Zeitgeist darf nicht ignoriert werden, sonst wird man von der Welle der Veränderung weggeschwemmt"

Abgesehen vom Internet der Dinge sei die Nachhaltigkeit ein relevantes Thema, meint Patrick Collet. Es sei zwar am Kaufverhalten der Konsumenten noch nicht abzulesen, aber dieser Trend werde sich in den nächsten 5 bis 10 Jahren sicher abzeichnen. Es sei wichtig, endlich einen sinnvolleren Umgang mit Ressourcen zu finden.

Diese Meinung vertrat auch Andreas Huber, Geschäftsführer des Club of Rome Deutschland, in seinem Vortrag. Es gehe dabei nicht um kognitive Entscheidungen, denn jeder wisse, wie schädlich unser Konsumverhalten für die Umwelt sei. Es gehe viel mehr um ein Umdenken. Ein neues Narrativ müsse her.

Dabei gebe es 2 Richtungen, die Produzenten und Konsumenten einschlagen könnten: die des "Veränderers" und die des "Verhinderers. Der Zeitgeist darf aber nicht ignoriert werden, sonst wird man von der Welle der Veränderung weggeschwemmt, anstatt auf ihr zu surfen".

Der Abbau seltener Erden, die für die Produktion von LED benötigt würden, geschehe in vielen Ländern unter menschenunwürdigen Bedingungen, fügte Michael Böhnel von Zumtobel im anschliessenden Podium an. Ohne diese seltenen Erden würde die Technik aber leider nicht auskommen. Deshalb sei es umso wichtiger, anständig zu rezyklieren.

Vortrag von Andreas Huber (Source: Netzmedien)

Blaulicht und Schlafhygiene

Ein weiterer Trend, der sich bereits letztes Jahr abzeichnete, ist das Human Centric Lighting (HCL). Das HCL nimmt Ansätze aus der Chronobiologie auf und setzt sie in Lichtlösungen um. Im Fokus steht hierbei, den Mensch in seinem natürlichen Rhythmus zu unterstützen.

Harry Schulenburg von der Firma Trilux sprach davon, wie schädlich ein hoher Blauanteil im Licht für die Schlafhygiene sei. Durch einen hohen Blauanteil senke sich der Melatoninspiegel und der Schlafrhythmus werde gestört. Daher sei es wichtig, bei Geräten wie Smartphones und Tablets einen Nightshift-Modus zu aktivieren. Firmen wie die Trilux oder die KNX arbeiten an Lichtlösungen, die für den Menschen besonders gesund und effizienzsteigernd sein sollen. Mehr zum Thema HCL und zum LED-Forum 2018 lesen Sie hier.

Jubiläum 2020

Im kommenden Jahr feiert das LED-Forum sein 10-jähriges Jubiläum. Es werde 2 neue Formate geben: Mit dem Call for Paper erhalten Besucher die Möglichkeit, Themen einzureichen und sie zu präsentieren. Das Bar Camp ist ein interaktiver Workshop und bietet die Möglichkeit, aktiv am persönlichen Netzwerk zu arbeiten und sich je nach Interessensgebiet in verschiedene Themen weiter zu vertiefen.

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DPF8_124032

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