Human Centric Lighting

LED-Forum 2018 stellt den Menschen ins Zentrum

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Electrosuisse und die Hochschule Luzern haben am Dienstag ans LED-Forum 2018 nach Basel geladen. Im Zentrum stand das Thema Human Centric Lighting. Gäste erfuhren, was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie man damit in der Praxis umgeht.

(Source: Netzmedien)
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Am Dienstag haben Electrosuisse und die Hochschule Luzern rund 700 Lichtinteressierte nach Basel zum LED-Forum 2018 geladen. Im Zentrum stand Human Centric Lighting (HCL). Ein Konzept, bei dem sich das Licht möglichst optimal an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen soll. Referent Mathias Wambsganss nannte HCL ein "riesiges Thema" für die Branche. Derzeit sei die Anzahl Projekte in der Schweiz allerdings noch im niedrigen einstelligen Bereich.

Tran Quoc Khan von der Technischen Universität Darmstadt erinnerte an die demografische Entwicklung. Da die Menschen immer älter würden und auch länger arbeiteten, müsse die Bürobeleuchtung an diese Entwicklung angepasst werden. So bräuchten ältere Menschen eine um den Faktor 2 hellere Beleuchtung am Arbeitsplatz um konzentriert arbeiten zu können.

Die Workshopleiterin Sabine de Schutter hielt die Keynote des Forums. Die Belgierin sprach über ihre Erfahrungen als Co-Veranstalterin von Lichtfestivals. So könnten mit Licht nicht nur besondere Atmosphären geschaffen werden. Licht schaffe auch Identität und bringe die Menschen zusammen.

Sabine de Schutter hielt die Keynote des Forums. (Source: Netzmedien)

An der Podiumsdiskussion waren sich die Teilnehmer einig, dass bei HCL der Nutzer im Vordergrund stehen und er vollständig informiert sein müsse. Damit HCL vom Nutzer akzeptiert werde, müsse Komplexität abgebaut werden. Den Service bei der Beleuchtung könne in Zukunft etwa der Facility Manager aber auch ein neuer Player übernehmen. "Der Elektroplaner hat keine Scheu vor IT-Planung", sagte Volker Barth, Product Manager Controls beim Lampenhersteller Tridonic.

Volker Barth, Product Manager Controls bei Tridonic. (Source: Netzmedien)

Auch Andreas Steinert, CEO von Osram Lighting Services, sieht Herausforderungen auf die Branche zukommen. Als grösste Herausforderung nannte er den verkürzten Innovationszyklus auf wenige Monate. Die Wissensvermittlung scheint daher elementar. Steinert sieht aber grosses Potenzial mit HCL und zählte anhand verschiedener Studien auf, welche Erfolge sich mit biologisch wirksamem Licht etwa in der Hotel- und Wellnessanwendung oder am Arbeitsplatz erzielen liessen.

Andreas Steinert, CEO von Osram Lighting Services. (Source: Netzmedien)

Stefan Gasser, Geschäftsführer von Elight, klärte über die seit vergangenem Mai neue Energieverordnung "SIA 387/4 Elektrizität im Gebäude: Beleuchtung" auf. Sie ersetzt die Verordnung SIA 380/4 und bildet die Basis für den Minergiestandard, die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKen) und die Förderprogramme des Bundes. Gasser entwickelte die rund 60-seitige neue Verordnung mit. Neu betreffe sie nur noch die Beleuchtung und sei an die LED-Technik angepasst. Laut Gasser wurde die neue Norm vereinfacht, präzisiert und verschärft.

Das LED-Forum soll auch nächstes Jahr wieder stattfinden. Laut Björn Schrader, Leiter Licht an der Hochschule Luzern, sei aber noch unklar in welcher Form, da die Veranstalter vom Erfolg der Veranstaltung überrascht worden seien.

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