Kein Fortschritt ohne Disruption

IFA 2018: Zuversicht, ein Brotbackautomat und ein Smartspeaker

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Am Freitag startet die IFA 2018. Die Messeveranstalter haben an einer Pressekonferenz über die diesjährigen Trends und Marktentwicklungen gesprochen. Ausserdem zeigte Panasonic zwei IFA-Neuheiten: eine Brotbackmaschine und einen neuen Technics-Smartspeaker.

Am Freitag startet die IFA 2018. Wie üblich haben die Messeveranstalter GfU und Messe Berlin zwei Tage vor Pressebeginn zur Opening Press Conference gerufen und über die diesjährige IFA informiert. Die Messe sei ausgebucht, sagte Messe-Berlin-CEO Christian Göke. Mit 1814 Ausstellern seien so viele wie noch nie an der IFA vertreten. Der Start-up-Hub IFA Next sei doppelt so gross wie zur Premiere im vergangenes Jahr. Neu ist die Fachtagung Automotive Shift, die in Zusammenarbeit mit dem Autosalon Genf (Geneva Motor Show) am 4. September startet.

Göke sprach von einer wirtschaftlich schwierigen Zeit für die CE-Branche. 2018 sei das Jahr der Disruption, innovative Technologien würden andere obsolet machen. Doch Göke sieht das positiv: "Ohne Disruption gibt es keinen Fortschritt." Für Innovation müssten neue Partnerschaften geknüpft werden, Co-Innovation nennt das Göke. Er sagt: "Co-Innovation steht für ein neues Mindset, denn die IFA ist in diesem Jahr mehr denn je dadurch geprägt, dass unterschiedliche Branchen mit speziellem Fachwissen ihre Visionen teilen, diskutieren und weiterentwickeln. Kaum ein Unternehmen kann heute permanent neue Innovationen hervorbringen ohne Partner, Allianzen oder offene Ökosysteme."

 

Stabiler CE-Markt

Hans-Joachim Kamp, Vorstandsvorsitzender der GfU, nannte Zahlen zum globalen CE-Markt. Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze weltweit um 1 Prozent auf 374 Milliarden Euro, für das Gesamtjahr erwartet Kamp einen Umsatz in Höhe von 854 Milliarden. Das sind 0,8 Prozent mehr als 2017, als der Markt noch leicht um 0,6 Prozent zurückging. Für den europäischen Markt erwartet Kamp das grösste Wachstum aller Weltregionen mit plus 4 Prozent. Angesichts dessen sprach Kamp von einer stabilen Marktsituation.

Stabil ist auch der weltweite TV-Markt, der von Januar bis Juni bei den Stückzahlen um 7 Prozent auf 238 Millionen zulegte. In Europa war das Wachstum mit 5 Prozent leicht schwächer. OLED-TVs machten laut Kamp im ersten Halbjahr erst 1 Prozent aller verkauften Geräte aus. Der Anteil nehme in Zukunft aber stark zu. Auch den Smartphone-Markt hält Kamp für stabil, obwohl die Verkäufe im ersten Halbjahr um 1 Prozent zurückgingen. Für das Gesamtjahr erwartet Kamp Stagnation. Stärker sei das Wachstum im Wearables-Markt, der im ersten Halbjahr um 6 Prozent und im Gesamtjahr um 5 Prozent ansteigen soll.

 

10 Jahre Hausgeräte an der IFA

Die grössten Trends dieser IFA sind laut Kamp Sprachsteuerung und Künstliche Intelligenz, sowohl bei Consumer Electronics als auch Home Appliances. Reinhard Zinkann vom deutschen Hausgeräte-Branchenverband ZVEI sieht das auch so. Als weitere Trends bei Small Domestic Appliances also Elektrokleingeräten nannte er Design, Lifestyle und Health/Well-Being. Bei Major Domestic Appliances (Elektrogrossgeräten) kämen als weitere Trends die Energieeffizienz und Multifunktions-Geräte/Built-in-Lösungen dazu. Hausgeräte feiern ihr zehnjähriges Bestehen an der IFA, seit 2008 verdreifachte sich die Ausstellerzahl. Zinkann verspricht viele Neuheiten zur Messe.

 

Panasonic zeigt Konzepte und kaum Neuheiten

Im Anschluss an die IFA Opening Press Conference rief Panasonic zur Pressekonferenz. Die Japaner feiern dieses Jahr 100. Geburtstag. Panasonic-Chef Laurent Abadie schwadronierte zu Beginn der Konferenz wie schon in den Jahren zuvor über Panasonics Smart-City-Pläne. Panasonics Fokus sei Connectivity. Mit Vodafone partnert Panasonic für Low-Power-Wireless-Netzwerkprotokolle im IoT. Abadie sprach auch über intelligente Strassenbeleuchtung, die Energie sparen und Passanten mit Services wie einem Wetterdienst unterhalten soll. Ausserdem sei Panasonic an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos dran, 2030 sollen die zum alltäglichen Strassenbild gehören. Zudem durfte auch Panasonics Hyperloop-Engagement mit der Universität München im Referat nicht fehlen.

 

Ein Brotbackautomat und ein Technics-Smartspeaker

Michiko Ogawa, Vice President und CTO von Panasonic Appliances, blickte auf das 100-jährige Bestehen von Panasonic zurück und stellte zwei neue Produkte vor. Die Brotbackmaschine Croustina ZP2000, die in Europa produziert werde und ab nächstem Monat erhältlich sei.

Als weitere Neuheit präsentierte Ogawa den Technics-Smartspeaker Ottava s sc-c50, der auf den letztjährigen Ottava F folgt, viele Vernetzungsmöglichkeiten biete und schon bald erhältlich sein soll.

Für TVs kündigte sie die Verfügbarkeit von HDR10+ an; dank eines Firmware-Upgrades auch für viele bereits erhältliche 2018er-TVs. Panasonic zeige an der IFA viele Geräte wie TVs und Blu-ray-Player, die Sprachsteuerung unterstützten. Weitere Geräte sollen später dazu kommen. Ausserdem ist Panasonic laut Ogawa der erste TV-Hersteller, der das Digitalstrom-System unterstützt.

An früheren IFA-Pressekonferenzen zeigte Panasonic mehr Neuheiten. Panasonics Schweiz-Chef Urs Fischer bestätigt, dass dieses Jahr vor allem Konzepte im Fokus standen. Das Unternehmen habe auch viele Neuheiten schon Anfang Jahr an der Panasonic Convention vorgestellt. Was Panasonic dort im Februar zeigte lesen Sie hier.

Der Handel solle an der IFA nun dafür sensibilisiert werden, zu erkennen, was die verschiedenen Geräte im Zusammenspiel zu leisten vermögen, statt ein Produkt isoliert zu verkaufen.

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