Smarthome-News

Die Drei-Klassen-Branche

Uhr | Aktualisiert

Die Branche spricht, beziehungsweise jammert nach wie vor zu viel über irrelevante Dinge. Es täte ihr gut, sich positiver zum Thema Smarthome zu äussern und vor allem ihre Ressourcen an den richtigen Orten einzusetzen.

(Source: DrAfter123 / iStock.com)
(Source: DrAfter123 / iStock.com)

Um den Smarthome-Markt buhlen heute viele Hersteller. Den Überblick über alle Systeme zu behalten, wird immer schwieriger. Das ist der Beweis, dass Smarthomes ausgereift sind und ein riesiger Markt dafür entstanden ist. Doch wo liegt das Potenzial für Hersteller und Systemanbieter?

Um das Potenzial zu erkennen, teilen wir die möglichen Partnerfirmen in drei Gruppen ein: Die "Grünen", die schon im Bereich Smarthome arbeiten, die "Orangen", die in den Anfängen stecken, und die kleine Gruppe der "Roten", der Smarthome-Resistenten. Auf welche Zielgruppe verwenden wir nun unsere Energie?

 

Die Resistenten

Über diese Gruppe wird in der Branche noch zu viel debattiert. Es sind Firmen, die sich nicht weiterentwickelt haben, die mit Smarthome-Systemen immer noch nichts anfangen können und ihren Kunden mit dem Argument "zu teuer" oder "unnötig" davon abraten. Angesichts des technischen Fortschritts und der Entwicklung, die in den nächsten Jahren auf uns zukommt, eine schlechte Strategie.

Diese Gruppe ist für die Weiterentwicklung des Smart­homes nicht relevant und stellt für Smarthome-Anbieter kein wirtschaftliches Potenzial dar. Es ist zwecklos zu versuchen, ihr Smarthomes schmackhaft zu machen. Sie kann, böse gesagt, mit den Dinosauriern verglichen werden. Auch diese hatten sich an ihr Ökosystem angepasst und wurden gross und mächtig. Als sich die Lebensbedingungen veränderten, waren sie jedoch zu träge, um zu reagieren und starben aus. Nur wenige kleine, wendige überlebten. An der letzten Ineltec begegneten mir nur noch vereinzelt Dinosaurier. Sie müssen mehr und mehr damit leben, dass sich niemand mehr um sie kümmert. Die Mehrheit der Ineltec-Besucher war offen für vernetzte Technologien, auch für das Smarthome. Aus meiner Sicht eine grosse Steigerung im Vergleich zu früheren Messen.

 

Die "Jetzt wird es aber Zeit"-Gruppe

Zu den "Orangen" gehören vor allem Firmen, die sich bisher nur zögerlich mit dem Smarthome auseinandergesetzt haben. Sie waren nicht per se dagegen, aber auch nicht sicher, in welche Richtung sich der Smarthome-Markt entwickeln würde. Auch verfügen sie noch nicht über die nötige Ausbildung, sei es im Bereich Netzwerke und IP, Automation, Klimasteuerung oder Smart Metering, die in einem Smarthome alle zusammenspielen.

Solche Unternehmen brauchen eine Strategie und vor allem Zeit und Ressourcen, wollen sie sich mit dem Smarthome auseinandersetzen. Sie müssen entweder neues Personal rekrutieren oder das bestehende an Schulungen schicken. Das kann bedeuten, das Tagesgeschäft vorübergehend mit weniger Intensität zu verfolgen und die Komfortzone zu verlassen. Die Zielgruppe der «Orangen» stellt für Hersteller und Entwickler von Systemen oder Standards ein grosses Kundenpotenzial dar und sollte stärker in ihrem Fokus stehen als die "Roten". Sie wird mittelfristig auf ein System aufspringen. Hat sie sich entschieden, bleibt sie meistens dabei. Sie ist auch sehr empfänglich für Werbung der Gros­sen wie Google und Apple, denn sie sucht einfache, günstige Systeme, deren Konfiguration rasch zu erlernen ist. Ihr ist vor allem zu Beginn der Preis der Systeme wichtig. Erst mit der Zeit und der Erfahrung erkennt sie, wie wichtig Qualität, Verfügbarkeit der Produkte und Support sind.

 

Die Profis und Semiprofis

Die "Grünen" setzen seit Jahren Smarthome-Technologien ein und haben sich ein hervorragendes Know-how angeeignet. Sie beraten Endkunden kompetent, der Preis ist nie ein Argument, etwas nicht zu tun, sondern bestimmt nur den Umfang der Anlage. Diese Firmen konnten ihren Umsatz in den letzten fünf Jahren verdoppeln. Früher waren sie in der Minderheit, aber inzwischen ist ihr Kreis stark gewachsen. Doch auch Profis und Semiprofis müssen sich ständig weiterbilden. Sonst laufen ihnen junge, innovative Unternehmen mittelfristig den Rang ab, und sie könnten zu Dinosauriern werden, einfach auf höherem Niveau.

Um die anfängliche Frage zu beantworten, in welche Gruppe es sich zu investieren lohnt: Lassen Sie die "Roten" links liegen, umwerben Sie die "Orangen" heftig und bleiben Sie bei den "Grünen" stets am Ball!

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