Von der CES nach Schlieren

Digitalstrom veranstaltet symbolträchtige Premiere

Uhr | Aktualisiert

Digitalstrom will die Gestensteuerung ins Smart Home bringen. Der deutsch-schweizerische Hersteller hat in Schlieren seine Highlights der CES 2015 vorgestellt.

Digitalstrom hat gestern in seinem Showroom am Hauptsitz in Schlieren seine CES-Neuheiten vorgestellt. Der deutsch-schweizerische Smart-Home-Anbieter nahm als Mitglied des deutschen BMWi-Gemeinschafsstands erstmals an der Show in Las Vegas teil. Mithilfe von bereits verfügbaren Geräten und Produkten zeigte Digitalstrom einen Einblick in das Smart Home der Zukunft, wie CEO Martin Vesper erklärte.

Technologische Grundlage von Digitalstroms Smart-Home-Lösung bildet eine chipbasierte Lüsterklemme, die alle möglichen elektrischen Geräte im Haushalt vernetzt. Vesper sieht das System im Vorteil gegenüber anderen Lösungen, weil es leitungsgebunden und dadurch zuverlässiger sei. Die Kommunikation läuft über die bestehenden Stromleitungen. Ganz anders als in den USA, wo das Smart-Home-Thema laut eigener Aussage schon viel weiter vorgeschritten ist, setzen die meisten Anbieter auf Kommunikation über Funk. Weil diese aber etwa in Asien oft Probleme bereite, sieht Vesper einen USP für Digitalstrom und will seine Fühler nach dem asiatischen Markt ausstrecken. Darüber wollte Vesper die internationalen Besucher der CES informieren.

Zusätzliches Energiesparpotenzial.

Dank offener Schnittstellen lässt sich das Digitalstrom-System jederzeit um neue Anwendungen erweitern, wie Vesper versichert. An der CES zeigte Digitalstrom etwa erstmals die vollständige Integration der lernfähigen Thermostate von Google Nest. Dadurch erweitert sich deren Funktionsumfang für übergeordnete Szenarien. So kann der Bewohner sein Smart Home in Verbindung mit dem Google-Produkt nicht nur von unterwegs kühlen. Das Smart-Home-System steuert neben der Heizung und Klimaanlage auch die Jalousien, was für zusätzliche Energieeffizienz im vernetzten Zuhause sorge. Martin Vesper schätzte das Einsparpotenzial auf rund 15 bis 20 Prozent ein.

Zudem demonstrierte Digitalstrom als weitere Europa-Premiere ein neues Bedienkonzept auf Basis von Microsofts bereits erhältlicher Gestensteuerung Kinect. Die Kamera erfasst mittels Sensoren die Bewegungen von Personen. Dadurch können Xbox-Spieler anstelle des herkömmlichen Gamepads allein durch Bewegungen beispielsweise Rennen fahren oder Fitnessübungen machen. Diese Art der Bedienung will Digitalstrom für sein Smart-Home-System nutzen.

Alles mit allem steuern

Der neue Ansatz ermöglicht laut eigener Aussage, dass zukünftig alle Oberflächen in einem Haus dazu verwendet werden können, um Anwendungen und Geräte im Haus zu steuern. Martin Vesper demonstrierte etwa, wie die Kamera Symbole erkennt, die als Stellvertreter für Befehle stehen. Weil das Smart Home durch die Integration mit Kinect auch Gesten erkennt, führte es die im Vorhinein bestimmten Befehle aus, sobald Vesper eines der Symbole berührte.

Die Möglichkeiten der Gesten- und Sprachsteuerung scheinen fast unbegrenzt. Vesper zeigte als Beispiel einen Kochtopf, der mit Wasser gefüllt wurde, sobald er unter den Hahn gehalten wurde. Dabei erfasste Kinect die Geste, worauf das Smart Home den Kochtopf automatisch mit der exakt benötigten Wassermenge füllte. Vesper sieht insbesondere im altersgerechten Wohnen grosses Potenzial für das Bedienkonzept.

Multi-Room-Türklingel

An der CES informierte Digitalstrom aber auch über seinen aktuellen Sachstand verschiedener Smart-Home-Anwendungen wie etwa die seit letztem Herbst integrierte smarte Dusche, einen intelligenten Waserkocher, die intelligente Hue-Leuchten von Philips oder das Wireless-Multiroom-System von Raumfeld. Letzteres lässt beispielsweise die Türklingel über alle Lautsprecher erklingen, sobald jemand geläutet hat. Es kann aber auch als Signalgeber bei Gefahren fungieren, etwa beim Feueralarm.

Sascha Mallah, Director Sales & Marketing von Raumfeld, erklärt in einer Mitteilung: "Wir glauben, dass Streaming im Audio-Bereich die Zukunft gehört. Mit dem Vorstoss in den Bereich Smart Home erschliessen wir für uns völlig neue Anwendungsbereiche und sind auch für zukünftige Entwicklungen im Kontext von Audio und Smart Living gut aufgestellt."

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