Podium

Die Trends im Haushaltsgrossgeräte-Markt

Uhr | Aktualisiert

Wie entwickelt sich der Schweizer Haushaltsgrossgeräte-Markt, und was sind die Technologietrends? Die Redaktion fragte Hersteller nach ihrer Markteinschätzung. Es antworteten Vertreter von Bauknecht, Electrolux, Miele und V-Zug.

Podium mit Peter Barandun, CEO Elektrolux

Welche Entwicklung erwarten Sie im Schweizer Haushaltsgrossgeräte-Markt im zweiten Halbjahr und 2019?

Peter Barandun: Wir erwarten eine gleichbleibend gute Konjunktur in der Haushaltsgrossgeräte-Branche. Insbesondere die Küche wird immer mehr als Lebensraum genutzt und ist das Herzstück eines Hauses oder einer Wohnung. Die Aufwertung dieses Lebensraums gewinnt also immer mehr an Bedeutung und das zeigt sich auch am Markt. Mit unserem neuen Einbau- Küchengeräte-Sortiment Millennium haben wir diesen März den IF Gold Award gewonnen. Das edle Design aller Produkte – Steamer, Geschirrspüler, Kochfelder, Kühlschränke und Dunstabzugshauben - ist in diesem Sortiment

einheitlich und optimal aufeinander abgestimmt. Es wird von Glas dominiert; eleganter, gebürsteter Edelstahl setzt gekonnt Akzente. Die Aufwertung der Küche vom Arbeits- zum Lebensraum gelingt damit also perfekt.

Was sind die Technologietrends bei Haushaltsgrossgeräten?

Bei allen Geräten muss klar das Konsumentenerlebnis im Vordergrund stehen. Komfort, Flexibilität und Nachhaltigkeit sind gefragt. So bietet Electrolux mit dem ComfortLift den ersten Geschirrspüler am Markt, bei dem der Unterkorb sanft auf eine bequeme Arbeitshöhe angehoben werden kann. Einfaches Be- und Entladen sind damit leicht gemacht. So komfortabel war Geschirrspülen noch nie! Unsere Steamer werden über einen berührungssensitiven, hochwertigen, Drehwähler, so wie er auch in der Automobilindustrie bekannt ist, gesteuert. Es gibt keine anderen überflüssigen Tasten; das ermöglicht eine einfach und schnelle Menüwahl.

Die SilenceBoost Funktion bei unseren Dunstabzugshauben ist eine weitere grossartige neue Technologie. Sie reduziert das Geräusch bei voller Leistung um die Hälfte. Damit können Sie ab jetzt nicht mehr der Dunstabzugshaube, sondern den Gesprächen ihrer Lieben lauschen. Die Dunstabzugshaube kommuniziert ausserdem direkt mit dem Kochfeld. Dank Hob2Hood schaltet sie sich so bei Benutzung des Kochfelds automatisch ein - und wieder aus. Flexibilität wird bei unseren Kochfeldern und Kühlschränken gross geschrieben. Zwei Kochzonen lassen sich nach Bedarf zu einer grossen verbinden. Die CustomFlex Türe unserer Kühlschränke ist so flexibel wie Ihre Einkaufsliste lang ist. Je nach Bedarf stehen Ihnen verschieden grosse Behälter zur Verfügung, deren Anordnung Sie einfach und so

häufig Sie mögen verändern können. Nutzen Sie den Platz in Ihrer Kühlschranktür immer wieder anders! Flexibel auf Ihre Bedürfnisse reagieren auch unsere neuen Waschmaschinen und Wäschetrockner mit Connectivity. Die Geräte sind per App mit dem Telefon oder dem Tablet verbunden. Je nach Gewebe und Fleckenauswahl per App, wählt das Gerät genau das optimale Programm für sorgfältige Wäschepflege. Das gesamte Wäschetrockner Sortiment ist mit dem super USP ausgerüstet welches die Oberfläche der Outdoorbekleidung aktiviert. Zudem müssen alle Haushaltsgrossgeräte Bestwerte in Energie- und Wasserverbrauch aufweisen; erfüllen sie bloss die Mindestanforderungen, sind sie nur schwer verkäuflich. Der schonende Umgang mit Ressourcen aus Respekt vor der

Umwelt ist für uns aber sowieso eine Selbstverständlichkeit. Das ist also ein Trend, den wir besonders begrüssen!

Wie ist der Handel für Haushaltsgrossgeräte aufgestellt?

Dem Konsumenten stehen hier eine grosse Bandbreite an Möglichkeiten im Offline- und Onlinebereich zur Verfügung. Fachkundige Beratung und ein hervorragendes Service sind dabei in jedem Fall unerlässlich. Wir sind stolz auf unsere langjährigen Partnerschaften und darauf, dass Electrolux Produkte unsere Kunden und Konsumenten gleichermassen begeistern. Der Handel in der Schweiz ist sehr stark fragmentiert, diese welche Geräte unserer Marke verkaufen müssen gewisse Qualitätskriterien erfüllen, was wiederum dem Endkunden eine Sicherheit gibt die Qualität, auch bei den Dienstleistungen zu erhalten welche er erwartet.

Was raten Sie dem Handel?

Konsumenten von heute sind gut informiert. Jedes Handelsformat – egal ob Offline oder Online - bietet unterschiedliche Möglichkeiten. Für alle gilt es ein hervorragendes Erlebnis für den Konsumenten zu schaffen. Das startet bei einer hochwertigen, ansprechenden Produktpräsentation und geht über informative Beratung, bis zu einem erstklassigen Service - auch nach dem Kauf. Wir unterstützen unsere Partner bei jedem dieser Schritte. Unsere Fachberatung steht mit Rat und Tat in unseren zehn Schweizer "Taste Galleries“ bereit. Dort können alle unsere Produkte live besichtigt und bei Produktdemonstrationen und Kochkursen ausprobiert werden. Man muss am Puls der Zeit bleiben. Revolutionäre Technologien wollen entdeckt und erlebt werden.

Podium mit Rico Fallegger, Geschäftsführer Miele

Welche Entwicklung erwarten Sie im Schweizer Haushaltsgrossgeräte-Markt im zweiten Halbjahr und 2019?

Rico Fallegger: Wir sehen positiv in die Zukunft. Generell sind wir auf dem richtigen Weg, um bei Umsatz, Stückzahlen und Marktanteilen auch in Zukunft weiterhin zu wachsen. Für den Schweizer Markt rechnen wir im zweiten Halbjahr 2018 und darüber hinaus aufgrund der weiterhin starken Bautätigkeiten im Bereich Neu-, Umbau und Renovation mit einem leichten Marktwachstum im Absatz und Umsatz.

Was sind die Technologietrends bei Haushaltsgrossgeräten?

Der digitale Fortschritt wird unser Wohnen und Leben weiter verändern. Das intelligente Haus und damit die Vernetzung der Hausgeräte sind bereits Realität. Einneuer Markt entsteht und Miele ist in einer führenden Position, diese Chance zu nutzen. Nebst der Digitalisierung spielen aber Themen wie Innovationskraft und Qualität weiterhin eine zentrale Rolle für den Konsumenten. Der Kunde wünscht sich Geräte, auf die er sich langfristig verlassen kann. Daher sind alle unsere Miele Produkte auf eine Betriebsdauer von 20 Jahren getestet.

Wie ist der Handel für Haushaltsgrossgeräte aufgestellt?

Der Fachhandel bleibt für Miele und Schweizer Kunden weiterhin der wichtigste Partner für den Verkauf von Haushaltsgrossgeräten und ist das wichtigste Bindeglied in der Omni-Channel-Kette. Ich denke der Schweizer Handel ist sehr gut aufgestellt, Offline und Online. Haushaltsgrossgeräte werden nicht von einem Tag auf den anderen gekauft, sondern bedürfen einer eingehenden Beratung. Die Ausstattung einer Küche oder einer Waschküche ist eine sehr individuelle Angelegenheit und will gut überlegt sein, deshalb spielt der Fachhändler auch in Zukunft eine zentrale Rolle.

Was raten Sie dem Handel?

Expertenwissen, Flexibilität und eine perfekte, schnelle und persönliche Problemlösung: Dies erachtet der Kunde als selbstverständlich. Hinzu kommt, dass sich das Konsumentenverhalten verändert. Kunden möchte sich online informieren und beim Fachhändler kaufen, oder umgekehrt. Das bedeutet für den Fachhändler sich laufend weiterzuentwickeln und sein Geschäftsmodell anzupassen um die Kunden am richtigen Ort abzuholen. Informationen zum Fachhändler, zu Serviceleistungen und zu Produkten sollten überall, schnell und unkompliziert verfügbar sein, egal, ob der Kunde gerade beim Fachhändler vor Ort ist, mit dem Smartphone Informationen sucht oder zu Hause am Labtop im Internet surft.

Podium mit Sandy Opplinger, CEO Bauknecht

Welche Entwicklung erwarten Sie im Schweizer Haushaltgeräte-Markt* im zweiten Halbjahr und 2019?

Sandy Opplinger: Der Markt der Haushaltgeräte wandelt sich seit einigen Jahren, sowohl in der Schweiz als auch weltweit. Das erleben wir als Teil des Whirlpool Konzerns, der seit Jahren zu den weltweit führenden Herstellern von Haushaltgeräten gehört. In der Schweiz beobachten wir eine weiterhin robuste Entwicklung der Baubranche. Das bedeutet, der Markt für freistehende Geräte sowie für Einbaugeräte bleibt insgesamt wachsend. Durch den Bauboom in der Schweiz ist das Risiko für Leerstände gestiegen. Es gibt eine Verschiebung von Neubauten hin zu Renovationen von bestehenden Wohngebäuden. Einerseits bleibt der Bedarf in Ballungszentren nach günstigen Wohnungen hoch, und anderseits wird durch die aktuell günstige Zinspolitik vermehrt in Eigenheim investiert. Diese Entwicklung wirkt sich auch positiv auf die Nachfrage nach Küchen-Einbaugeräten aus: Auf der einen Seiten werden praktische und preiswerte Geräte verlangt und auf der anderen Seite wird grossen Wert auf Qualität und Service gelegt.

Was sind die Technologietrends bei Haushaltgeräten?

Grundsätzlich liegt alles im Trend, was dem Endkonsumenten einen Mehrwert bringt: Ein Gerät, das schneller, einfacher zu bedienen oder günstiger ist als ein traditionelles Gerät. Ein Gerät, das individuell an Kundenwünsche angepasst werden kann. Ein Gerät, das so den Menschen mehr Zeit für Freizeit schenkt. Ein weit etablierter Trend bei Haushaltgeräten ist die Nachhaltigkeit, alles, was über das gesetzliche Minimum geht. Ein Punkt der auch für die Whirlpool Gruppe und somit Bauknecht Schweiz sehr wichtig ist. Whirlpool hat sich zum Ziel gesetzt bis 2025 die Emissionen sowohl in der Produktion als auch beim Verbrauch der Geräte um 30 Prozent zu reduzieren. So sind es Technologien, die noch mehr Energie und Wasser einsparen, die zum Beispiel die Waschmittelmenge oder den Einsatz von Chemikalien reduzieren, und so nicht nur die Umwelt sondern auch das Portemonnaie der Konsumenten schonen. Ein weiterer Trend ist die Konnektivität und Interaktivität von Haushaltgeräten. Über 4 Millionen Smart Appliances werden pro Jahr in Europa verkauft. Die Produkte sollen das Leben vereinfachen, den Menschen mehr Zeit schenken und mehr Flexibilität bieten. Eine Idee der Zukunft ist das Kochfeld als Cockpit des Haushalts, wo Rezepte abgerufen werden können, wo der Status der Waschmaschine geprüft und mit anderen Leuten kommuniziert werden kann. Die Pfanne muss sich nicht mehr dem Kochfeld anpassen. Das Kochfeld passt sich den Töpfen und – viel wichtiger – dem Verbraucher an.

Wie ist der Handel für Haushaltgeräte aufgestellt?

Haushaltgeräte werden über ganz verschiedene Kanäle vertrieben. Es gibt einerseits die vielen Fachhändler, das sind Elektrofachhändler, Küchenbauer und Sanitäre, über die mehrheitlich Einbaugeräte vertrieben werden. Im Fachhandel sind Dienstleistungen wie Service, Austausch, Beratung etc. wichtig. Andererseits haben wir die klassischen Retailer, die als Wiederverkäufer fungieren und überwiegend freistehende Geräte weiterverkaufen. In diesem Bereich sind günstige Preise wichtig und wird deshalb auch auf Serviceangebote verzichtet.

Was raten Sie dem Handel?

Differenzierung und Selbstbewusstsein. Es darf und soll auf Dienstleistungen und herausragenden Leistungsmerkmale aufmerksam gemacht werden. Und Dienstleistungen dürfen auch etwas kosten. Qualität und Service ist den Schweizer Konsumenten etwas wert.

Podium mit Christian Bärlocher, Leiter Global Marketing Services V-Zug

Welche Entwicklung erwarten Sie im Schweizer Haushaltsgrossgeräte-Markt im zweiten Halbjahr und 2019?

Christian Bärlocher: Wir gehen für 2018 und 2019 von einer Stagnation im Schweizer Haushaltgeräte-Markt aus.

Was sind die Technologietrends bei Haushaltsgrossgeräten?

Grundsätzlich werden alle Geräte ökologischer, d.h. sowohl Energie- und Wasserverbrauch werden immer geringer. V-ZUG hat dafür die Wärmepumpentechnologie in vier Produkten eingeführt, um dem Kundenbedürfnis des geringeren Energieverbrauchs gerecht zu werden. Zudem wird bei den meisten Geräten die Interaktion mit dem Benutzer via Smartphone, Tablet etc. in Zukunft ermöglicht ("Connectivity"), um die Funktionen der Geräte zu vereinfachen und zu multiplizieren. So können beispielsweise Rezepte hochgeladen werden, um diese automatisch auszuführen oder die Geräte senden Notifikationen (Push-Nachrichten) an den Benutzer, um den Abschluss eines Prozesses (z.B. Backvorgang) zu signalisieren. Ebenfalls ermöglicht die heutige Technologie die Vernetzung der Geräte mit anderen Geräten im Haus (Licht, Heizung, Storen etc.).

Wie ist der Handel für Haushaltsgrossgeräte aufgestellt?

Heute bezieht der Endkunde die Geräte meist via Fachhandel oder Wiederverkäufer (z.B. Küchenbauer). In Zukunft wird der Onlinehandel vor allem bei Geräten mit geringem Installationsaufwand verstärkt genutzt werden.

Was raten Sie dem Handel?

Diese Frage können wir nicht beantworten.

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DPF8_108320

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