Gegen Staub, Wasser und Stromschläge

Das bedeuten die Schutzarten und Schutzklassen und so liest man die Codes

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von Sara Meier und lha

Elektrogeräte müssen je nach Anwendung gegen verschiedene Umwelteinflüsse geschützt sein. Wie resistent ein Gerät gegen Wasser und Staub ist, kann man am vierstelligen IP-Code ablesen. Die IK-Schutzart gibt die Stossfestigkeit eines Produktes an. Nichts mit den beiden zu tun hat die Schutzklasse, bei der geht es um die Stromschlagprophylaxe.

Wieviel ein Gerät aushält erfährt man durch die IK-Schutzart. (Source: Kostiantyn Li / unsplash.com)
Wieviel ein Gerät aushält erfährt man durch die IK-Schutzart. (Source: Kostiantyn Li / unsplash.com)

Wasser und Staub können für Elektrogeräte gefährlich sein. Daher müssen die Geräte ausreichend gegen diese Gefahren gerüstet sein. Je nach Nutzungsort muss ein Gerät speziell gegen Feuchtigkeit geschützt sein, so zum Beispiel eine Lampe fürs Badezimmer. Bei einem Leuchtmittel im Schlafzimmer spielt die Resistenz gegen Wasser weniger eine Rolle. Um herauszufinden, wie resistent Geräte gegen Fremdkörper und Wasser sind, werden sie verschiedenen Testverfahren unterzogen, um die sogenannte IP-Schutzart zu ermitteln. 

IP-Schutzart: Staub und Wasser sollen draussen bleiben

IP steht laut "Conrad" für "International Protection". Im englischsprachigen Raum spricht man auch von "Ingress Protection". "Ingress" bedeutet auf deutsch "eindringen". Die IP-Schutzart ist ein Code, welcher angibt, wie resistent das Gerät gegen Staub und Wasser ist. Die Kombinationen des Codes sind in nationalen wie internationalen Normen, namentlich DIN EN 60529 und ISO 20653, festgelegt. Aufgebaut ist der vierstellige Code aus den Buchstaben IP und zwei Ziffern, wobei die erste Ziffer die Resistenz gegen Fremdkörper und Berührung, die zweite die Resistenz gegen Wasser festlegt. Bei der ISO-Norm werden zusätzliche Buchstaben verwendet, die speziell für Strassenfahrzeuge relevant sind. 

Beim Wasserschutz muss beachtet werden, dass die Resistenz mit Leitungswasser getestet wird. Salz- und Chlorwasser können Dichtungen eines Gerätes auf Dauer beschädigen, warnt "Stiftung Warentest". Zudem gelten die IP-Schutzarten nur für Geräte im Neuzustand. Ältere Produkte nutzen sich mit der Zeit ab und können somit an Resistenz einbüssen. 

IK-Schutzart: Bis das Gerät zerbricht

Neben der IP-Schutzart gibt es auch die IK-Schutzart, auch IK-Stossfestigkeitsgrad genannt. Das K bei dieser Abkürzung leitet sich phonetisch vom französischen Wort "casser", was auf deutsch "zerbrechen" heisst, abgeleitet. Die IK-Schutzart gibt an, wie gut ein Gerät mechanischen Beanspruchungen wie Stössen standhält. Gemessen wird die Schlagenergie bei den Tests in Joule. Kleine Erinnerung an den Physikunterricht: Mit 1 Joule kann man auf der Erde einen 100 Gramm schweren Apfel auf die Höhe von etwa 1 Meter anheben.

Schutzklasse: Achtung Stromschlag

Teilweise wird fälschlicherweise von der IP- oder IK-Schutzklasse gesprochen. Die Schutzklasse hat mit den Schutzarten jedoch nicht viel zu tun. Unter Schutzklasse versteht man Sicherheitsmassnahmen, welche einen Stromunfall verhindern sollen. Geräte werden nach der Norm EN 61140 in vier Schutzklassen eingeteilt. 

  • Schutzklasse 0: Bei dieser Kategorie besitzen Geräte nur eine Basisisolierung. Am Gerät selbst befinden sich keine besonderen Schutzmassnahmen gegen einen Stromschlag. In einer künftigen Version der internationalen Norm soll diese Schutzklasse nicht mehr vorkommen. In einigen Ländern sind solche Elektrogeräte nicht mehr zulässig.
  • Schutzklasse 1: Geräte dieser Schutzklasse sind mit einer Schutzerdung ausgerüstet. Alle elektrisch leitfähigen Gehäuseteile sind mit einem Schutzleitersystem der festen Elektroinstallation verbunden. Bei Geräten, die nicht an einem festen Standort gebraucht werden, ist ein Schutzkontaktstecker eingebaut. 
  • Schutzklasse 2: Diese Geräte verfügen über eine verstärkte Isolierung. Die aktiven und die berührbaren Teile sind nicht miteinander verbunden. 
  • Schutzklasse 3: In dieser Schutzklasse sind nur Elektrogeräte enthalten, die mit Schutzkleinspannung SELV (safety extra-low voltage) betrieben werden. Die Grenzwerte für diese Kategorie sind 50 Volt für Wechselspannung und 120 Volt für Gleichspannung.  

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