Hintergrund

Service Supply Chain Management als Schlüssel für nachhaltigere Events

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von Lena Reil, Projektmanagerin bei Olympiaworld Innsbruck

Auch in der Eventbranche werden die Rufe nach mehr Nachhaltigkeit lauter. Eine Möglichkeit, dem nachzukommen, ist, ein nachhaltiges Service Supply Chain Management (SSCM) in die Planung von Veranstaltungen zu integrieren.

(Source: sompong tom / Adobe Stock)
(Source: sompong tom / Adobe Stock)

Der MICE-Sektor (Meetings, Incentives, Conferences and Exhibitions) spielt eine wichtige Rolle in der Geschäftswelt, da er Unternehmen die Möglichkeit bietet, Geschäftsbeziehungen aufzubauen und diese zu pflegen. Da jedoch der CO2-Ausstoss von Geschäftsreisen und -veranstaltungen einen erheblichen Beitrag zum Klimawandel leistet, sehen sich Veranstalter in gewisser Weise in der Pflicht, dem Trend der Nachhaltigkeit zu folgen.

Eine Möglichkeit ist die Integration eines nachhaltigen Service Supply Chain Managements (SSCM) in die Planung von Veranstaltungen. Die Eventbranche bietet einen interessanten Rahmen für die Untersuchung des SSCM, da es sich um eine Mischung aus verschiedenen Produkttypen und einer breiten Palette von (Spezial-)Dienstleistungen handelt, die benötigt werden. Grundsätzlich umfasst das SSCM alle Aktivitäten, die erforderlich sind, um Dienstleistungen von Anfang bis Ende zu planen, zu beschaffen, herzustellen und zu liefern.

Ein nachhaltiges SSCM bezieht sich auf die Integration von Nachhaltigkeitspraktiken in den gesamten Prozess, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Veranstalter sollten demnach bei der Planung von Events auf umweltfreundliche und sozial verantwortliche Optionen achten, um eine nachhaltigere Lieferkette zu schaffen. Daraus wird ersichtlich, dass viele unterschiedliche Einflussfaktoren auf die Planung einwirken.

(Source: zVg)

Die Autorin: Lena Reil ist Projektmanagerin bei ­Olympiaworld Innsbruck. (Source: zVg)

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Branche eine aktive Rolle spielt und dass auch bei der Gestaltung der gesamten Lieferkette auf den Umweltaspekt geachtet wird. Beispielsweise berücksichtigen Veranstaltungsplaner bei der Auswahl ihrer Geschäftspartner unter anderem deren Zertifizierungen, aber sie entwickeln auch eigene Kontrollmethoden, mit denen sie die Nachhaltigkeit steuern können. Auch bei der Frage der Motivation sind sich Branchenvertreter und -vertreterinnen einig, dass die wichtigste Triebkraft von den eigenen Mitarbeitenden kommt, da diese die Bemühungen des Unternehmens in Richtung Umweltschutz sowohl nach innen als auch nach aussen widerspiegeln.

Ein weiterer Punkt ist, dass der von aussen auf ein Veranstaltungsunternehmen einwirkende Druck in Zukunft grösser sein muss, um die Nachhaltigkeit noch zielführender umsetzen zu können. Die bisherige Freiwilligkeit von Unternehmen und die fehlende gesetzliche Verpflichtung, sich als Unternehmen für den Umweltschutz zu bekennen, kann als Begründung für die noch schleppende Umsetzung angesehen werden. Zudem kann gesagt werden, dass das Netz an nachhaltig agierenden Geschäftspartnern bisher nur sehr lückenhaft ist und allein dadurch die Konzeptionierung solcher Green Events aufwendiger erscheint. In Zukunft muss es demnach mehr umweltfreundliche Anbieter geben, die in weiterer Folge die Realisierung von nachhaltigen Events bedingen.

Fazit

Die Integration eines nachhaltigen SSCM in die Planung von Veranstaltungen ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit des MICE-Sektors. Beispielsweise können Unternehmen durch die Auswahl von umweltfreundlicheren Optionen bei der Wahl von Veranstaltungsorten, bei der Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen, der Vermeidung von Verschwendung und der Unterstützung lokaler Gemeinschaften dazu beitragen, den CO2-Fussabdruck von MICE-Veranstaltungen zu reduzieren und somit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Wichtig dabei ist, dass der Nachhaltigkeitsgedanke entlang der gesamten Wertschöpfungskette, also sowohl bei den Zulieferern als auch bei den Kunden, weitergetragen wird, denn nur so kann die Lieferkette schrittweise auf Nachhaltigkeit umgestellt werden.

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