Podium Online- und Hybrid-Events

Warum das Zürich Film Festival auch zukünftig auf Live-Events setzt

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von Leslie Haeny und ml

Die Coronakrise hat die Veranstaltungs- und Kulturbranche hart getroffen. Viele Veranstalter waren gezwungen, auf Online- oder Hybrid-Formate umzusatteln, wenn auch nur temporär. Elke Mayer, Managing Director bei Spoundation Motion Picture, der Eventagentur hinter dem Zurich Film Festival, spricht über das ZFF nach Corona.

Elke Mayer, Managing Director bei Spoundation Motion Picture (Source: Gabriel Hill for ZFF)
Elke Mayer, Managing Director bei Spoundation Motion Picture (Source: Gabriel Hill for ZFF)

Aufgrund der Coronakrise waren Events lange Zeit nicht möglich. Wie hat sich das auf die Branche ausgewirkt?

Elke Mayer: Wenn man sich überlegt, wie viele Unternehmen, Selbstständige und Künstler in der Eventbranche arbeiten, war dieses "Berufsverbot" natürlich eine Katastrophe. Gleichzeitig sind kreative Ideen entstanden, um mit dem Publikum in Kontakt zu treten oder seinen Kunden neue Dienstleistungen anzubieten. Die Coronakrise hat die Digitalisierung in der Eventbranche, genauso wie in anderen Branchen, sicher beschleunigt.

Zu welchen Alternativen und Massnahmen haben Sie aufgrund der Krise gegriffen?

Unser oberstes Ziel war, ein physisches Festival unter Einhaltung aller Sicherheitsmassnahmen zu veranstalten. In der Vorbereitungsphase haben sich die Auflagen immer wieder verändert. So haben wir etwa Hospitality-Events verkleinert und ihnen einen exklusiveren Rahmen gegeben. Der sonst öffentliche Zugang zum Grünen Teppich (Fan-Zone) wurde über Verlosungen geregelt. Filmemacher und Preisträger, die aufgrund der Reisebeschränkungen nicht einreisen konnten, wurden via Livestream in die Kinosäle zugeschaltet.

Welches Potenzial steckt in Hybrid-Events, Livestreaming, digitalen Showrooms und Co.?

Als Filmfestival stehen wir für das grosse Kino. Der Moment, wenn der ganze Kinosaal lauthals lacht, erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl, das sich durch nichts ersetzen lässt. Daher haben wir uns auch bewusst gegen ein Streaming-Festival entschieden. Veranstaltungen wie das ZFF leben schliesslich auch von Begegnungen, die einfach nur funktionieren, wenn ein Arnold Schwarzenegger in echt auf dem Sechseläutenplatz steht.

Sind digitale Eventformate gekommen, um zu bleiben?

Es gibt Formate wie Panels, Master Classes oder Q&As, wo eine Liveschaltung durchaus Sinn ergibt und man einem grösseren Publikum Zugang ermöglichen kann. Aber ein Ersatz für den phy­sischen Event wird das niemals sein. Diese neue Welt war erstmal spannend, und es haben sich zig Formate daraus entwickelt, es wird aber eine Ergänzung bleiben, denn letztlich lassen sich persönliche Begegnungen durch nichts ersetzen.

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