Zwei Varianten im Rennen

Bund macht vorwärts mit digitalem Covid-Zertifikat

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von René Jaun und jor

Bis im Sommer will der Bund ein einheitliches, fälschungssicheres und international anerkanntes Covid-Zertifikat entwickeln. Eine mögliche Lösung kommt vom Bundesamt für Informatik, eine andere von den Unternehmen Elca und Sicpa.

(Source: Lukas / Unsplash)
(Source: Lukas / Unsplash)

Schon bald soll es ein Schweizer Covid-Zertifikat geben, welches Daten zu Coronatests oder Impfungen bestätigen soll. Die Grundlage dazu wurde im Covid-Gesetz bereits geschaffen. Wie der Bund mitteilt, soll das Zertifikat im Sommer verfügbar sein. Es sei einheitlich, fälschungssicher und international kompatibel.

Zwei Ansätze noch im Rennen

Doch fertig entwickelt ist die Lösung noch nicht. Gemäss der Mitteilung sind rund 50 Angebote beim Bund eingegangen. Diese habe das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geprüft und sich mit Digitalswitzerland, Economiesuisse, CH++ und dem ETH-Rat ausgetauscht. Nun habe die Behörde beschlossen, zwei dieser technischen Ansätze weiter zu verfolgen. "Ein definitiver Variantenentscheid fällt Mitte Mai", heisst es in der Mitteilung.

Eine der beiden Lösungen wird innerhalb des Bundes, im Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT), entwickelt. Die zweite Lösung, die in der Mitteilung des Bundes ausführlicher beschrieben wird, kommt von den Unternehmen Elca und Sicpa. "Diese Lösung hat den Vorteil, dass sie bereits funktionierende Komponenten sowie die zur Weiterentwicklung nötige Engineering-Kompetenz mitbringt", schreibt das BAG. Die beiden Unternehmen bieten zusammen eine Technologie namens Certus Digital Seal an, um das Covid-Zertifikat zu realisieren.

Zertifikat soll international kompatibel sein

In die Projektarbeiten würden die Kantone, die FMH, Pharmasuisse, die impfenden Ärztinnen und Ärztinnen sowie Apothekerinnen und Apotheker mit einbezogen, heisst es weiter. Zudem werden auch die Organisationen eingeladen, die die Testzertifikate ausstellen oder kontrollieren sollen.

Sobald die technischen Lösungen bereitstehen, will der Bund sie von internen und externen Stellen testen lassen. Wer künftig das Zertifikat vorweise, müsse seine Identität mittels Pass oder Identitätskarte ausweisen. Die Daten des Covid-Zertifikats werden dezentral gespeichert, und zwar am Ort der Ausstellung sowie beim Benutzer. Das Zertifikat werde auf Papier und auf dem Smartphone ausgestellt.

Schliesslich soll das Covid-Zertifikat auch für die Ein- und Ausreise in andere Länder verwendet werden können und mit internationalen Lösungen kompatibel sein. "Im Hinblick auf die Einführung eines international anerkannten Zertifikats begleitet der Bund die Arbeiten der Weltgesundheitsorganisation WHO mit dem Projekt 'Smart Vaccination Certificate' und der EU mit dem 'Digital Green Certificate'".

Die Fluggesellschaft Swiss testet den Einsatz der sogenannten IATA Travel Pass App. Diese soll Reisenden auf einen Blick Auskunft über Reise-, Test- oder Impfbestimmungen in ihrem Zielland geben. Zusätzlich erhalten sie ihre Testergebnisse direkt auf die App.

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DPF8_214720

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