Tag 3 in Berlin

IFA 2020: fliegende Luftreiniger und modulare Smartphones

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Am dritten und letzten IFA-Tag haben die kleineren Unternehmen die Bühne für sich beansprucht. Darunter ein japanischer Halbleiterhersteller, der mit fliegenden Luftreinigern den europäischen Markt erobern will und ein Smartphone-Hersteller aus Deutschland, der sich sozial engagiert.

Am letzten IFA-Tag begrüsste IFA-Direktor Dirk Koslowski die angereisten Journalisten. (Source: Netzmedien)
Am letzten IFA-Tag begrüsste IFA-Direktor Dirk Koslowski die angereisten Journalisten. (Source: Netzmedien)

"Es war eine ziemliche Herausforderung." Mit diesen Worten begrüsste IFA-Direktor Dirk Koslowski die Medienvertreter am dritten und letzten Messetag. "Um die IFA 2020 zu organisieren, mussten wir sehr flexibel und entschlossen sein." Die Veranstalter hätten ein enorm komplexes IT-Projekt innert kürzester Zeit auf die Beine stellen müssen. Damit spielte Koslowski auf den IFA Xtended Space an, wo sich Hersteller online präsentieren konnten. "Auch Sie alle sicher hierher zu bringen, war eine Herausforderung", sagte der IFA-Drektor. Welche Bilanz die Veranstalter nach drei Tagen Messe zogen und wie die IFA 2021 aussehen soll, können Sie hier nachlesen.

Der dritte IFA-Tag gehörte den global weniger bekannten Unternehmen. Den Anfang machte dabei die japanische Firma Creative Technology Corporation mit der Marke Ataraina. Das 1985 gegründete Unternehmen war bisher auf die Herstellung von Halbleitern spezialisiert. Mit den Ataraina-Produkten steigt die Firma dieses Jahr in den europäischen Consumer-Markt ein.

Helen Vogt von Ataraina präsentiert Deodorant One. (Source: Netzmedien)

Ein fliegender Luftreiniger für die Wohnung

Branch Representative Helen Vogt hatte vier Produkte der Marke im Gepäck. Dazu zählen Deodorant One, ein Gerät, das 99 Prozent aller Bakterien sowie schlechte Gerüche in Schuhen neutralisieren soll. Bei Esclip handelt es sich um eine Pinwand, die ohne Pins, Magnete oder ähnliches auskommt. Dank statischer Elektrizität haften Fotos, Dokumente oder, wie in der Präsentation demonstriert, auch getrocknete Blumen von alleine. Die unten an der Pinwand integrierten Batterien müssen Nutzer gemäss Ataraina-Website etwa alle sechs Monate wechseln.

Laut Vogt können Nutzer den portablen Luftreiniger Oishi auch individuell designen. (Source: Netzmedien)

Ein weiteres Produkt der Marke ist Oishi, ein Luftreinigier, den man sich um den Hals hängt. Wie Vogt erklärte, zieht das 85 Gramm schwere Gerät Staub an und entfernt Milben und Bakterien aus der Luft. Nach Wunsch könnten Nutzer eine Duftkapsel integrieren, sodass die gefilterte Luft auch angenehm riecht. Das letzte Produkt von Ataraina befindet sich momentan noch in der Entwicklung: der fliegende Luftreiniger Flying Magic Cleaner. Wie ein Staubsaugerroboter soll die Drohne selbstständig in der Wohnung herumfliegen und dabei Staub und Pollen aus der Luft filtern. Damit das Inventar dabei ganz bleibt, ist die Drohne mit Sensoren und mehreren Kameras ausgerüstet.

Wie der Fliegende Luftreiniger aussehen soll, sehen Sie im Video:

"Handys können Zeitdiebe sein"

"Als wir sagten, dass wir eine Smartphone-Firma in Deutschland gründen wollen, dachten alle, wir hätten keine Chance", sagte Carsten Waldeck, CEO und Gründer von Shift Phones. Doch bisher scheint die Strategie der 2014 gegründeten Firma aufzugehen. Shift Phones stellt modulare Smartphones und Notebooks her. Alle Geräte, die von einem 10-köpfigen Team in China hergestellt werden, liessen sich komplett auseinandernehmen und reparieren.

Shift-Phones-CEO Carsten Waldeck leitet das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Samuel und Vater Rolf Waldeck. (Source: Netzmedien)

Laut Waldeck hat Shift keine Distributionskanäle. Konsumenten kaufen direkt auf der Website ein oder bei einigen wenigen Händlern. Rund fünf Prozent der Einnahmen gingen an Sozial- und Nachhaltigkeitsprojekte. "Aber passen Sie auf: Handys können Zeitdiebe sein", sagte der CEO. Darum stehe auf jedem Shift Phone der Warnhinweis "Smarphones can be timekillers".

Wie IFA-Direktor Dirk Koslowsi sagte, wächst der Bereich Health und Well-Being stark. In diesem ist die Marke Satisfyer vertreten. Sie bietet Sextoys an, die sich per App steuern und vernetzen lassen. Die Geräte seinen für den Einzel- oder Paargebrauch gedacht. Die Satisfyer Connect App erlaube es auch, das Gerät des Partners oder der Partnerin zu steuern - "egal, ob er oder sie sich im gleichen Raum oder in einem anderen Land befindet", sagte Chief Technology Officer Thomas Feuring.

Am ersten IFA-Tag zeigten LG, BSH, Haier und Co. welche neuen Smarthome-Anwendungen sie für die zweite Jahreshälfte in petto haben.

Tag zwei an der IFA gehörte in erster Linie Miele und Honor. Was die beiden Hersteller präsentierten, lesen Sie im Beitrag "IFA 2020: Honor zieht an und Miele backt mit".

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