Bytedance verkauft nicht

Update: Oracle will Tiktok in den USA hosten

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Ein Deal zwischen Oracle und Tiktok sollen das Überleben des chinesischen Videoportals in den USA sichern. Sicher ist: Bytedance verkauft nicht. Trump entscheidet über den Deal.

Larry Ellison Gründer und derzeitiger CTO von Oracle, während seiner Keynote auf der Open World 2018. (Source: Oracle)
Larry Ellison Gründer und derzeitiger CTO von Oracle, während seiner Keynote auf der Open World 2018. (Source: Oracle)

Update vom 15.09.2020: Das US-Unternehmen Oracle soll in Zukunft das chinesische Videoportal Tiktok in den USA als "trusted technology partner" hosten. Im Gegenzug dazu soll das Unternehmen eine Tiktok-Weltzentrale mit 25'000 neuen Arbeitsplätzen in den USA etablieren. Die Tiktok-Mutter Bytedance verkauft somit ihr Videoportal doch nicht, wie heise.de schreibt.

Auch der Tiktok-Algorithmus bleibt in chinesischen Händen. Grund dafür seien neue chinesische Richtlinien, die den Export von Algorithmen festlegen. Wie es mit dem Zugang von China auf US-Nutzerdaten aussieht, ist noch offen.

Die US-Regierung prüft nun den Vorschlag von Oracle und Bytedance. Zunächst untersucht das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) die möglichen Auswirkungen. Der finale Entscheid liegt aber bei Trump. Die von ihm gesetzte Frist endet am Sonntag. "Die kurze Frist zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt nicht eingehend geprüft wird. Es geht vielmehr darum, Trumps Gesicht zu wahren", wie heise.de schreibt.

Vom Deal würden Oracle und sein Vorsitzender Larry Ellison, der ausserdem ein Trump-Fundraiser ist, profitieren. Fast jeder dritte US-Amerikaner nutze die App.

Ursprüngliche Mitteilung vom 19.08.2020: Nach Microsoft steigt auch Oracle ins Rennen um Tiktok ein

Nach Microsoft soll nun auch Oracle an Tiktok interessiert sein, wie die Financial Times berichtet. Laut ungenannter Quelle soll der Business-Software Konzern schon Gespräche mit Tiktoks Mutterfirma Bytedance geführt haben. Von allen Interessenten seien die Gespräche mit Oracle und Microsoft am weitesten fortgeschritten.

Oracle soll für den Kauf mit US-Investoren zusammenspannen. Darunter werden Sequoia Capital und General Atlantic genannt. Beide besitzen schon eine Beteiligung an Bytedance.

US-Präsident Donald Trump ordnete an, dass Tiktok bis Mitte November alle US-Nutzerdaten löschen muss. Nach dieser Frist dürfen Tiktok und Bytedance kein Eigentum in den Vereinigten Staaten mehr besitzen, welches zum Betrieb von Tiktok verwendet wird, die Hintergründe dazu hier.

Oracle ist nicht der einzige Interessent

Bereits Anfang August wurde bekannt, dass Microsoft versucht, das Tiktok Geschäft in den USA, Neuseeland, Australien und Kanada zu kaufen. Microsoft Gründer Bill Gates ist jedoch gegen den Kauf von Tiktok, wie er in einem Interview gegenüber "Wired" sagte.

Auch Twitter bekundete Interesse, aber es bestehen Zweifel, ob das Unternehmen den Kauf finanzieren kann. Anders als Twitter und Microsoft hat Oracle kein nennenswertes Privatkundengeschäft. Weswegen auch eine politische Motivation vermutet wird.

Oracles Gründer Larry Ellison ist eng mit der US-Regierung verbunden. Anfang des Jahres veranstaltete er eine Spendengala für Trump, wie das Wall Street Journal berichtet. Trump bestätigt die Gespräche und unterstütze Oracles Pläne. Oracle könne mit dem Kauf umgehen, sagte Trump. Der Präsident erwähnte erneut, dass der Käufer die USA für das Ermöglichen des Deals bezahlen solle. Es gibt aber keine Gesetzesgrundlage für eine solche Bezahlung.

Bytedance ist nicht das einzige chinesische Technologieunternehmen, mit dem Trump momentan im Clinch liegt. Huawei wurde die Zusammenarbeit mit Google verboten, was sie hier Nachlesen können. Auch Alibaba droht ein Verbot, mehr dazu hier.

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