HP Innovation Summit

Wie Überbevölkerung und Ressourcenmangel sich auf Technologie und Innovation auswirken

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Zum HP Innovation Summit fanden sich 2000 Journalisten und HP-Kunden in Barcelona ein. Dort informierte die Firma die Besucher über Trends in der technologischen Entwicklung. Wichtige Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussen, sind die Zunahme der Bevölkerung und die Verknappung der Ressourcen.

Shane Wall, CTO, HP Inc (Source: Netzmedien)
Shane Wall, CTO, HP Inc (Source: Netzmedien)

HP hat jüngst zum Innovation Summit geladen. Am 15. und 16. April fanden sich rund 2000 Journalisten und Kunden des Tech-Konzerns in Barcelona ein. Im Innovationszentrum in Sant Cugat erhielten sie eine Führung und viele Inputs in den Keynotes und Breakout Sessions. CTO Shane Wall sprach über die Megatrends, die die technologische Entwicklung in den kommenden Jahren beeinflussen werden.

Demographische Entwicklung, Urbanisierung und Ressourcen

Bis im Jahr 2030 werden laut Kirstie McIntyre 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie ist Director, Global Sustainability Operations bei HP Inc. Shane Wall zufolge werden bis dann um die 70 Prozent dieser Menschen in Städten wohnen. Dies bedeute, dass es bis zu diesem Zeitpunkt auf der Erde 60 Megacitys geben wird.

Dass die Menschheit nicht wie gehabt weitermachen kann, ist klar. Der Planet ist nicht im Stande, unseren derzeitigen Lebensstil zu tragen. Um diesen Standard aufrechtzuerhalten, bedürfe es etwa 2,3 "Erden". Doch was bedeutet das konkret für die Innovation und das Ressourcenmanagement?

Virtual Reality

Ein Trend, der sich immer stärker durchsetze, sei die Verschiebung hin zu Virtual Reality (VR). Helge Bjordal nannte hierzu einige Beispiele. Seine Firma Nagelld hatte in Kooperation mit HP eine virtuelle Fischfarm konzipiert und ins Leben gerufen. Die Farm existiert in physischer Form in Norwegen. Dank VR könnten verhältnismässig wenige Mitarbeiter die vielen Fische – überwiegend Sushi-Lachse – im Überblick behalten. Auch könne man sich die Kosten und Ressourcen für physische Prototypen sparen, da man in der virtuellen Ausführung schon merke, wenn ein Boot zum Beispiel doch zu klein sei.

VR habe aber noch viele andere Use Cases. Hierzu sagte Mirjana Spasojevic, VP, Global Head of Immersive Experiences Lab, HP Inc, ein paar Worte. Im (Aus-)Bildungssektor beispielsweise sei VR ein interessantes Feld, führte sie aus. 10 Prozent der Todesfälle von Feuerwehrmännern passierten beim Training. Mit VR könne diese Rate gesenkt werden. Auch für angehende Ärzte sei VR eine grosse Errungenschaft. Sie könnten beispielsweise Operationen üben oder die Anatomie des Menschen kennenlernen.

VR könnte aber auch helfen, um Schmerzen und Ängste zu heilen. Angstpatienten könnten sich so mit ihrer Phobie konfrontieren, ohne sich ihr real zu stellen. Für Schmerzpatienten könne es manchmal hilfreich sein, den Reiz des Schmerzes in einem virtuellen Nervensystem nach zu verfolgen.

3-D-Print on demand und vor Ort

Die Zunahme der Weltbevölkerung bedeute logischerweise, dass weniger Platz zur Verfügung stehen werde, sagte Shane Wall. Mit dem 3-D-Druck on demand und vor Ort könne der Platz für Lagerhäuser gespart werden, sowie die Energie für deren Unterhalt. Laut Wall biete dies ein Einsparpotenzial von 30 Prozent. Ausserdem könne damit der Überproduktion Einhalt geboten werden, da nur noch produziert werde, was wirklich gefragt ist. Kunden könnten ihr Produkt auswählen, es personalisieren und es lokal drucken lassen. Das würde auch lange Transportwege eliminieren.

Dies habe natürlich auch eine Veränderung des gesamten bestehenden Handelssystems zur Folge. Es stelle sich die Frage, was mit Export- und Importzöllen passieren werde. Laut Walls Prognose würden diese in Zukunft hinfällig.

Prototypen für Make-up-Fläschchen aus dem 3-D-Drucker (Source: Netzmedien)

Auf die Frage, ob HP über politische Instrumente verfüge, um solche Entwicklungen zu beeinflussen, verwies Wall auf ein Whitepaper, das die Firma an verschiedene Regierungen weltweit verschickt habe. Direkte politische Einflussnahem habe man zwar nicht, doch man erhoffe sich, auf diesem Weg Gehör zu finden.

Schweizer Start-up senkt Kosten für Zahnspangen

Auch im Gesundheitssektor nimmt der 3-D-Druck langsam an Fahrt auf. So arbeitet beispielsweise das Schweizer Start-Up Nivellmedical mit sogenannten Alignern aus dem Multi Jet Fusion 4200, einem 3-D-Drucker von HP. Die Aligner sind vergleichbar mit herkömmlichen Zahnspangen, doch seien sie transparent und herausnehmbar. Ausserdem seien die Kosten 10 bis 20 Prozent niedriger als bei der klassischen Behandlungsmethode.

Die 3-D-Drucker seien im Prinzip fähig, sich selbst zu replizieren. Doch noch sei ein Multi Jet Fusion in der Produktion jedoch sehr teuer. Bis zu einer halben Million US-Dollar müsse man an Materialkosten rechnen. Es dauere wohl noch 5 bis 15 Jahre, bis diese Vision für die breiten Massen realistisch werde.

Laut IDC soll der 3D-Druckermarkt in den kommenden 5 Jahren erheblich wachsen. Hier erfahren Sie mehr dazu.

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