Zerstörung als Sparmassnahme

Amazon vernichtet auch in Frankreich überschüssige Ware

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Amazon steht erneut im Kreuzfeuer der Kritik. Mitte 2018 wurden in Deutschland Vorwürfe laut, Amazon habe brandneue Ware vernichtet um Kosten zu sparen. Nun wurde publik, dass diese Praxis auch in Frankreich gang und gäbe ist.

(Source: Kenshi991 / Shutterstock.com)
(Source: Kenshi991 / Shutterstock.com)

Amazon steht in Deutschland schon seit dem Sommer 2018 in der Kritik, unverkaufte Ware zu zerstören. Nun sind in Frankreich ähnliche Fälle aufgedeckt worden, wie es auf "amazon-watchblog.de" heisst. Die französische Fernsehsendung "Capital" fand bei Dreharbeiten mit versteckter Kamera heraus, dass in 3 Monaten 300'000 neue Artikel in Frankreich vernichtet wurden. Der französische Gewerkschaftsbund schätzt die Zahl der im Jahr 2018 in ganz Frankreich zerstörten Produkte auf 3,2 Millionen.

Die Artikel seien in tadellosem Zustand gewesen und hätten theoretisch noch verkauft werden können. Der Grund für die Zerstörung sei eine "Kultur der Überproduktion", so Umweltschützerin Alma Dufour laut "amazon-watchblog.de". Hinzu kämen noch hohe Kosten für die Lagerung. In den ersten 6 Monaten koste eine Lagerfläche von 3 Quadratmetern zwar nur 26 Euro, nach einem halben Jahr aber bereits 500 Euro und nach einem Jahr sogar 1000 Euro.

Amazon spart, kleine Verkäufer verlieren Geld

Amazon würde immer mehr zu einem Marktplatz und besitze die Mehrheit der gelagerten Produkte gar nicht selbst. Die Zerstörung sei für den Onlinehändler daher mit wenig Kosten verbunden, kleinere Verkäufer verlören aber viel Geld dadurch. Amazon nehme eine Doppelrolle als grösster Händler und grösster Marktplatz ein. Das deutsche Kartellamt leitete deswegen schon ein Verfahren gegen Amazon ein. Lesen hier mehr dazu.

Die französische Staatssekretärin für Umwelt, Brune Poirson, kündigte an, ein neues Gesetz für die Kreislaufwirtschaft sei in Bearbeitung und würde eine derartige Entsorgung von Produkten verbieten, wie es auf "amazon-watchblog.de" heisst. Amazon selbst nahm Stellung und betonte, dass eine grosse Mehrheit der unverkauften Artikel recycelt, weiterverkauft, zurückgegeben oder gespendet werde. Man arbeite daran, die Anzahl der Produkte, die nur noch zerstört werden könnten, weiter zu reduzieren.

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