Zugriff auf Daten ohne Einverständnis

Netflix und Spotify durften private Facebook-Nachrichten lesen

Uhr

Facebook hat namhaften Partnern aus der Technologiebranche erweiterte Zugriffe auf Nutzerdaten gegeben. So durfte etwa Netflix sogar private Nachrichten der Nutzer lesen. Facebook dementiert die Verletzung irgendwelcher Bestimmungen oder Rechte.

(Source: Simon / Pixabay.com)
(Source: Simon / Pixabay.com)

Facebook hat Partnern wie Microsoft, Amazon oder Spotify mehr Zugriffsrechte auf die Daten der Nutzer gegeben, als bisher bekannt gewesen ist. Die New York Times hat einen detaillierten Report aus dem Jahr 2017 beschafft, der die Sonderregelungen auf Hunderten von Seiten festhält, wie die New York Times schreibt. Dort seien Einzelheiten zu den Partnerschaften und dem Teilen von Daten der sozialen Plattform niedergeschrieben.

So kläre der Bericht darüber auf, dass ein paar der grösseren Technologiefirmen der Welt mehr Zugriffe auf die Daten der Nutzer hatten als andere. So konnte zum Beispiel Microsofts Suchmaschine Bing ohne Zustimmung der Nutzer beinahe deren komplette Freundesliste einsehen. Netflix und Spotify hatten ebenfalls Sonderrechte und durften sogar die privaten Nachrichten der User lesen. Facebook selbst soll dafür zum Beispiel erhöhte Werbeeinnahmen generiert haben, während die Nutzer und deren Freunde sich über mehr verschiedene Geräte und Websites miteinander verbunden haben.

Erst im April 2018 versprach Mark Zuckerberg, dass die Leute komplette Kontrolle über alles haben, was sie auf Facebook teilen. Doch die Dokumente und Interviews mit ungefähr 50 ehemaligen Mitarbeitern und Unternehmenspartnern der sozialen Plattform zeigen, dass Facebook rund 150 Unternehmen trotz der angeblichen Schutzmassnahmen Zugang zu Daten ermöglichte, wie die New York Times schreibt. Alle Deals seien 2017 noch aktiv gewesen.

Steve Satterfield, Director of Privacy and Public Policy bei Facebook, bestreitet, dass die soziale Plattform gegen irgendwelche Bestimmungen oder Rechte verstossen habe, wie es im Bericht heisst. Doch die Verantwortlichen bei Facebook würden anerkennen, dass sie im letzten Jahr Fehler gemacht hätten. Satterfield sagte in einem Interview: "Wir wissen, dass wir Arbeit vor uns haben, um das Vertrauen der Leute zurückzugewinnen". Angeblich soll der Fokus im Jahr 2018 auf der Verbesserung des Schutzes von Informationen gelegen haben. Partnerschaften mit erweiterten Zugriffsrechten seien dabei eine der Baustellen.

Bereits im Juni machte die New York Times eine Untersuchung zu Facebook und fand heraus, dass die Plattform Deals mit grossen Hardwareherstellern hatte. Welche Entschuldigungen Facebook damals hatte, erfahren Sie hier.

Was Facebook genau mit der Trumpwahl und Cambridge Analytica zu tun hatte, und wieso die soziale Plattform sich als Opfer sah, kann hier nachgelesen werden.

Erst am 17.12. war Facebook in den Medien aufgrund eines weitreichenden Bugs. Millionen Nutzer waren betroffen. Hunderte Apps hatten Zugriff auf alle Fotos der Nutzer, veröffentlicht oder nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zudem wurde im Oktober bekannt, dass die Plattform gehackt wurde. Theoretisch hatten die Hacker vollen Zugriff auf Nutzerprofile. Mehr Informationen gibt es hier.

Webcode
DPF8_120266

Kommentare

« Mehr