23. November

Black Friday bringt Schweizer Handel 440 Millionen Franken

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Der Black Friday steht vor der Tür. Händler können sich dem Mega-Shopping-Event fast nicht mehr entziehen, sagt Julian Zrotz von blackfridaydeals.ch. Im Interview spricht Zrotz über die Folgen für Handel und Kunden.

In einer Woche ist Black Friday. Am Mega-Shopping-Tag am 23. November kurbelt der Handel die Umsätze mit teils sagenhaften Aktionen an. Wie die Betreiber der Schnäppchenplattform backfridaydeals.ch mitteilen, beteiligen sich immer mehr Händler aus der Schweiz an dem aus den USA bekannten Phänomen. Hätten im Vorjahr noch einige Händler auf eine Teilnahme verzichtet, könne man sich dem Event in diesem Jahr praktisch nicht mehr entziehen. Bei manch einem würden die Vorbereitungen seit März laufen, um besonders attraktive Aktionen anbieten zu können.

Blackfridaydeals.ch-Gründer Julian Zrotz, geht davon aus, dass der Schweizer Non-Food-Retail am 23. November Waren im Wert von 440 Millionen Franken verkauft, davon ein Fünftel der Onlinehandel. In der gesamten Cyber Week von 19. bis 25. November soll der Non-Food-Handel in der Schweiz insgesamt 1,5 Milliarden Franken umsetzen. Zrotz sagt: "Bereits im Vorjahr hat sich gezeigt, dass vor allem der Onlinehandel stark vom Black Friday profitieren kann. "Neue Angebote würden oftmals pünktlich um Mitternacht oder stundengenau aufgeschaltet. Dadurch erhalte die Cyber Week einen Event-Charakter. Um von den besten Angeboten zu profitieren, müssten Schnäppchenjäger stündlich auf den verschiedenen Onlineshops vorbeischauen. Dies sei im stationären Handel nicht möglich.

Julian Zrotz von blackfridaydeals.ch beantwortet im Interview Fragen zu Black Friday und Cyber Week.

Julian Zrotz, blackfridaydeals.ch (Source: blackfridaydeals.ch)

Wie verbreitet und akzeptiert sind Black Friday und Cyber Week in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA?

Julian Zrotz: Im Vergleich zur USA steckt der Black Friday in der Schweiz noch in den Kinderschuhen. 2015 bot Manor als erster grosser Detailhändler eine spezielle Aktion zum Black Friday an. Erst in den darauf folgenden Jahren ist der Black Friday richtig in der Schweiz angekommen. Vor allem im angelsächsischen Raum ist der Black Friday seit vielen Jahren ein sehr wichtiger Shoppingtag.

Was wird dieses Jahr im Vergleich zum Black Friday 2017 neu sein?

Es gibt insgesamt drei Trends, welche wir dieses Jahr deutlich spüren werden:

  • Die Rabattschlacht beginnt früher. Im letzten Jahr begann sie zum Auftakt der Cyber Week, dieses Jahr mit dem Singles' Day. Mittlerweile gibt's bei microspot.ch bereits Pre-Black-Friday-Deals. Einige weitere Händler lancieren ihre Angebote Ende dieser Woche.

  • Die Auswahl an Angeboten wird vielfältiger. Insbesondere ist zu sehen, dass immer mehr Dienstleistungen wie Handyabos, Pay-TV-Abos usw. am Black Friday günstiger angeboten werden und nicht mehr nur physische Waren.

  • Die Kunden sparen auf den Black Friday hin und fragen sich bereits zwei bis drei Monate vor dem Black Friday, ob sie bei einem Angebot schon zuschlagen sollen oder besser bis zum Black Friday abwarten.

Wie werden sich Black Friday, Cyber Week und Singles' Day in Zukunft in der Schweiz entwickeln?

Der Singles' Day dürfte bereits im nächsten Jahr stark an Bedeutung gewinnen und sich fest in der Schweiz etablieren. Insgesamt werden sich die guten Angebote der Schweizer Händler über einen längeren Zeitraum erstrecken. Möglich ist, dass es ähnlich wie in der UK zu einem ganzen Schnäppchenmonat November kommt, in welchem die Händler um die wichtigen Weihnachtsumsätze buhlen. Als wichtigste "Peaks" der Angebote dürften sich der Singles' Day und der Black Friday durchsetzen. Der Cyber Monday wird auch weiterhin nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung haben.

Warum beteiligen sich immer mehr Händler in der Schweiz an den Aktionstagen? Oder anders gefragt: Was sind die Folgen für Händler, die sich nicht daran beteiligen?

In einer von uns durchgeführten Umfrage gaben 60 Prozent der Händler an, dass sie am Black Friday vor allem viel Umsatz erzielen wollen. Als zweitwichtigster Grund für die Teilnahme sehen die Händler, dass sie durch gute Angebote Neukunden dazugewinnen können. Diese beiden Gründe sind mit grossem Abstand die wichtigsten für eine Teilnahme an den Shopping-Events. Händler, die nicht mitmachen, müssen mit Umsatzeinbussen rechnen. Viele Kundinnen und Kunden warten mit grossen Anschaffungen bis zum Black Friday und berücksichtigen die Händler mit den besten Angeboten.

Welche Auswirkungen haben Singles' Day, Black Friday und Cyber Week auf die Entwicklung des Weihnachtsgeschäfts?

Die Kundin, der Kunde profitiert von einem gesunden Wettbewerb und als Folge davon von guten Preisen. Das Weihnachtsgeschäft verlagert sich weiter nach vorne in den November. Die Retailer müssen sich neue Strategien überlegen, wie sie einerseits die Kunden mit tollen Angeboten begeistern können und andererseits nicht auf zu viel Marge verzichten müssen.

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