Umfrage

Black Friday und Cyber Monday: Interesse an der Schnäppchenjagd sinkt

Uhr | Aktualisiert
von Elektrojournal

Der Bekanntheitsgrad von Black Friday und Cyber Monday steigt, doch das Kundeninteresse nimmt ab. Eine Umfrage ergab, dass sich immer weniger Kunden an der Schnäppchenjagd beteiligen wollen.

Vor fünf Jahren schwappten die US-amerikanischen Rabattschlachten Black Friday und Cyber Monday auf den deutschsprachigen Raum hinüber. Der Bekanntheitsgrad ist seitdem deutlich gestiegen. Doch wie nun eine aktuelle Kundenbefragung in Deutschland besagt, sinkt das Interesse der Konsumenten an der Schnäppchenjagd.

In Deutschland wussten 2017 76 Prozent der befragten Verbraucher mit dem Begriff "Black Friday" etwas anzufangen. 2018 waren es bereits 84 Prozent. Allerdings wollen dieses Jahr nur 49 Prozent der Befragten den Black Friday und 44 Prozent den Cyber Monday nutzen. Letztes Jahr waren es deutlich mehr.

Diese überraschenden Zahlen kommen vom deutschen Cashback-Loyalty Anbieter Shoop.de, der 1001 Konsumenten um Auskunft bat. Glaubt man der Befragung, kommt heraus, dass zwar mehr Konsumenten in Deutschland wissen, was der Black Friday ist, sich allerdings immer weniger an der Schnäpchenjagd beteiligen wollen, wie auch die Plattform onlinehaendler-news.de berichtet. "Die anfängliche Begeisterung der letzten Jahre für die beiden Aktionstage scheint bei den Verbrauchern etwas nachgelassen zu haben. Ein Grund mehr für den Handel, diese Aktionstage nicht als Resteverwertung zu nutzen, sondern den Kunden ehrliche und transparente Rabatte anzubieten", wird Veit Mürz, Geschäftsführer von Shoop.de, dort zitiert.

Folgeerscheinungen

Übrigens sind nicht nur langfristige Folgen durch überbordernde Rabattitis zu befürchten. Wie tricky die Rabattschlacht für die Handelsbranche auch kurzfristig sein kann, räumte Anfang des Jahres der damalige Ceconomy-Chef Pieter Haas ein. Ausgerechnet der aus den USA importierte Schnäppchen-Tag Black Friday sei im November für Media Markt und Saturn zur Belastung geworden, berichtete die österreichische Presse-Agentur APA. Zwar sei das der umsatzstärkste Tag in der Geschichte von Media-Saturn gewesen, doch litt dadurch das Geschäft im Dezember. Und das ist schlecht für den Gewinn, denn im Dezember kurz vor Weihnachten tobe der Preiskampf nicht so erbittert.

Der Black Friday dürfe nicht zu einem "reinen Discount-Event" werden, sagte Haas damals. Die zu Schnäppchenjägern erzogenen Konsumenten sehen das inzwischen wohl anders. Media-Saturn wird jedenfalls auch diesmal am Black Friday teilnehmen. Schnäppchen soll es zwar weiterhin geben, aber gezielter und dann auch im Zusammenhang mit anderen Service-Angeboten.

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