IFA-Pressekonferenz in Rom

Ein neuer Fernseher, ein neues Radio und eine neue Autofachtagung

Uhr | Aktualisiert

Von der diesjährigen globalen IFA-Pressekonferenz in Rom bleiben ein neuer 8k-Fernseher und ein neues DAB-Radio in Erinnerung. Die Messe kündigte zudem eine neue gemeinsame Veranstaltung mit dem Genfer Autosalon GIMS an, mit der die IFA ein wenig zur CES wird. Sie soll im Herbst in Berlin das erste Mal über die Bühne gehen.

Seit 12 Jahren ist es dasselbe Ritual im April. Die IFA-Veranstalter Messe Berlin und Gesellschaft für Unterhaltungselektronik GFU laden zur IFA Global Press Conference irgendwo auf der Welt, um die Medien mit Präsentationen und Pressekonferenz auf die im Herbst stattfindende IFA einzustimmen. Die Veranstaltung, die dieses Jahr auf halbem Weg zwischen dem römischen Flughafen Fiumicino und dem Stadtzentrum Roms stattfand, lockte 319 Journalisten nach Italien.

Von den Präsentationen der Sponsoren bleiben vor allem zwei in Erinnerung: Diejenige von Sharp, das in Europa sein Comeback im TV-Markt mit dem "ersten 8K-Fernseher Europas" feiern will und diejenige des italienischen CE-Anbieters Radionovelli, der mit einem 1000 Euro teuren 4G-DAB-Internet-FM-Radio den Markt erobern will.

Europas erster 8k-TV

Sharp-Marketingleiter Sascha Lange glaubt, dass die TV-Marke Sharp, die in Europa von der slowakischen Skytec UMC vermarktet wird, mit dem neuen 8k-Gerät Marktanteile im Segment über 70 Zoll Bildschirmdiagonale gewinnen kann, wie er im Rahmen seiner Präsentation sagte. Der TV-Markt für Diagonalen unter 55 Zoll sei rückläufig. Wachstum nur in den Segmenten darüber möglich. Lange ist sich auch sicher, dass 8k einer der Megatrends an der diesjährigen IFA sein wird. Dies, obwohl es heute noch kaum 8k-Content in einer Auflösung von 7680x4320 Pixeln gibt. Dieser Unpässlichkeit will Sharp mit – man ahnt es – 8k-Upscaling begegnen. Auch soll sogenannter Consumer-generated Content in Form von sehr hoch aufgelösten Digitalfotografien in nativer Auflösung auf dem 8k-Display angezeigt werden können.

Natürlich arbeitet Sharp auch daran, ein Ökosystem zu schaffen, das dereinst von Kreation über Editing und Speicherung bis hin zum Senden, Empfangen und Anzeigen die ganze Video-Produktion und -distribution abbilden soll. Mit dem Technologieriesen Foxconn im Hintergrund scheint das ein erreichbares Ziel. Eine 8k-Kamera hat Sharp bereits entwickelt und im vergangenen Dezember lanciert.

Der 8k-TV namens LV-70X500E soll für 12'000 Euro in den Handel kommen. Der Preis für die Schweiz ist noch nicht bekannt. Die Markteinführung soll laut UMC-Schweiz-Country-Manager Thierry Sulser aber nicht mehr im April erfolgen.

Italiens erstes 4G-Radio

Der italienische CE-Anbieter Radionovelli will seinerseits den Markt mit einem 4G-DAB-Internet-FM-Radio aufmischen. Das Gerät verbindet sich, falls kein WLAN in der Nähe ist, via 4G-SIM-Karte mit dem Web und streamt damit Internetradio überall dort, wo es ein mobiles Datennetz gibt. So soll Radioempfang auch dort möglich sein, wo UKW und DAB nicht verfügbar sind. Das «smarte» auf Android basierende Küchenradio mit eingebautem 7-Zoll-Display und Webcam soll jeweils automatisch das beste Empfangssignal auswählen und wiedergeben. Auch einen CD-/DVD-Player hat das Gerät an Bord. Verfügbar ist das Gerät laut Radionovelli ab dem 7. Mai bei Amazon und im Onlineshop von radionovelli.it für stolze 1000 Euro.

IFA als Bindegewebe für Technologie-Ökosystem

Ausser den Sponsoren referierten natürlich auch die Vertreter der IFA-Veranstalter sowie vom Marktforscher GFK an der Pressekonferenz. Die Daten von GFK zeigen, dass der weltweite CE-Umsatz 2018 mehr als 1,014 Billionen US-Dollar betragen soll, was einem Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Getrieben werde dieses Wachstum durch die drei grossen Produktkategorien: Smartphones (plus 4 Prozent auf 487 Milliarden Dollar), Smart Speaker (plus 230 Prozent auf mehr als 150 Millionen Einheiten) und Fernsehgeräte (plus 14 Prozent auf 122 Milliarden Dollar).

Messe-Berlin-CEO Christian Göke berichtete, dass der Einzelhandel im ersten Quartal des Jahres seine Schwierigkeiten gehabt hätte, die Branche nun aber auf ein gutes Geschäft in Sommer und Herbst zählen könne. Innovationen in der Unterhaltungselektronikbranche würden den Markt beflügeln. "Technologie-Megatrends treiben die Innovation voran, mit immer kleineren und leistungsfähigeren Komponenten, die wiederum neue Technologien wie Sprachsteuerung und künstliche Intelligenz ermöglichen", sagte Göke. "Die IFA ermöglicht die Präsentation dieser Innovationen und ist das Bindegewebe für das globale Technologie-Ökosystem." Laut Göke besteht die Unterhaltungselektronikbranche mittlerweile nicht mehr nur aus einer Industrie, sondern setzt sich aus sieben, acht oder neun verschiedenen Technologiebranchen zusammen, die alle miteinander zusammenarbeiten. Jede Branche bringe ihr eigenes Wissen, ihre eigenen Erkenntnisse und Fähigkeiten ein. Alle diese Branchen würden voneinander lernen und sich gegenseitig inspirieren. "Co-Innovation at its best."

Kooperation mit dem Genfer Autosalon

Abgesehen von den Trends rund um die IFA sprach Göke auch über die wachsende globale Präsenz der Messe. Seit 2016 veranstaltet die IFA mit der CE China Show in Shenzhen eine Einkaufsmesse für den asiatischen Markt, die dieses Jahr vom 3. bis 5. Mai stattfindet.

Ausserdem erklärte Göke, was es mit der neuen Partnerschaft zwischen der IFA und dem Genfer Autosalon auf sich hat. Unter dem Namen Shift Automotive veranstalten die beiden Messen eine gemeinsame Fachtagung, im Rahmen derer erforscht werden soll, wie "neue Technologien die Art und Weise verändern, wie wir denken, leben und Auto fahren". Die neue Veranstaltung soll zweimal im Jahr in Genf und Berlin während der Geneva International Motor Show bzw. der IFA stattfinden. Das erste Mal am 4. und 5. September an der diesjährigen IFA. So wird die IFA auch ein bisschen zur CES, wo Autohersteller schon seit einigen Jahren steigende Präsenz markieren.

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