Gamescom 2017: Tag 3

Samsung will auch eine Gaming-Marke sein

Uhr | Aktualisiert

Während Fachbesucher und Presse sich vornehmlich in der Business Area der Gamescom 2017 aufhalten, geht in der Entertainment Area die Post ab. Die Redaktion stürzte sich in das bunte Chaos. Sie schaute unter anderem an den Ständen von Samsung, Sony und HTC vorbei.

Auch am zweiten öffentlich zugänglichen Tag der Gamescom 2017 hat der Besucherstrom nicht abgebrochen. In der Entertainment Area wurde wieder kräftig gespielt und bei den harten Wettkämpfen mitgefiebert. Die Redaktion hat sich aus dem Pressebereich in die Masse gestürzt.

Samsung

Samsungs Ziel an der Gamescom ist laut Ralph Weber, Product Manager Monitore Samsung, klar: Die koreanische Marke soll im Gaming-Markt Präsenz markieren. Konsumenten würden Samsung nicht unbedingt mit Gaming assoziieren. Das soll sich nun ändern. "Ein starker Gaming-Brand zu werden wird hart", räumte Weber ein, "aber wir schaffen das."

Bei den Software-Publishern an der Messe stehen laut dem Manager zwischen 1300 und 1500 Monitore von Samsung. Es gehe aber nicht nur um Präsenz: "Wir wollen auch etwas Neues bringen", sagte Weber. Das aktuelle Line-up von Samsung biete zurzeit die einzigen QLED-HDR-Monitore mit 144 Hertz auf dem Markt. Zudem arbeite Samsung mit dem Spieleentwickler Dice zusammen, um die Geräte für Gaming zu optimieren.

Die Geräte, der H49GC90, der C27HG70 und der C32HG70 waren auch am Stand von Samsung selbst zu sehen. Insbesondere der C49HG90 schien das Interesse der Besucher zu wecken. Der gekrümmte 49-Zoll-Bildschirm hat ein Seitenverhältnis von 32:9. Entsprechend deckt er die gleiche Fläche ab, wie zwei 16:9-Monitore nebeneinander. Für Gaming sei das besonders immersiv, zumindest solange Grafikkarten und Games entsprechende Seitenverhältnisse unterstützen. Zudem sei es generell ein Ersatz für klassische Einrichtungen mit zwei Bildschirmen.

Die T5 von Samsung. (Source: Netzmedien)

Ausser Monitoren gab es auch andere Gaming-Hardware zu sehen. Samsungs SSDs seien schon längst ein typischer Bestandteil von Gaming-PCs. In einer Vitrine waren einige der Speichergeräte, darunter die aktuelle T5, zu sehen.

Ein weiterer Gaming-Bereich, in dem Samsung schon etwas länger aktiv ist, ist die Sparte VR. Zu sehen und zu testen gab es das Headset Gear VR und die dazugehörigen Controller. Natürlich war auch das Galaxy S8, das aktuelle Flaggschiff-Smartphone von Samsung, am Stand zu sehen.

Sony

Die grosse Gamescom-Neuigkeit von Sony dieses Jahr betrifft den Dienst Playstation Now. Dieser soll neuerdings auch für Windows-PCs im deutschsprachigen Raum verfügbar sein. Benutzer müssen auch gar keine Playstation besitzen. Das bedeute, dass auch PC-Gamer per Streaming nun exklusive Titel wie The Last of Us und Uncharted auf ihren Geräten spielen können. Im deutschsprachigen Raum soll der Dienst noch dieses Jahr verfügbar sein. Weitere Details wie etwa Preise werde Sony zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Natürlich kam auch Sony nicht mit leeren Händen an die Gamescom, sondern brachte eine geballte Ladung Spiele nach Köln. Darunter etwa den Titel Detroit: Become Human des legendären Spielemachers David Cage und das exklusive Playstation-Spiel Uncharted: The Lost Legacy.

HTC Vive

Am Anfang der Gamescom verkündigte HTC, dass der Preis des VR-Headsets Vive auf 699 Euro reduziert wurde. Die Redaktion sprach mit Graham Breen, Senior Manager Product Marketing bei HTC, über die Entwicklung des "VR-Ökosystems".

Graham Breen, Senior Manager Product Marketing bei HTC. (Source: Netzmedien)

"Als sich die Entwicklung von VR abzuzeichnen begann, war uns klar, dass das eine transformierende Technologie sein wird", erklärte Breen. Es gebe so viele Anwendungsoptionen, auch ausserhalb der Gaming-Industrie. Diese Wahrnehmung habe sich auch bis heute nicht geändert.

Nun gehe es darum, ein breites Publikum mit einem breiten Angebot zu bedienen. Dies sei einer der Gründe für die Preissenkung der Vive. Das Headset sei so für die meisten Benutzer erschwinglich. Wie sich der niedrigere Preis auf die Rentabilität des Headsets auswirke, wollte Breen nicht beantworten.

"Jetzt kommt so ziemlich alles zusammen", freute sich der HTC-Manager. Einerseits sei der Preis niedriger, andererseits kommen nun grosse Spieletitel auch auf die Vive. Die Redaktion konnte etwa Fallout 4 in VR testen. Diese Veränderungen finden kurz vor der grössten Verkaufssaison des Jahres statt, was ebenfalls zur günstigen Situation für das VR-Ökosystem beitrage.

Die Gamescom sei ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung der Vive. Der Anlass sei sehr wichtig, denn hier treffe man direkt auf die Menschen, die sich so ein Gerät auch kaufen würden. Einerseits sei es motivierend, Begeisterung zu sehen, andererseits gebe es auch immer wieder produktives Feedback. Die Erfahrung auf der Gamescom 2017 fasst Breen mit einem Wort zusammen: "grossartig".

CD Project Red

Das polnische Games-Studio CD Project Red stellte an der Gamescom das E-Sports-Format für das digitale Kartenspiel Gwent vor. Spieler hätten immer wieder um ein Wettbewerbsformat gebeten, erklärten die Sprecher des Unternehmens in einer Präsentation. In einem Video wurde ausführlich erklärt, wie Gwent Masters funktioniert und wie man Gwent-Weltmeister werden kann.

Zudem war der erste Einzelspielerinhalt namens Thronebreaker für das Multiplayer-Kartenspiel zu sehen. Einer der Entwickler führte eine kurze Demo vor. Dabei beschränkt sich diese Erweiterung nicht auf Karten, sondern bindet eine offene Welt und ein Dialogsystem mit ein.

Wettbewerbe

Auch dieses Jahr gab es wieder jede Menge Wettbewerbe, sowohl für Besucher als auch für E-Sportler. Am Stand von Caseking etwa konnten Hobby-PC-Bastler ihr Geschick im Einbauen von RAM messen. Es winkten Ruhm und Ehre in Form eines Eintrags in die Rangliste, sowie verschiedene Preise.

Bei Toshiba konnten sich Besucher spontan Duelle in League of Legends liefern. Das japanische Unternehmen lockte mit SSDs als Preis.

Ein Turnier in Arena of Valor. (Source: Netzmedien)

Natürlich gab es auch viele professionelle Wettbewerbe in der ESL Arena. Dort finden nicht nur die Finalspiele der ESL-Meisterschaft am Sonntag statt, sondern es gab auch während der Woche unzählige kleinere Turniere. So etwa ein Wettbewerb im Spiel Arena of Valor von Tencent. In diesem konnten Besucher Seite an Seite mit berühmten E-Sportlern kämpfen. Darunter waren etwa die beiden 2011-Weltmeister in League of Legends, Cyanide und Yellowstar. Als Preis winkten iPhones.

Gamescom Awards

Die Gamescom Awards fanden am Donnerstag von 17:00 bis 18:40 Uhr statt. Die Redaktion war bei der Verleihung zugegen und fasste die Gewinner zusammen:

  • Best of Gamescom Award: Super Mario Odyssey, Nintendo

  • Gamescom Award for Best Add-on/DLC: Battlefield 1: In the Name of the Tsar, Electronic Arts

  • Gamescom Award for Best Booth: Electronic Arts gamescom Booth 2017, Electronic Arts

  • Best Console Game Sony PlayStation 4: Assassin's Creed Origins, Ubisoft

  • Best Console Game Microsoft Xbox One: Mittelerde: Schatten des Krieges, Warner Bros.

  • Best Console Game Nintendo Switch: Super Mario Odyssey, Nintendo

  • Best PC Game: Kingdom Come: Deliverance, Koch Media

  • Best Mobile Game: Metroid: Samus Returns, Nintendo

  • Best Role Playing Game: Ni No Kuni II: Revenant Kingdom, Bandai Namco

  • Best Racing Game: Forza Motorsport 7, Microsoft

  • Best Action Game: Super Mario Odyssey, Nintendo

  • Best Simulation Game: Project CARS 2, Bandai Namco

  • Best Sports Game: PES 2018, Konami

  • Best Family Game: Super Mario Odyssey, Nintendo

  • Best Strategy Game: Mario & Rabbids Kingdom Battle, Ubisoft

  • Best Puzzle / Skill Game: God's Trigger, Techland

  • Best Social / Online Game: Destiny 2, Activision Blizzard

  • Best Casual Game: Hidden Agenda, Sony

  • Best Multiplayer Game: Destiny 2, Activision Blizzard

  • Best Virtual Reality Game: Fallout 4 VR, ZeniMax

  • Best Hardware: Xbox One X, Microsoft

Nintendos Super Mario Odyssey gewann so viele Preise, dass die Moderatoren es nicht lassen konnten, darüber zu witzeln, dass der Repräsentant von Nintendo doch gleich auf der Bühne bleiben soll, um die Awards in Empfang zu nehmen.

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