Mystery-Shopping

Interdiscount-Mitarbeiter: "Der hilft bei Allergien mega gut"

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Mindestens ein Mal pro Jahr plagt Mystery-Shopper Bruno T. der Heuschnupfen. Damit er wenigstens zuhause besser durchatmen kann, hat sich Bruno auf die Suche nach einem Luftreiniger gemacht. Seine Mystery-Shopping-Tour begann erfolgreich, aber dann hagelte es Enttäuschungen.

"Roger" von Stadler Form war der Favorit einiger Verkäufer. (Source: zVg)
"Roger" von Stadler Form war der Favorit einiger Verkäufer. (Source: zVg)

Der Heuschnupfen hat Bruno T. diesen Frühling heftig erwischt. Da der Mystery-Shopper auch manchmal im Herbst von herumschwirrenden Pollen geplagt wird, beschloss er, sich einen Luftreiniger zuzulegen. Schliesslich versprechen viele Hersteller solcher Geräte Linderung für Allergiker. Bruno wollte ein Gerät für sein 15 Quadratmeter grosses Schlafzimmer. Preisliche Schmerzgrenze: 400 Franken. Er machte sich auf zu Fust, Interdiscount, Manor, Media Markt, Melectronics und einem Fachhändler, um herauszufinden, was das Verkaufspersonal empfiehlt.

Melectronics

Seine Tour begann Bruno bei Melectronics. Schnell hatte er einen Verkäufer gefunden. Der Mystery-Shopper schilderte ihm kurz, wonach er suche. Der Verkäufer erklärte, dass im Sommer nicht gerade Luftreiniger-Saison sei und im Laden daher nur zwei Modelle stünden. Während der Verkäufer Bruno zu besagten Modellen führte, fragte er ihn, für welches Zimmer der Luftreiniger sei. Als Erstes zeigte der Melectronics-Mitarbeiter Bruno "Roger" von Stadler Form, der sich für eine Fläche von 20 Quadratmetern eigne. "Der filtert so gut wie 99 Prozent aller Bakterien aus der Luft und hilft auch bei Pollenallergien", versicherte der Verkäufer. Bruno erkundigte sich nach dem Filter im Gerät und wie häufig er diesen wechseln müsse. "Einmal pro Saison reicht", lautete die Antwort des Verkäufers. Von Stadler Form gebe es auch noch einen kleineren Luftreiniger. "Das ist so ein Würfel, aber ich habe den Namen gerade vergessen." Wie der Verkäufer erklärte, findet Bruno diesen im Melectronics-Onlineshop. Zum zweiten Luftreiniger erfuhr Bruno nichts. Der Verkäufer zeigte sich so überzeugt von "Roger", dass Bruno auch völlig vergass, nach dem anderen Gerät zu fragen. Der Mystery-Shopper bedankte sich für die Beratung und machte sich auf den Weg zur nahe gelegenen Fust-Filiale.

Fust

Auch der Fust-Verkäufer riet zu "Roger", nachdem er sich Brunos Anliegen angehört hatte. Laut dem Fust-Mitarbeiter reinigt "Roger" die Luft in einem 25 Quadratmeter grossen Raum innerhalb von drei bis vier Stunden. Für den Luftreiniger gebe es verschiedene Filtermatten "für Allergiker oder auch für Raucher". Zeigen konnte der Verkäufer den Luftreiniger nicht. Er habe das letzte Modell gestern an eine Kundin verkauft, "die super happy damit ist". Um Bruno eine Vorstellung von "Rogers" Massen zu geben, führte ihn der Verkäufer zu einem grösseren Gerät von Boneco und zeigte, wie viel kleiner das Stadler-Form-Modell sei. Der Boneco-Luftreiniger sei für etwa 40 Quadratmeter grosse Räume geeignet, sagte der Verkäufer und musste sich nach einem Blick auf den Text auf der Verpackung korrigieren: "Da steht jetzt 60 Quadratmeter. Ja, theoretisch, aber ich sage immer 30." Hätte Bruno einen Luftreiniger für einen grösseren Raum gesucht, hätte er nochmal nachgefragt, was denn jetzt stimme. Aber das Boneco-Gerät war ihm sowieso zu gross. Der Verkäufer führte den Mystery-Shopper noch zu einem Luftreiniger von Electrolux, der allerdings auch grösser war als "Roger". Auch bei Fust fragte Bruno nach, wie häufig er den Luftreinigerfilter wechseln müsse. "Man sagt, zirka nach einem Jahr, aber es kommt darauf an, wie heikel Sie sind und wie häufig Sie ihn brauchen." Bruno sagte dem Fust-Mitarbeiter, dass er sich im Internet noch etwas genauer über "Roger" informieren wolle. Der Verkäufer bat ihn daraufhin, das Gerät nicht online zu kaufen. "Sonst hat die Filiale hier nichts davon. Sie können auch anrufen und ich kann den Luftreiniger gratis zu Ihnen nach Hause schicken", lautete die Begründung. Bruno nahm die Visitenkarte des Verkäufers entgegen und verliess die Fust-Filiale.

Interdiscount

Einen weiteren Stopp machte der Mystery-Shopper bei Interdiscount. Dort war gerade ziemlich viel los und Bruno musste knapp 10 Minuten warten, bis einer der zwei Verkäufer im Laden frei war. Bruno erklärte, dass er einen Luftreiniger suche. "Ist es auch zum Kühlen oder geht es wirklich nur um die Reinigung?", fragte der Verkäufer. Als Brunos Bedürfnisse geklärt waren, ging der Interdiscount-Mitarbeiter mit ihm vor das Geschäft, um ihm ein Gerät von Xiaomi zu zeigen, das im Schaufenster ausgestellt war. "Der ist sehr beliebt und hilft bei Allergien mega gut." Der Verkäufer wies noch darauf hin, dass das Gerät sehr leise und Testsieger bei Kassensturz geworden sei. Wieder zurück im Laden führte der Verkäufer Bruno zu einigen Geräten von Dyson. "Das sind echte Qualitätsprodukte." Der Mystery-Shopper fragte nach, was denn den Unterschied ausmache. Laut Verkäufer haben die Dyson-Geräte ein sehr gutes Filtersystem mit gros­sem Filter. Zusätzlich würden die meisten Modelle die Luft gleichzeitig auch kühlen. Das wollte Bruno aber nicht, wie er schon am Anfang erklärt hatte. Viel mehr Modelle, als die eben gezeigten von Dyson und Xiaomi, habe Interdiscount momentan nicht im Sortiment, sagte der Mitarbeiter. Von Philips und Breuer gebe es noch Luftreiniger. "Die sind aber auch nicht viel besser als der von Xiaomi." Bevor er sich verabschiedete, stellte Bruno auch dem Interdiscount-Mitarbeiter die Filterfrage. Mindestens ein Mal pro Saison auswechseln, lautete die Antwort des Verkäufers.

Media Markt

Nach einer kurzen Snack-Pause wollte Bruno herausfinden, welche Luftreiniger ihm Media Markt empfiehlt. Der Verkäufer im Geschäft war zwar sehr freundlich und sehr bemüht, schien aber etwa so viel Ahnung zu haben wie Bruno nach seinem kurzen Blick in den Media-Markt-Onlineshop. So verbrachte der Mystery-Shopper rund 15 Minuten damit, neben dem Verkäufer am Computer zu stehen und ihm beim Rezitieren von Produktseiten und Googeln nach geeigneten Modellen zuzusehen. Der Media-Markt-Mitarbeiter kam zum Schluss, dass ein Gerät von Philips für rund 130 Franken, das nach Herstellerangaben für eine Raumgrösse von maximal 49 Quadratmetern geeignet ist, die beste Wahl für den Mystery-Shopper sei. Bruno bedankte sich und zog weiter.

Fachhändler

Eigentlich wollte sich Bruno als Nächstes bei einem Fachhändler Rat holen. Dessen Geschäft war jedoch ferienhalber geschlossen. Das hatte ihm die Website beim Recherchieren am Tag zuvor nicht angezeigt. "Also gut, dann halt weiter", dachte sich Bruno und stiefelte in Richtung Manor.

Manor

Brunos letzte Station war Manor. Auf der Website des Warenhauses hatte er gesehen, dass es auch hier eine Auswahl an Geräten gibt. Schnell fand der Mystery-Shopper die richtige Abteilung. Ausgestellt sah er einige Geräte von Dyson und in den Regalen entdeckte er auch Luftreiniger von Electrolux und Beurer. Nur das Verkaufspersonal fehlte. Also fragte Bruno eine Verkäuferin in der Mercerie-Abteilung, ob sie sich auskenne. Nicht wirklich, gestand sie ein und sagte: "Da rufen wir besser einen Fachmann." Sie versicherte Bruno, es würde gleich jemand in die Haushaltsgeräteabteilung kommen. Doch auch nachdem Bruno die Etiketten und Beschreibungen aller vorhandenen Luftreiniger und einiger anderer Geräte dreimal gelesen hatte, kam niemand. Bruno war mittlerweile müde, hatte Hunger und beschloss daher die Mystery-Shopping-Tour zu beenden.

Fazit

Hätte sich Bruno nach der Mystery-Shopping-Tour für einen Luftreiniger entscheiden müssen, hätte er wohl "Roger" von Stadler Form gewählt. Denn sowohl der Fust- als auch der Melectronics-Verkäufer schienen von dem Gerät begeistert zu sein. In den beiden Geschäften und auch bei Interdiscount fühlte sich Bruno relativ gut beraten, auch wenn der Fust-Verkäufer teils etwas mit den spezifischen Angaben zu den Geräten haderte. Der Verkäufer bei Media Markt – wenn auch sehr freundlich – schien keine Ahnung von Luftreinigern zu haben. Auch wenn Bruno die Bemühungen des Verkäufers schätzte, Produktbeschreibungen hätte der Mystery-Shopper auch selbst zuhause am Computer lesen können. Manor hatte eine relativ grosse Auswahl an Geräten. Allerdings bringt das wenig, wenn kein Verkäufer und keine Verkäuferin beratend zur Verfügung steht. Dass der Fachhändler geschlossen hatte, fand Bruno zwar ärgerlich, aber jeder braucht mal Ferien.

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