Neuer Leiter in der Schweiz

Was Rico Brecht mit Philips Personal Health plant

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Philips Schweiz hat einen neuen Leiter Personal Health. Rico Brecht erzählt im Interview, welche Ziele er mit der Philips-Sparte hat und wo er Wachstumschancen sieht. Ausserdem sagt er, welche Bedeutung das Onlinegeschäft hat und wie er den POS zum Erlebnis machen will.

Rico Brecht, Leiter Personal Health bei Philips Schweiz (Source: Philips)
Rico Brecht, Leiter Personal Health bei Philips Schweiz (Source: Philips)

Sie sind seit November neuer Leiter Personal Health bei Philips in der Schweiz. Wie wollen Sie das Unternehmen ausrichten?

Rico Brecht: Philips versteht es seit 127 Jahren, erfolgreiches Innovations- und Strategiemanagement zu betreiben. Philips Schweiz hält selbstverständlich an diesen Prämissen fest, und der aktuelle Erfolg gibt uns Recht. Auch unter meiner Leitung sind Optimierungen angedacht, die strategischen Weichen sind jedoch gut gestellt und benötigen derzeit keine Korrekturen.

Welche Ziele sind das?

Wir bauen 2018 auf vier Pfeiler: auf die Digitalisierung, die immer weiter fortschreitet, das Verbessern des POS-Erlebnisses für Konsumenten, generell auf die Prozessoptimierung und natürlich auf Wachstum. Alle Pfeiler haben gemein, dass sie den exzellenten Kundenservice und die langfristigen Partnerschaften ins Zentrum der Bemühungen stellen.

Wie wollen Sie Digitalisierung voranbringen?

Philips-Produkte begleiten den Menschen über das Gesundheitskontinuum hinweg, also von der Geburt bis ins hohe Alter. Phasen wie "gesundes Leben", "Prävention", "Diagnose" und "Behandlung" bis zur "medizinischen Versorgung zuhause" können mit Apps und Connected Devices unterstützt werden. Aber es bringt nichts, wenn wir nur die Lösungen haben. Wir müssen uns auch intern dahingehend entwickeln, in diesen verknüpften Abschnitten zu denken. Daran arbeiten wir.

Wie erfolgreich war Philips Personal Health im ver­gangenen Jahr?

Es war ein sehr gutes Jahr. Wir haben Marktanteile gewonnen und sind teilweise schneller als der Markt gewachsen. Der Schlüssel zum Erfolg sind intensiv gepflegte und langfristige Partnerschaften. Auch basieren die guten Ergebnisse auf unseren Innovationen, dem Digitalfokus sowie auf der Personalentwicklung.

Haben Sie nun mehr oder weniger Mitarbeiter?

Es sind mehr geworden. Unter anderem weil wir die "Philips Avent"-Produkte neu direkt vertreiben. Ausserdem verstärkten wir unser Digitalteam, brachten aber auch bestehende Mitarbeiter mit Digitaltrainings voran. So können wir unseren Kunden online einen Mehrwert bieten, indem wir sie dort abholen, wo sie gerade unterwegs sind. Etwa mit massgeschneiderten Kampagnen.

Wie viele Mitarbeiter sind es zurzeit?

Bei Personal Health arbeiten 42 Personen Vollzeit.

Was waren die Innovationen, die zum Wachstum beitrugen?

Wir haben den Philips Oneblade als neues Produkt in viele Kanäle hineinverkaufen können und seinen Auftritt umfangreich und diversifiziert gestaltet. Ausserdem konnten wir im vierten Quartal den Launch der Saeco-Xelsis-Kaffeemaschine positiv verbuchen. Sehr erfolgreich sind wir auch mit Oral Healthcare unterwegs, wo wir Marktführer in der Schweiz sind. Der klare Innovationsträger, der uns in dieser Kategorie unterstützte, ist die neue Sonicare Diamond-Clean Smart, ein personalisierter Mundhygienecoach.

Wie sehr akzeptiert der Markt eine solche Vernetzung bei Haushaltskleingeräten?

Sehr gut. Die Philips-Apps und -Communitys rund um unseren Konzern vergrössern sich. So steht der Philips Airfryer, mit dem man fettreduziert frittieren kann, auf Pinterest an erster Stelle in der Kategorie Essen und Trinken. Rezepte und Bilder inspirieren Follower über die Produkte hinaus. Als Anbieter im Bereich der Gesundheitstechnologie bieten wir eben nicht nur die Geräte an sich, sondern sinnvolle Innovationen, die das Leben der Menschen wirklich verbessern. Dazu zählen auch vernetzte Dienstleistungen, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

Sie sagten bei Ihrem Stellenantritt, dass Sie grossen Wert auf marktgerechte und marktgerichtete Umsetzungen am Verkaufspunkt legen, off- und online. Wie soll die Umsetzung aussehen?

Dank meiner langjährigen Retail-Erfahrung konnte ich bei Philips Schweiz die letzten drei Jahre Abläufe ausbauen und stärken. Wir wollen ein Erlebnis sowohl am Off- wie auch am Online-POS schaffen. Beispielsweise in Form eines guten Category Managements oder verschiedener attraktiver Promotionen, die wir mit unseren Partnern zusammen gestalten. Immer mit dem Ziel, dass man einen Mehrwert für den Endkonsumenten schafft. Wir investieren viele Ressourcen für individuelle Lösungen.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wichtig ist, dass man auf die Handelspartner eingeht und mit ihnen schaut, welche Möglichkeiten man am POS hat und anhand der Analyse zugeschnittene Marketingmass­nahmen umsetzt. Den POS gilt es stationär sowie online zu berücksichtigen.

Welche Bedeutung hat der Onlinekanal für Philips Personal Health in der Schweiz?

Etwa 20 Prozent unseres Umsatzes generieren wir online. Aber auch in der Schweiz erkundigt sich die Mehrheit der Kunden zuerst online, deshalb müssen wir überall gut und präsent sein – überall dort, wo sich ein potenzieller Kunde aufhält. Der Endkonsument soll sich verstanden und abgeholt fühlen sowie Angebote vergleichen können, damit er nachher entweder stationär oder online kaufen kann.

Unterscheiden Sie intern zwischen on- und offline?

Nein, wir haben gemeinsame Ziele und wollen sowohl on- wie auch offline ein einheitliches Bild schaffen. Der Endkonsument lässt sich von so vielen Eindrücken leiten, deshalb sind wir überall so gut wie möglich präsent.

Gilt das auch für Segmente wie Kaffeemaschinen?

Absolut. Interessanterweise will der Endkonsument eine Kaffeemaschine ausprobieren, recherchiert aber zuvor monatelang online. Diesen Weg der Informationsbeschaffung müssen wir natürlich begleiten können. Zusätzlich bieten unsere Fachberater einen informativen Kontaktpunkt am stationären POS.

Wollen Sie die Anzahl Fachberater ausbauen?

In erster Line wollen wir sie noch erfolgreicher machen. Für uns ist entscheidend, welche Qualität wir erreichen. Deshalb schulen wir unsere Fachberater sehr gut. Die Fachberatung stand bei uns schon immer im Fokus – trotz dass sie relativ zeitintensiv ist.

Wie profitiert der Handel von den Fachberatern?

Wir unterstützen ihn damit beim Abverkauf. Beispielsweise mit auf den Endkonsumenten zugeschnittenen Verkaufsfördermassnahmen oder durch Instore-Schulungen, durchgeführt vom beratenden Fachpersonal.

Sie sind seit fast drei Jahren bei Philips. Wie haben Sie die Umbrüche erlebt?

Philips stand in seiner Geschichte nie still, und dynamische Prozesse reizen mich besonders, denn sie halten spannende Herausforderungen bereit. In Zeiten, in denen ein Geschäftsbereich ausgegliedert wird, verfolgt Philips klare strategische Ziele. So wurde etwa der Audio-, Video-, und Multimediabereich zugunsten der Ausrichtung auf eine Gesundheitstechnologiefirma verselbstständigt. Wir sind auf einem guten Weg und verfügen über die richtigen Leute, die Markpotenzial ausschöpfen und neue Kanäle erschliessen können.

Welche Bedeutung hat Personal Health bei Philips Schweiz?

Wir sind in den letzten Jahren mit Personal Health gewachsen. Diese Sparte ist wichtig für den gesamten Geschäfts­abschluss. Der professionelle Geschäftsbereich Health Systems kümmert sich um den Vertrieb innovativer Medizintechnik, während Philips Personal Health im B2C-Bereich tätig ist. Dennoch können beide Bereiche voneinander auch im Geschäftsalltag Synergien nutzen. Unsere Dreamwear-Nasenmasken für die Schlaftherapie oder hochspezialisierte Luftreiniger für Allergiker können auch im Spitalalltag eingesetzt werden. In Zukunft werden wir Synergien zwischen Personal Health und Health Systems noch weiter vertiefen.

Auf welche Produktgruppen wollen Sie sich 2018 bei Haushaltskleingeräten konzentrieren?

Wir wollen die Bereiche, in denen wir bereits Marktführer sind, weiter ausbauen. Das ist bei Oral Healthcare und Male Grooming der Fall. In anderen Kategorien wollen wir wiederum nicht ausgeschöpftes Potenzial besser nutzen, Marktanteile zurückgewinnen oder Märkte durch Philips' Innovationen wachsen lassen.

Was wären sinnvolle Partner für neue Kanäle?

In der Schweiz betreibt Philips aktives New Business Development, um passende Kanäle und Kunden zu eruieren. Mit wem wir am Ende eine längerfristige Partnerschaft eingehen, ist nicht zuletzt abhängig von der betreffenden Produktkategorie.

Was raten Sie dem Handel?

Zusammen mit Philips können Sie mehr erreichen! Wir bieten dafür individuelle Lösungen. Der stationäre Handel darf seinen digitalen Auftritt nicht vernachlässigen und soll in Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden investieren.

Was ist Ihr Tipp für FEA-Expo-Besucher?

Nehmen Sie sich Zeit, um die Innovationen anzusehen. Trinken Sie einen geschmackvollen Kaffee aus unserer Saeco Xelsis oder lassen Sie sich vom Standkoch verköstigen, tauchen Sie in die Beautywelt ein und lassen Sie sich von unserem FEA-Team die Produkte im Detail erklären.

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