Merian Iselin Klinik

GNI zeigt Spitalumbau

Uhr | Aktualisiert

Die Gebäude-Netzwerk-Initiative hat am Feierabend-Seminar ein Best-Practice-Beispiel gezeigt. Beteiligte am Umbau der Merian Iselin Klinik in Basel sprachen über ihre Erfahrungen. In Zukunft werde der Gebäudeautomatiker zum Gebäudemanager.

Die Gebäude-Netzwerk-Initiative (GNI) hat am Mittwoch gemeinsam mit der Elektrogemeinschaft Basel in die Klinik Merian Iselin geladen. 90 Teilnehmer, darunter Bauherren, Planer, Systemintegratoren, Hersteller und Betreiber trafen sich in der Basler Spezialklinik für Orthopädie und Urologie zum Feierabendseminar.

GNI-Leiter Pierre Schoeffel erklärte den Event zur Kommunikationsplattform. Im Zentrum stand ein Best-Practice-Beispiel. Das Basler Privatspital Merian Iselin sanierte während zwei Jahren seine komplette Haustechnik, stockte das Volumen in Form eines Anbaus um 1020 Quadratmeter auf und konzeptionierte die Fassade neu. Laut Spitaldirektor Stefan Fricker gab es beim Bau und der Sanierung einige Dinge zu beachten, "weil Medizin sicher sein muss".

Vier Wochen ohne Operationen

Stephan Begert, Leiter Technik und Sicherheit bei der Klinik, sprach über die zweijährige Umbauzeit. Alles sei gut gegangen, doch durfte die Klinik nur während vier Wochen ohne Operationen auskommen. Ansonsten geschah der Umbau während des regulären Spitalbetriebs.

Stephan Begert, Leiter Technik und Sicherheit bei der Merian Iselin Klinik. (Source: Netzmedien)

Neu verfügt die Klinik über ein Wärmerückgewinnungssystem, laut Begert ein Pilotprojekt und Highlight des Umbaus. Zahlen zum Wärmerückgewinnungssystem konnte Begert noch keine nennen, weil der Zähler noch nicht funktioniere. Seit dem Umbau seien aber Transmissionseinsparungen um 60 Prozent möglich. Die Klinik habe die Heizkosten massiv senken können. Ausserdem produziere eine 550-Quadratmeter-Photovoltaikanlage auf Dach und Fassade 78'000 kWh Energie im Jahr.

Interaktives Denken gefordert

Eplan-Projektleiter Claudio Wernle war für die Umsetzung der Wünsche des Bauherrn zuständig. Wernle erinnerte an die EU-Norm HD60364-7-710, die einige Besonderheiten bei Bauten im medizinischen Bereich vorsieht. So seien etwa sechs Verteiler für ein Stockwerk nötig gewesen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Zuweisung der Raumgruppe im Vorprojekt die Basis für das ganze Projekt sei.

Eplan-Projektleiter Claudio Wernle. (Source: Netzmedien)

Vor dem Umbau waren alle Aktivkomponenten in der Hohldecke platziert, was laut Wernle zu erhöhter Brandlast führen kann. Er wählte einen neuen Ansatz und platzierte die aktiven Komponenten in Wandnischen. Dadurch hätten Arbeiten in der Bauschlussphase parallel erfolgen können. Für solche Ansätze sei schon früh in der Planungsphase interaktives Denken notwendig. Wernle riet den Anwesenden, sich bei Projekten früh bei Lieferanten und Behörden zu melden, Zeit für integrale Tests einzuplanen und Musterräume als Erfahrungswerte zu nutzen.

Von der Gebäudeautomation zum Gebäudemanagement

Der zuständige Architekt und Projektleiter Sebastian Pitz von FFBK Architekten zeigte, wie sich der Planungsprozess durch Building Information Modeling (BIM) verändert. So habe er mit den Beteiligten Personen am PC das 3-D-Modell besprochen ohne dass jemals ein Plan auf dem Tisch gelegen sei. Die Diskussion sei dadurch transparenter und Zusammenhänge besser erkennbar gewesen als auf dem 2-D-Plan.

Sven Bickel, Leiter Hub Gebäudeautomation bei Engie Services, sprach über die Zukunft. Vision für die Merian Iselin Klinik seien IoT-Lösungen wie ein Bettenmanagement oder eine wartungsgerechte Planung. Mit "Building Analytics" lasse sich der Zustand der Räume analysieren und daraus Empfehlungskataloge erstellen. In Zukunft würden neue Funktionen wie das Parkplatzmanagement integriert. So werde der Gebäudeautomatiker zum Gebäudemanager.

Sven Bickel, Leiter Hub Gebäudeautomation bei Engie Services. (Source: Netzmedien)

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