Google I/O 2021

Diese Updates gibt's für Google Search, Maps & Co.

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von Kevin Fischer und ml

An der Google I/O 2021 kündigte Google Updates für einige seiner meistgenutzten Dienste an. So soll etwa Googles Suchfunktion künftig komplexere Anfragen verstehen und Maps sicherere Autorouten vorschlagen.

Prabhakar Raghavan von Google stellte MUM vor, die künftig auch komplexe Suchanfragen bewältigen können soll. (Source: Screenshot Netzmedien)
Prabhakar Raghavan von Google stellte MUM vor, die künftig auch komplexe Suchanfragen bewältigen können soll. (Source: Screenshot Netzmedien)

Google hat an seiner Hausmesse I/O Updates für diverse alltägliche Google-Dienste angekündigt. Dazu gehören Google Search, Maps, Photos und Passwortmanager.

Google Search

Prabhakar Raghavan, Senior Vice President bei Google, stellte eine grosse Änderung in Google Search vor: MUM (Multitask Unified Model). MUM soll fähig sein, komplexe Suchanfragen über Text, Bild, Video und Audio hinweg zu verstehen, für die derzeit mehrere Suchen notwendig wären.

Als Beispiel nannte Rhagavan ein Szenario, in dem eine Person fragt: "Ich bin den Mount Adams hinaufgewandert und möchte nächsten Herbst den Mount Fuji besteigen; was muss ich bei der Vorbereitung anders machen?" MUM versteht die Frage und durchforstet das Netz nach Informationen wie etwa die Steilheit des Weges, Wetter- und Temperaturlage und Erfahrungsberichte weiterer Personen.

MUM versteht komplexe Suchanfragen über Textgrenzen hinweg. (Source: Screenshot Netzmedien)

In einem zweiten Teil des Szenarios verweist die Person auf ein Foto mit Wanderschuhen und fragt: "Kann ich diese Schuhe verwenden, um auf Mount Fuji zu wandern?" MUM versteht auch die Text-Bild-Referenz, erkennt den Inhalt des Bilds und liefert wieder umfassende Informationen zu passendem Schuhwerk.

Google will MUM in den kommenden Monaten und Jahren einführen, wie der Konzern schreibt. Die künstliche Intelligenz (KI) basiert auf einer Transformer-Architektur - wie auch LaMDA. Mehr zu dieser Konversations-KI zeigte an der I/O Sundar Pichai, CEO von Google.

Google Maps

Liz Reid, Vizepräsidentin Engineering bei Google, zeigte fünf Neuerungen an Google Maps. Alle Änderungen werden in den kommenden Monaten ausgerollt.

Zunächst wird die Applikation für Autos künftig Routen empfehlen können, auf denen das Risiko einer Vollbremsung geringer ist. Gemäss Google-Blog berücksichtigt Maps dazu verschiedene Risikofaktoren wie Anzahl Spuren und Direktheit der Route. Ändert sich die Ankunftszeit mit der alternativen Strecke nicht nennenswert, wird automatisch die sichere Route empfohlen.

Liz Reid führte durch die fünf Neuerungen in Google Maps. (Source: Screenshot Netzmedien)

Ausserdem will Google Live View ausbauen. Künftig zeigt dieses per Augmented Reality virtuelle Strassenzeichen, die etwa den Weg zurück ins Hotel weisen und zeigt Infos über Gebäude wie Shops und Wahrzeichen im Blickfeld an. Weiter sollen bis zum Ende des Jahres 50 zusätzliche Städte mit detaillierten Karten versehen werden. Darauf sehen Nutzerinnen und Nutzer dann etwa auch, wo sich Zebrastreifen oder Gehsteige befinden.

Interessant dürfte auch die Funktion sein, sich "busy areas", also Örtlichkeiten mit hoher Aktivität, anzeigen zu lassen. Nutzerinnen und Nutzer könnten dann solche Gebiete meiden. Schliesslich will Google Maps künftig die Möglichkeit bieten, gewisse Gebäude und Orte je nach Tageszeit hervorzuheben. So würden etwa am Morgen vor allem Cafés angezeigt, wie Reid erklärte. Wenn man auf Reisen ist, zeige Maps vor allem Wahrzeichen und andere besuchenswerte Orte an.

Maps wird künftig Gebiete mit erhöhter Aktivität anzeigen können. (Source: Screenshot Google Blog)

Google Photos

Shimrit Ben-Yair, Vizepräsidentin Google Photos, stellte verschiedene Updates für Google Photos vor. Das erste vorgestellte Update funktioniert gleich wie Memories und stellt alte Fotos nach Themen zusammen, um sie einfacher wiederzufinden. Die neue Funktion ist KI-getrieben und verfolgt anstelle von Themen "kleine Muster", wie Ben-Yair es beschrieb. Gemäss Google Blog hebt die KI Fotos hervor, wenn drei oder mehr Bilder eine bestimmte Farbe oder eine Form teilen - wie etwa einen orangenen Rucksack. Diese Funktion kommt später im Sommer, wie Google schreibt.

Shimrit Ben-Yair stellte die Updates für Google Photos vor. (Source: Google)

Ein weiteres Update basiert auf der Funktion Cinematic Photos und soll statischen Fotos dank Machine Learning neues Leben einhauchen. Gibt es in Photos etwa zwei Fotos, die in kurzer Zeit hintereinander geschossen wurden, füllt nun eine KI die Lücke zwischen den ähnlichen Bildern mit Bildmaterial auf, so dass eine Animation besteht, die im ersten Bild anfängt und im zweiten Bild endet. Dieses Update soll später im Jahr kommen.

Schliesslich will Photos neu dabei helfen, wenn Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Bilder nicht mehr sehen wollen oder privat halten möchten und blendet diese auf Wunsch aus. Mehr solche Möglichkeiten sollen im Sommer dazukommen. Ausserdem können Nutzerinnen und Nutzer über den neuen "locked folder" Bilder passwortgeschützt ablegen. Diese Bilder werden in Photos nicht mehr angezeigt, wenn User durch die Bilder scrollen. Diese Funktion soll noch im Laufe des Jahres kommen.

Google Password Manager

Google kündigte auch Updates für den Password Manager an. Jen Fitzpatrick, Senior-Vizepräsidentin Core Systems & Experiences bei Google, stellte diese vor.

Jen Fitzpatrick präsentierte Neuerungen rund um den Passwortmanager. (Source: Google)

Die erste Neuerung ist demnach ein Tool, mit dem es einfacher werde, Passwörter aus anderen Passwortmanagern zu importieren. Wie Google in einem Blogeintrag schreibt, gibt es zudem weniger Barrieren zwischen Chrome und Android. So könnten Passwörter in Webseiten und Apps eingefüllt werden, unabhängig ob auf dem Desktop oder dem Mobilgerät - ein Feature, das Apple-User schon seit Jahren kennen.

Ein Alarm weist Nutzerinnen und Nutzer ausserdem künftig darauf hin, ob eines der gespeicherten Passwörter über ein Leck bei Dritten kompromittiert wurde. Auch dies ist eine Funktion, die Apple bereits im Sommer 2020 einführte, wie Sie hier nachlesen können.

Besucht man ausserdem eine Webseite oder eine App mit einem kompromittierten Passwort, fragt der Passwortmanager, ob das Wort geändert werden soll. Klickt man auf den Button, unterstützt der Manager beim Ändern des Passworts. Diese Funktion ist derzeit nur auf Android-Geräten und auf unterstützten Webseiten und Apps verfügbar. Mit der Zeit sollen mehr Seiten und Apps dazukommen.

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