Atracsys Dive

Das verspricht der virtuelle Showroom von Atracsys Interactive

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Die Pandemie hat viele Aktivitäten in den virtuellen Raum verlegt. Mit Atracsys' "Dive" kann die Kundschaft nun auch virtuelle Showrooms betreten und sich dabei von Unternehmen beraten lassen. Was der Service sonst noch alles bereithält, erklärt Beat Brühwiler, Co-Founder und CEO Atracsys Interactive, im Interview.

Beat Brühwiler, Co-Founder und CEO Atracsys Interactive. (Source: zVg)
Beat Brühwiler, Co-Founder und CEO Atracsys Interactive. (Source: zVg)

Atracsys Interactive hat in Reaktion auf die Pandemie kürzlich die Plattform "Dive" veröffentlicht. Um was handelt es sich dabei genau?

Atracsys Dive ist eine Plattform für professionelle, web-basierte virtuelle Umgebungen. Das Basis-Angebot beinhaltet Hosting, CMS, Statistiken und ein Lead-Generation-Modul. Optional stehen weitere Module zur Verfügung, welche ein virtuelles Erlebnis eines Showroom-Besuchs ermöglichen. Somit wird Dive zu einem wichtigen Tool im Vertrieb eines jeden Unternehmens: Potenzielle Kunden können virtuell empfangen und für Produkte begeistert werden.

An wen richtet sich das Angebot?

Unzählige Unternehmen können seit über einem Jahr an keinen Messen mehr teilnehmen, weil diese nicht stattfinden. Ebenfalls bleiben Showrooms, Museen, Kunstgalerien und anderes weitgehend unausgelastet. Eine virtuelle Umgebung löst diese Probleme und ist von überall auf der Welt zugänglich. Das Angebot richtet sich somit an all jene Unternehmen, welche nach vorne schauen und ihren Kunden ein ausserordentliches Erlebnis bieten möchten.

Welche Kenntnisse sind notwendig, um auf Atracsys Dive etwa einen virtuellen Showroom zu erstellen?

Keine. Die Erstellung eines virtuellen Showrooms ist Teil unserer Dienstleistung. Der Kunde muss lediglich wissen, was er in seiner virtuellen Umgebung alles ausstellen und präsentieren möchte. Oft ist bereits ein realer Showroom vorhanden, der als Vorbild dienen kann. Gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten unsere Spezialisten ein Konzept, das für den Endbenutzer möglichst einfach und zugänglich ist.

Was ist Ihr Lieblingsfeature von Atracsys Dive?

Da gibt es einige. Eine tolle Funktionalität ist der "Together-Mode", wo man in einer gemeinsamen Videokonferenz den Besucher sozusagen an der Hand nehmen und ihn durch den Raum oder die Ausstellung führen kann. Man realisiert in diesem Moment, dass man sich nicht mehr nur auf einer Webseite befindet, sondern fühlt sich wirklich vor Ort.

Welche weiteren "Einrichtungsmöglichkeiten" bietet der virtuelle Raum?

Da es sich um eine virtuelle Umgebung handelt, gibt es praktisch keine Einschränkungen, was die Einrichtungsmöglichkeiten oder auch die Lokalität der Umgebung betrifft.

Inwiefern ist es möglich, als Kunde oder als Kundin auf Atracsys Dive auch eigene, neue Features oder Interaktionsmöglichkeiten für den eigenen virtuellen Raum zu entwickeln?

Wie bereits erwähnt sind der Fantasie in der virtuellen Realität kaum Grenzen gesetzt. Jedoch ist nicht jede noch so ausgefallene Idee auch sinnvoll. Grundsätzlich darf man den Besucher respektive den Endkunden nicht überfordern und somit ist es angebracht, sich an der Realität und unserem allgemeingültigen Verständnis einer 3D-Umgebung zu orientieren. Die Physik, wie etwa die Gravitation, könnte man natürlich auf den Kopf stellen. Das bringt aber nur Verwirrung und ist somit kontraproduktiv.

In der neuen Plattform sind auch Analytics integriert. Wie kann man sich das vorstellen? Welche Daten werden erfasst?

Man kann sich das vorstellen wie die Systeme, welche derzeit in echten Shops installiert werden und welche das Kundenverhalten analysieren. Dabei wird etwa Fragen nachgegangen wie: "Wie bewegt sich der Kunde während eines Ladenbesuchs?" Oder: "Welches Produkt sieht sich der Kunde wie lange an?" Man kann dem Besucher auf der Webseite praktisch über die Schulter schauen, nicht anders als Google Analytics bei klassischen Webseiten eingesetzt wird. Statistische Auswertungen werden möglich und diese helfen zu verstehen, was die Besucher interessiert und was nicht. So kann man den Content entsprechend anpassen.

Mit welchen Endgeräten kann die Kundschaft die virtuellen Räume betreten?

Derzeit limitieren wir den Zugang zu Dive auf Desktop- und Laptop-Computer. Mobile Geräte wie Smartphones und Tablets werden noch nicht unterstützt, aus technischen sowie praktischen Gründen: Die Displays sind schlichtweg zu klein, um sich damit in eine 3D-Welt zu begeben. Die Zukunft verspricht jedoch einiges, vor allem den Zugang über VR-Headsets natürlich. Dadurch wird das Erlebnis nochmals sehr viel immersiver werden.

Inwiefern können Gruppen die Räume besuchen?

Wir sind derzeit dabei, die Communication-Layers zu integrieren und nutzen dafür spezialisierte Dienste wie etwa Zoom. Somit können sich so viele Benutzer gleichzeitig in einem Meeting einfinden, wie der entsprechende Service es zulässt.

Mit welchem Bezahlmodell kann man den Dienst beziehen?

Das läuft sehr ähnlich wie bei einem physischen Showroom. Erst muss er eingerichtet werden. Das heisst, man engagiert einen Innenarchitekten für das Konzept und kauft die Einrichtung und ein Team vor Ort, um alles wie gewünscht zu installieren. Danach fällt eine jährliche Miete für den Raum und dessen Unterhalt an. Natürlich kostet all dies ein Bruchteil davon, was in der realen Welt anfällt. Und zudem ist es ein Kinderspiel, eine virtuelle Wand um ein paar Meter zu verschieben, sollte man denn in Zukunft mehr Platz benötigen.

Welche Features sind in Zukunft noch für Atracsys Dive vorgesehen?

Da haben wir bereits einige Ideen, die meisten davon sind natürlich vertraulich. Wie erwähnt kommen als nächstes die Communication-Layers hinzu, um Meetings, Verkaufsgespräche sowie komplette Online-Events und Webinare abhalten zu können. Diese Features werden derzeit am häufigsten gewünscht.

Was denken Sie: Inwiefern wird die Plattform auch nach der Aufhebung der strengsten Pandemie-Massnahmen noch Verwendung finden?

Wir sind überzeugt, dass die Pandemie lediglich die Digitalisierung beschleunigt, aber ihren Kurs nicht wesentlich verändert. Das Online-Erlebnis hat sich seit über 30 Jahren praktisch nicht verändert. Das ist darauf zurückzuführen, dass zuerst neue Web-Technologien und globale Standards entstehen mussten. Der Mensch und vor allem seine kognitiven Fähigkeiten haben sich in den vielen Jahrtausenden vor der Erfindung des Flachbildschirms für den dreidimensionalen Charakter unserer Welt perfektioniert. Diese Fähigkeiten haben ein enormes Potenzial, welches nun auch online ausgeschöpft werden kann. Wenn man sich vorstellt, wie eine aktuelle Internetseite im Jahre 2030 aussehen könnte, denkt man dann an eine Navigation durch vertikales Scrollen und Klicken auf Links?

Webcode
DPF8_215538

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