Einschätzung von Carpathia

Update: Amazon - In der Schweiz hapert’s, in Deutschland läuft’s

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von Eric Belot und Leslie Haeny, cka

Für Amazon ist das Geschäftsjahr 2020 insgesamt sehr gut verlaufen. Während Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland dem E-Tailer ein Umsatzplus von 33 Prozent bescherten, lief das Geschäft in der Schweiz verhalten.

(Source: Christian Wiediger / Unsplash)
(Source: Christian Wiediger / Unsplash)

Update vom 15. Februar 2021: Global hat Amazon 2020 kräftig zugelegt. Der Umsatz des Onlinehändlers wuchs um rund 38 Prozent gegenüber Vorjahr. In der Schweiz war das Amazon-Geschäft hingegen verhalten, wie "Carpathia" schreibt. "Die für die Schweiz relevanten drei Ländergesellschaften Deutschland, Frankreich und Italien konnten nach unseren Berechnungen nur im einstelligen Prozentbereich in der Schweiz zulegen", heisst es im Blogbeitrag.

Gemäss Prognose knackte Amazon die Milliardengrenze in der Schweiz auch dann nicht, wenn man noch weitere Niederlassungen wie Japan oder das Vereinigte Königreich hinzunehmen würde. Zum Vergleich: In Deutschland, dem laut Carpathia für Amazon international wichtigsten Markt, setzte der Onlinegigant 29,6 Milliarden US-Dollar um. Das entspricht einem Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Marktforscher gehen aber davon aus, dass Amazon der "grosse Wachstumssprung" in der Schweiz erst noch bevorsteht. Denn seit Herbst 2020 bietet der E-Tailer ein grösseres Sortiment für die Schweiz an. Während den Shutdown-Phasen hätten Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten klar den hiesigen Händlern den Vorrang gegeben. "Nicht zuletzt wegen der Next-Day-Lieferung und dem Respekt vor möglichen Zollformalitäten", schreibt Carpathia.

Amazon-Gründer Jeff Bezos (Source: zVg)

Originalmeldung vom 3. Februar 2021: Amazon-Gründer Jeff Bezos tritt als CEO zurück

Amazon hat bald einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Jeff Bezos. Der Gründer des Onlinehändlers und Technologiekonzerns will im dritten Quartal 2021 als CEO zurücktreten, wie das Unternehmen mitteilt. Er bleibt aber im Unternehmen und wird neu Verwaltungsratzvorsitzender. Damit möchte sich Bezos nicht aus Amazon zurückziehne, sondern weiter Teil wichtiger Initiativen sein und sich nebenbei seinen Stiftungen sowie der Washington Post widmen. Bezos gibt sich zuversichtlich, noch Energie zu haben. "Ich hatte nie mehr Energie, es geht nicht um den Rücktritt", bekräftigt der 57-jährige gemäss Reuters.

Bezos gründete Amazon 1994 und machte das Unternehmen anschliessend vom kleinen Buchhändler zum weltweit grössten Einzelhändler. Für ihn übernimmt Andy Jassy, der CEO von AWS. Jassy stiess 1997 zum Unternehmen. Er gründete AWS und machte das Unternehmen zu einer der grössten Cloud-Plattformen weltweit. Jassy wurde durch seine Fachkompetenz und seinen Erfolg mit AWS für Amazon bereits seit einigen Jahren als einer der Top-Anwärter für den Job des CEOs bei Amazon gehandelt, wie Reuters berichtet. Unter Jassys Führung hat AWS mehrere grosse Kunden, darunter Verizon, McDonald's und Honeywell gewinnen können.

Neben Bezos Rücktritt gab Amazon auch die Zahlen für das vierte Quartal sowie das Geschäftsjahr 2020 bekannt. Besonders dank der starken Zunahme an Onlinekäufen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie steigerte Amazon seinen Umsatz und Gewinn stark. Das Unternehmen knackte erstmals in einem Quartal die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Gesamtjahr 2020 erwirtschaftete Amazon über 386 Milliarden Dollar - 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Reingewinn verdoppelte sich 2020 fast auf mehr als 21 Milliarden Dollar. Amazon profitierte dabei von einem starken Cloud-Geschäft mit IT-Services und Internet-Speicher.

Amazon plant derzeit den Aufbau von Rechenzentren in der Schweiz. Die neue AWS-Region wird drei Verfügbarkeitszonen enthalten und 2022 den Betrieb aufnehmen, wie Sie hier nachlesen können.

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