Mystery-Shopping

Melectronics-Mitarbeiterin: "Sie können die Kopfhörer bestellen und testen"

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Astrid T. kann sich im Homeoffice nicht richtig konzentrieren. Zu viele Umgebungsgeräusche sind das Problem. Darum hat sich die Mystery-Shopperin online auf die Suche nach Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung gemacht. Bei einem Händler wurde sie jedoch enttäuscht.

Der Bose 700 hatte Astrids Interesse geweckt. (Source: Bose)
Der Bose 700 hatte Astrids Interesse geweckt. (Source: Bose)

Mystery-Shopperin Astrid T. arbeitet wieder im Homeoffice. Doch sie hat oft Probleme, sich richtig zu konzentrieren. Es gibt einfach zu viele Störgeräusche. Astrid hört deswegen häufig Musik während der Arbeit, aber ihre bereits etwas in die Jahre gekommenen Kopfhörer vermögen den Baustellenlärm und das Getrampel der Kinder nicht zu überdecken. Die Mystery-Shopperin machte sich deshalb auf die Suche nach einem Over-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC). Dabei waren folgende Kriterien wichtig: Der Kopfhörer muss Umgebungsgeräusche unterschiedlicher Art unterdrücken, Bluetooth-fähig sein, auch nach einigen Stunden noch bequem sitzen und eine Akkulaufzeit von über 6 Stunden haben.

Da so gut wie alle neueren ANC-Kopfhörer der grossen Hersteller diese Kriterien erfüllen, sah sich Astrid einige Testberichte an. Darin fielen ihr vor allem der Sony WH-1000XM4 und die Bose Noise Cancelling Headphones 700 auf, die überall sehr gut abschnitten. Nun konnte sich Astrid nicht zwischen den Modellen entscheiden. Da half auch der Preis nicht, denn die Kopfhörer kosten nahezu gleich viel. Darum suchte sie bei einigen Onlinehändlern Rat. Sie wollte wissen, welcher Kopfhörer sich besser für ihre Bedürfnisse eignet und wirklich bequem ist.

Digitec Galaxus

"Ich persönlich würde mich in Anbetracht Ihrer Situation wohl für den Sony WH-1000XM4 entscheiden", schrieb ein Digitec-Mitarbeiter der Mystery-Shopperin einen halben Tag, nachdem sie ihre Anfrage abgeschickt hatte. Er begründete die Empfehlung damit, dass das Sony-Modell eine längere Akkulaufzeit habe (30 Stunden im Vergleich zu 20 Stunden beim Bose-Kopfhörer) und dass sich der Sony-Kopfhörer zusammenfalten lasse. Praktisch für den Transport. Da Gewicht und Grösse der Ohrmuscheln bei beiden Kopfhörern praktisch identisch seien, könne man Astrid nicht sagen, welches Modell bequemer sei.

Microspot

Microspot meldete sich nach knapp zwei Tagen mit einer Antwort. Auch hier wies man auf die längere Akkulaufzeit des Sony-Kopfhörers hin. "Ausserdem besitzt der Sony-Kopfhörer die neue Speak-to-Chat-Funktion", schrieb der Onlinehändler. Dabei erkenne der Kopfhörer die Stimme des Trägers und pausiere die Musik, wenn dieser spreche, und lasse Umgebungsgeräusche durch. Beim Bose-Kopfhörer hob Microspot die elf Lärmreduzierungsstufen hervor. Zudem könne Astrid hier "mit nur einem Tastendruck den Gesprächsmodus einschalten, mit dem die Musik kurz angehalten und Umgebungsgeräusche eingeblendet werden". Zu Astrids Frage nach dem Komfort schrieb der Onlinehändler: "Jedes Ohr ist anders. Somit wird auch jeder Kopfhörer von jedem Kunden anders wahrgenommen."

Melectronics

Melectronics gab Astrid ebenfalls keine konkrete Empfehlung. Stattdessen schrieb der Händler nach einem Tag ­Wartezeit: "Wir würden Ihnen empfehlen, in eine ­Melectronics-Filiale in der Nähe zu gehen und die beiden Kopfhörer zu testen." Ob ein Modell bequem sei, könne nur ­Astrid selbst entscheiden. Als sich Astrid auf Mystery-Shopping-Tour begab, waren noch alle Läden geöffnet. "Falls Sie jedoch Corona-bedingt nicht in eine Filiale möchten, können Sie beide Kopfhörer online bestellen und testen", hiess es in der ­E-Mail weiter. Laut ­Melectronics kann Astrid Geräte entsprechend der ZUG-Richtlinien, zu denen man ihr auch gleich einen Link schickte, zurücksenden. Astrid war aufgefallen, dass der Bose-Kopfhörer bei Melectronics um über 100 Franken teurer war als bei Microspot und Digitec Galaxus und fragte nach dem Grund. Melectronics antwortete ihr, dass es daran liege, dass Melectronics ein nationales Filialnetz habe. Astrid verstand den Zusammenhang zwar nicht, wollte aber nicht nochmals nachhaken.

Media Markt

Nach eineinhalb Tagen meldete sich Media Markt zurück. Mit einer wenig befriedigenden Antwort. Obwohl Astrid beim Ausfüllen des Kontaktformulars auf der Media-Markt-Website ihre Anfrage als "Informieren und Kaufen" kategorisierte, wollte sie der Händler nicht per E-Mail informieren. "Für Produktberatung und technische Beratung stehen Ihnen ausschliesslich unsere stationären Märkte zur Verfügung", schrieb Media Markt. Astrid war etwas verwirrt darüber, dass man ihr nur zwei Zeilen weiter unten schrieb: "Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen ebenfalls gerne telefonisch oder via Kontaktformular zur Verfügung" ... hatte sie doch eben dieses Kontaktformular ausgefüllt.

Interdiscount

"Beide erfüllen Ihre Anforderungen", schrieb Interdiscount nach zwei Tagen. Wie Microspot betonte auch Interdiscount den langlebigeren Akku und die Speak-to-Chat-Funktion des Sony-Kopfhörers. Auf die elf Lärmreduzierungsstufen des Bose-Modells wies der Onlinehändler ebenfalls hin.

Brack.ch

Sowohl die Bose- als auch die Sony-Kopfhörer hätten ausgezeichnete Active-Noise-Cancelling-Funktionen, "die besten auf dem Markt", schrieb Brack.ch. Auch sagte man ­Astrid, dass das Sony-Modell rund 10 Stunden mehr Akkulaufzeit habe. Der Onlinehändler wies darauf hin, dass es sich bei beiden Geräten um Multimedia-Kopfhörer handle, die nicht über spezifische Zertifizierungen für Microsoft Teams, ­Skype etc. verfügten. Der Brack.ch-Mitarbeiter schickte Astrid auch noch einen Link zu seinem Favoriten, dem Elite 85H von Jabra. "Ich persönlich nutze sie für Musik und teilweise auch für Microsoft Teams", schrieb er. Der ­Jabra-Kopfhörer befinde sich in der gleichen Leistungsklasse wie die anderen beiden Kopfhörer, habe mit 36 Stunden aber eine etwas längere Akkulaufzeit. Da Astrid bei ihren beiden Kopfhörer-Favoriten einen Preisunterschied von knapp 70 Franken gegenüber anderen Onlinehändlern festgestellt hatte, fragte sie auch bei Brack.ch nach dem Grund. Die Antwort: Das habe wohl "marketingtechnische Hintergründe". Der Brack.ch-Mitarbeiter bot Astrid beide Kopfhörer daraufhin aber zu einem günstigeren Preis an – das Sony-­Modell für 40 Franken weniger und den Bose-Kopfhörer für 17 Franken weniger als auf der Brack.ch-Website angezeigt.

Fazit

Nach Astrids letzter Mystery-Shopping-Erfahrung, bei der sie lediglich von zwei Onlinehändlern eine Rückmeldung erhalten hatte, war sie freudig überrascht, dass ihr dieses Mal alle sechs Händler innerhalb von zwei Tagen geantwortet hatten. Auch die Beratung stellte sie bei den meisten zufrieden. Den besten Kundenservice erhielt die Mystery-Shopperin bei Brack.ch. Der Onlinehändler glänzte durch eine sehr ausführliche Auskunft und wies Astrid ausserdem als einziger darauf hin, dass die von ihr ausgewählten Modelle nicht unbedingt für Tools wie Skype und Zoom geeignet seien. Schliesslich hatte Astrid angegeben, dass sie die Kopfhörer während der Arbeit tragen wolle.

Die Mystery-Shopperin war ausserdem positiv überrascht, dass man ihr die Kopfhörer zu einem günstigeren Preis anbot. Enttäuscht war Astrid von Media Markt. Obwohl das Kontaktformular annehmen liess, dass Media Markt seine Kundinnen und Kunden auch online berät, wollte man der Mystery-Shopperin per E-Mail keine produktspezifischen Fragen beantworten. Auch Melectronics bat Astrid darum, sich die Kopfhörer in einer Filiale anzusehen, begründete dies aber damit, dass Astrid nur so herausfinden könne, welcher Kopfhörer bequemer sitze. Melectronics bot Astrid ausserdem an, die Kopfhörer testweise zu bestellen.

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