Rückblick & Ausblick

Ricoh setzt auf den digitalen Arbeitsplatz und legt einen Zahn zu

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Wie hat sich der Lockdown auf das Geschäft von Ricoh in der Schweiz ausgewirkt? Wo steht man bei der Transformation zum IT-Dienstleister? Und wie hängen Amazon, smarte Schliessfächer und Ricoh zusammen? Antworten gab es gestern in Wallisellen, wo das Unternehmen über die Entwicklung der vergangenen Monate und seine Pläne für die Zukunft Auskunft gab.

Daniel Tschudi skizzierte die Ziele von Ricoh Schweiz. (Source: Netzmedien)
Daniel Tschudi skizzierte die Ziele von Ricoh Schweiz. (Source: Netzmedien)

Ricoh Schweiz hat an seinem Hauptsitz in Wallisellen über das Geschäftsjahr 2019 und die Entwicklung in den vergangenen Monaten informiert. Der Lockdown ging auch an der Schweizer Niederlassung des japanischen Unternehmens nicht spurlos vorbei. Die Krise habe im März vor allem das Printing-Geschäft hart getroffen, sagte Daniel Tschudi, CEO von Ricoh Schweiz. Andere Bereiche hätten hingegen profitiert. Zu Beginn des Lockdowns hätten die Kunden vor allem Unterstützung bei Remote- und Kommunikations-Lösungen nachgefragt. Aber auch mittelfristige Vorhaben seien gefragt. "Wir hatten noch nie so viele Digitalisierungsprojekte wie aktuell", sagte Tschudi.

Von Covid-19 abgesehen, blickt Ricoh auf ein Jahr des Wachstums zurück. Weltweit sei der Umsatz im Vergleich zu 2018 um 2,5 Prozent auf 18,2 Milliarden Franken gewachsen (um Währungs- und Sondereffekte bereinigt). Etwas stärker stieg der Profit: um 6,5 Prozent auf 653 Millionen Franken. In Europa setzte Ricoh rund 3,4 Milliarden Franken um. Zu Ricoh Schweiz legte Tschudi keine konkreten Zahlen vor. Die Filiale sei - gemessen am Umsatz - die Nummer 5 in Europa und mit einem EBIT von 5,6 Prozent gut aufgestellt.

Christian Funke, Business Development Manager Communication Services, zeigte Ricohs smarte Schliessfächer. (Source: Netzmedien)

Wachsen will Ricoh vor allem als IT-Dienstleister, denn das Druckergeschäft ist und bleibt ein hartes Pflaster. Das Druckvolumen nimmt laut Daniel Tschudi jedes Jahr um 3 bis 4 Prozent ab. Er war denn auch zufrieden über die Entwicklung im Service-Bereich. Bei den Communication Services verbucht er im Finanzjahr 2019 ein Plus von 389 Prozent, bei den IT-Services ging es um 113 Prozent aufwärts, beim IT-Service-Provider Lake Solutions um 30 Prozent. Ricoh hatte Lake vor etwas mehr als einem Jahr übernommen, wie Sie hier lesen können. Mittlerweile sind die Mitarbeitenden von Lake im obersten Stockwerk des Ricoh-Schweiz-Sitzes eingezogen.

Lösungen für neue Arbeitsformen

Weltweit machte Ricoh 2019 30 Prozent seines Umsatzes mit Office Services. In der Schweiz liege der Anteil der Dienstleistungen am Gesamtumsatz bei rund 54 Prozent. Steigern will das Unternehmen diese Zahlen mit dem 20. "Mid-Term Management Plan", wie Tschudi sagte. Er umfasst die Digitalisierung des Druckergeschäfts ebenso wie Lösungen in den Bereichen Robotic Process Automation, künstliche Intelligenz (KI) und 5G. Ricoh will hier aktuell Gas geben: Die eigene Transformation will das Unternehmen von CEO Yoshinori Yamashita in einem statt wie bisher geplant in drei Jahren in die Tat umsetzen.

Das Stichwort lautet hierbei "Digital Workplaces". Ricoh bündelt darunter Lösungen rund um die Themen Remote Work, Collaboration, Verwaltung von Dokumenten, Prozessautomatisierung, Workflow-Management und Cloud. Vorgestellt wurden diese Lösungen von Mathias Bommer, Head of Corporate Marketing & Product Management, und Sales Director Thomas Szegö. Zwei Posten stachen hier besonders heraus: Erstens der Einsatz von KI bei der Digitalisierung von Papierdokumenten. Und zweitens die sogenannten "Smart Lockers". Dabei handelt es sich um Schliessfächer, die Ricoh zuerst für Amazon entwickelte, nun aber auch selbst anbietet. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Mobilgeräte verwalten.

Walter Borgia führte durch die neuen Büros von Lake Solutions. (Source: Netzmedien)

Ein Pfeiler der Services-Strategie von Ricoh Schweiz ist Lake Solutions. Mit dem neuen Tochterunternehmen holte sich Ricoh Know-How und Partner in den Bereichen Datacenter, Virtualisierung, Collaboration und Cybersecurity an Bord. Lake profitiert seinerseits von Kooperation und Austausch mit anderen Ricoh-Niederlassungen in Europa, wie CEO Walter Borgia sagte. Zum Abschluss stellte Daniel Tschudi noch einmal klar, wohin die Reise für Ricoh gehen soll: Das Unternehmen wolle zum "One-Stop-Provider für Digitale Transformation" werden. Dazu sei es in der Lage, weil es vom Input über den Throughput bis zum Output verschiedene Einsatzfelder abdecken könne.

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