Nachrüsten nötig

SRG-Umstieg auf UHD zwingt alte TV-Geräte in die Knie

Uhr
von Thomas Häusermann / Werbewoche

Die SRG will 2021 auf den neuen Bildstandard Ultra HD umstellen. Ältere TV-Geräte kommen damit nicht klar und benötigen eine Nachrüstung.

(Source: Pixabay / Pexels / CC0 Creative Commons)
(Source: Pixabay / Pexels / CC0 Creative Commons)

Ab 2021 will die SRG ihre Sender über den neuen Standard UHD verbreiten. Dieser führt zu schärferen Bildern und echteren Farben. Wie die Schweiz am Wochenende in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, bietet das Technologie-Upgrade aber nicht für alle Fernsehzuschauer nur Vorteile. Denn: Mit der Codierung, mit der UHD gesendet wird, kommen längst nicht alle TV- und Empfangsgeräte zurecht. Erst seit 2013 besteht ein internationaler Standard und die ersten UHD-fähigen TV-Geräte wurden vor zehn Jahren verkauft. Die meisten älteren Fernseher können die Codierung nicht entschlüsseln.

Und selbst wenn das Gerät jünger ist, muss es nicht zwingend UHD-tauglich sein. Die Zeitung zitiert Erhebungen des Marktforschungsinstitutes GfK, wonach etwas über 80 Prozent der heute verkauften Fernseher den neuen Standard entschlüsseln können.

Externe Geräte sichern den Empfang auch in Zukunft

Damit die betroffenen Geräte – alte und nicht-kompatible neue – dennoch die neuen Signale empfangen können, müssen sie nachgerüstet werden mit Vorschaltgeräten. Der Empfang läuft dann über externe Set-Top-Boxen, statt direkt über das Fernsehgerät. Wer heute bereits beispielsweise mit einer UPC- oder Swisscom-Box fern sieht, ist folglich von der Umstellung also nicht betroffen – unabhängig, welches TV-Gerät eingesetzt wird.

Während einer Übergangsphase wird die SRG die Sender sowohl im bisherigen HD- wie auch im neuen UHD-Signal übermitteln. Als Zwischenschritt will die SRG noch in Full-HD, also der doppelt so hohen Bildauflösung wie HD, senden.

Corona verzögert den Umstieg

Bei der Umstellung auf UHD kommt es laut SRG-Sprecher Edi Estermann zu einer "leichten Verzögerung". Grund: Die Corona-Pandemie hat die UHD-Umstellungspläne durcheinandergebracht, da zum Beispiel verschiedene Sport-Grossanlässe, die in UHD produziert worden wären, verschoben oder abgesagt worden sind.

Die SRG ist in der Schweiz aber ohnehin keine UHD-Pionierin. Seit Februar bei Sunrise und März bei UPC sendet RTL den Sender RTL UHD. Die Pro7Sat.1-Gruppe sendet seit 2018 einzelne Sendungen testweise im UHD-Signal.

Ebenfalls 2021 nachziehen wollen die CH-Media-Privatsender wie beispielsweise 3+, TV24 oder TeleZüri.

Den Zuschauer erwartet am Ende eine Bildauflösung, die achtmal höher ist als mit dem heute in der Schweiz gängigen HD-Signal. Ob die Entwicklung wirklich im Sinne des Endkunden ist, wird sich indes zeigen. So hat die Stiftung Warentest herausgefunden, dass die Probanden eines Tests den Unterschied bezüglich Auflösung und Detailschärfe gar nicht bemerkten. Hingegen würdigten sie die besseren Farben und den höheren Kontrast des UHD-Bildes.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Werbewoche.ch

Der Bundesrat senkt die Radio- und Fernsehabgabe für Haushalte ab 2021. Auch die meisten Unternehmen müssen weniger zahlen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Webcode
DPF8_179182

Kommentare

« Mehr