Swantee gibt auf, will aber bleiben

Update: Fusion von Sunrise und UPC ist "tot"

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Die Übernahme von UPC Schweiz durch Sunrise ist gescheitert. Sunrise-CEO Swantee hält den Deal für gestorben. Es sind keine Verhandlungen mehr geplant.

Sunrise-CEO Olaf Swantee muss um die Übernahme von UPC Schweiz bangen. (Source: Netzmedien)
Sunrise-CEO Olaf Swantee muss um die Übernahme von UPC Schweiz bangen. (Source: Netzmedien)

Update vom 23. Oktober 2019: Sunrise-CEO Olaf Swantee hat sich zur geplanten Übernahme von UPC Schweiz geäussert. Der Deal sei "tot", es stünden keine weiteren Verhandlungen mit Liberty Global mehr auf dem Programm, sagte Swantee gegenüber der Nachrichtenagentur "Bloomberg".

Sunrise werde keine Versuche mehr unternehmen, die Muttergesellschaft von UPC Schweiz zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen. Auch seien keine Übernahmen mehr geplant. Stattdessen wolle sich das Unternehmen nun auf seine Eigenständigkeit im Telko-Markt konzentrieren. Die Standalone-Strategie funktioniere zum Glück gut.

Anfang des Monats habe Swantee noch verlautbart, dass ein Scheitern des Deals personelle Änderungen im Sunrise-Management nach sich ziehen dürfte. Auf die Frage, ob er nun kündigen wolle, habe er gesagt: "Unsere Priorität ist es jetzt, das Unternehmen zu stabilisieren."

Originalmeldung "Sunrise sagt GV ab, UPC-Übernahme fürs Erste gescheitert" vom 22. Oktober 2019: Sunrise hat die für morgen geplante ausserordentliche Generalversammlung (AGV) kurzfristig abgesagt. An der GV sollten die Aktionäre einer Kapitalerhöhung im Umfang von 2,8 Milliarden Franken für die Übernahme von UPC Schweiz zustimmen, wie der Telko in einer Mitteilung schreibt.

"Aufgrund klarer Hinweise von Aktionären und der Ankündigung von Freenet, an der AGV gegen die Kapitalerhöhung zu stimmen, ist der Verwaltungsrat von Sunrise zum Schluss gekommen, dass die deutliche Mehrheit der Aktionäre, die ihre Aktien zur Abstimmung an der AGV registriert haben, die Kapitalerhöhung nicht unterstützt", schreibt Sunrise.

Die Zustimmung zur Kapitalerhöhung sei die letzte Bedingung gewesen, um die Übernahme von UPC Schweiz vollziehen zu können, so Sunrise weiter. Fraglich ist nun, wann und wie der Deal noch zustande kommen könnte. Aufgeben will Sunrise noch nicht. "Wir haben viel Zeit in die Gespräche mit unseren Aktionären investiert und sind weiterhin von den strategischen und finanziellen Gründen der Übernahme überzeugt", lässt sich Verwaltungsratspräsident Peter Kurer in der Mitteilung zitieren.

Die Übernahme stand in den letzten Wochen in der Schwebe. Im Februar hatte Sunrise angekündigt, den Konkurrenten UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Franken kaufen zu wollen, wie Sie hier lesen können. Sunrise-Grossaktionär Freenet sträubte sich aber gegen den Deal. Axxion, ein weiterer Aktionär, forderte die Abwahl von Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und Verwaltungsrat Jesper Ovesen. Rückendeckung gab es dagegen von UPC-Besitzerin Liberty Global und der Wettbewerbskommission.

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