Martin Ruchti im Porträt

Warum das Telko-Geschäft gut für Expert Ruchti ist

Uhr | Aktualisiert

Martin Ruchti hat vor 15 Jahren Expert Ruchti in Frutigen gegründet. Das Fachgeschäft setzt auf Telko- und CE-Produkte und ging schon einige unkonventionelle Wege. Martin Ruchti berichtet über die Standbeine des Fachgeschäfts.

Martin Ruchti, Expert Ruchti. (Source: Expert Ruchti)
Martin Ruchti, Expert Ruchti. (Source: Expert Ruchti)

Martin Ruchti hat sich vor 15 Jahren einen Kindheitstraum erfüllt. Der Filialleiter von Expert Moser in Frutigen übernahm das Unternehmen, als der Inhaber nach einer Nachfolgelösung suchte. "Ich war schon immer ein Technik-Freak und Musikfan", sagt Ruchti, und auch das Verkaufen habe es ihm seit Kindheit angetan.

Zwei Jahre nach der Gründung von Expert Ruchti in Frutigen eröffnete der gelernte Radio- und TV-Elektriker eine Filiale in Spiez, schloss diese aber acht Jahre später wieder. Als Grund nennt Ruchti unter anderem das für Fachhändler zunehmend schwierigere Marktumfeld. Die Fixkosten seien gestiegen, während die Verkaufspreise gesunken seien. Rückblickend sei er froh über die Schliessung, weil das Team die Kräfte in Frutigen habe konzentrieren können.

Partnerschaften mit Gewerken und CE-Fachhändlern

Seither läuft es gut. Zwar hätten die Verkäufe im vergangenen Frühjahr stagniert, doch im zweiten Halbjahr folgte dann die Wende mit steigenden Verkaufszahlen. Die Kundenfrequenz und Serviceanfragen nahmen stark zu. Dazu beigetragen haben dürfte auch die Schlies­sung eines CE-Fachgeschäfts im Dorf, wie Ruchti sagt. Für 2019 erwartet er gleichbleibende oder leicht steigende Zahlen.

Bei Geschäftseröffnung sei es das Ziel gewesen, so schnell wie möglich Swisscom-Partner zu werden, was Ruchti über EP/Expert gelang. Er und sein fünfköpfiges Team seien heute Marktführer im Telekombereich in den Regionen Frutigland und Kandertal. "Das Telko-Geschäft ist stabil und gut für uns", sagt Ruchti. Aber auch den CE-Markt finde er trotz Preiskampf spannend, setze dabei aber auf das Installationsgeschäft. Da die Segmente CE, IT und Telekom zunehmend miteinander verschmölzen, sei ein flexibler Betrieb mit gut ausgebildeten Fachleuten unabdingbar. Das Know-how holt sich das Ruchti-Team unter anderem an Messen. Ein solch mehrtägiger Messebesuch sei zwar anstrengend, aber nötig, um die wichtigen Trends und Kontakte zu finden, betont Ruchti.

Kreative Wege

Expert Ruchti gehe auch mal unkonventionelle Wege. So arbeite man etwa für kurzfristige Engagements bei grösseren Installationen mit Gewerken wie dem lokalen Elektriker zusammen. Ruchti stellt auch mehrere TVs bei einem Möbelhändler in der Region aus und betreibt ein Techniker-Jobsharing mit einem CE-Fachhandelskollegen. Ausserdem ist Ruchti Mitglied der Servicedienstleistungsvermittlung Mila, wodurch er jede Woche mehrere Aufträge gewinne. Als weiteres Standbein vermietet Ruchti seit über sechs Jahren den freien Mehrzweckraum im Obergeschoss des Ladens für Tagungen, Yogakurse und mehr.

Der Kundenstamm von Expert Ruchti sei breit und komme hauptsächlich aus dem Privat- und KMU-Segment. Weitere interregionale Kunden gewinnt Ruchti mit dem seit Herbst 2015 bestehenden Onlineshop ruchti24.ch, den Proseller mit Alltron-Produkten betreibe. Diese Produkte seien jedoch mehrheitlich nicht dieselben, die im Geschäft ausgestellt seien. Im Laden zeigt Ruchti Produkte der mittleren und oberen Kategorie, für die es eine Beratung brauche.

Zum 15. Jahrestag von Expert Ruchti plant Martin ­Ruchti diverse kleinere Kundenanlässe mit thematischen Schwer­punkten und Angeboten. Ruchti zeigt sich zufrieden. "Wer heute eine im Markt gefragte Grundaus- und Weiterbildung macht, gute Ideen und ein geschicktes Händchen einbringt, kann immer noch erfolgreich ein Geschäft betreiben", sagt er. In Zukunft will Ruchti noch mehr Hi-Fi-Geräte, etwa von Revox, anbieten.

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