DAB+-Radio

Mystery-Shopping: "Kannst Du weiter bedienen? Ich habe jetzt Mittagspause"

Uhr | Aktualisiert

Astrid T. will sich mit einem Digitalradio für die kommende UKW-Abschaltung wappnen. Nach fünf Jahren ging die Mystery-Shopperin wieder auf Tour für ein DAB+-Radio. Auch Internetradios waren ein Thema.

(Source: cegli / Fotolia.com)
(Source: cegli / Fotolia.com)

Astrid T. hat in "CEtoday" von der bevorstehenden UKW-Abschaltung gelesen. DAB+ sei die Zukunft. Zeit also, ihr altes UKW-Radio in der Küche zu ersetzen. Etwas Hochwertiges sollte es sein. Als sie das letzte Mal vor über fünf Jahren ein DAB+-Radio suchte, erfuhr sie, dass sie für ein gutes Radio etwa 400 Franken ausgeben muss. Damals überzeugte sie die Beratung bei allen besuchten Shops. Was hat sich seither getan? Astrid ging erneut auf Mystery-Shopping-Tour nach einem DAB+-Radio und besuchte dafür in Begleitung von "CEtoday" Media Markt, Melectronics und Interdiscount sowie einen EP- und Euronics- Fachhändler.

Media Markt

Astrid ging bei Media Markt in die Audioabteilung, sah dort rund 30 ausgestellte Radios und wusste, dass sie Hilfe auf der Suche nach dem passenden Gerät brauchte. Sie sprach einen Verkäufer auf ihre Suche an, worauf ihr dieser erklärte, dass die meisten Radios sowohl UKW als auch DAB+ böten, die Qualität bei UKW aber immer schlechter werde. Er fragte sie, welche Voraussetzungen das Gerät erfüllen müsse und führte ihr dann das seiner Meinung nach beste Radio vor, das Modell "Geneva Touring L" für fast 300 Franken. "Das Radio hat den besten Ton, weil es relativ gross ist", sagte der Verkäufer über das 26 Zentimeter breite Gerät. Er lobte die Höhen und Tiefen, das Design, sprach über die Schweizer Produktion (die Geräte kommen alle aus chinesischer Produktion, Anm. d. Red.) und erwähnte den integrierten Akku fürs mobile Hören. Nach einer Hörprobe und Demonstration der Bedienung sagte er Astrid, falls sie etwas Kleineres wolle, sei Sony empfehlenswert. Er zeigte das Sony-Modell XDR-S61 für rund 120 Franken und führte auch dieses vor. Er riet Astrid aber zum Schweizer Modell und gab ihr nach rund 4 Minuten Beratung ein Datenblatt mit.

Melectronics

Astrid ging weiter zu Melectronics, wo sie ein gutes Dutzend Radios sah und nach kurzer Wartezeit eine freie Verkäuferin ansprach. Diese riet Astrid zu einem grossen Radio, je grös­ser, desto besser sei die Qualität, sagte sie. Besonders einfach in der Bedienung seien die Geräte von Hersteller Pure. Sie zeigte Astrid am Modell Pure Midi für 150 Franken, wie sich etwa Sender speichern lassen und liess das Gerät Musik abspielen. Sie sagte, dass es auch noch ein etwas teureres und besseres Modell gebe, sonst wären aber auch Radios von Sony empfehlenswert. Die seien zwar eher klein, aber klanglich auch sehr gut. Sie demonstrierte auch ein Sony-Radio, erklärte dessen Bedienung und sagte schliesslich, dass Pure das beste sei, was es unter DAB+-Radios gebe. Andere Modelle hätten Zusatzoptionen wie Blue­tooth, Wecker oder mehr Zeiteinstellungen, aber Pure sei klanglich sehr gut. Astrid bedankte und verabschiedete sich nach 5 Minuten Beratung.

Interdiscount

Astrid ging weiter zu Interdiscount, wo sie mehr als 30 Radios zählte und einen Verkäufer auf die kommende UKW-Abschaltung ansprach. Er lachte und sagte kurz angebunden, sie hätten den passenden Ersatz. Empfehlenswert seien Geräte ab 50 Franken. Nichts falsch machen könne sie mit Geräten von Pure. Als Astrid wissen wollte, warum ein Gerät über 250 Franken koste, ging der Verkäufer wortlos weg und fragte einen Kollegen in der Nähe, ob er nicht die Beratung übernehmen könne, weil er doch nun Mittagspause habe. Er war offenbar erfolglos, weil er zurück zu Astrid kam und sagte, dass das teurere Gerät nicht besser sei, sondern einfach mehr Speicher für bis zu 40 Sender biete. Astrid bedankte sich für die weniger als 2 Minuten Beratung.

Electronicpartner-Fachhändler 

Astrid ging weiter zum EP-Fachhändler, wo sie nach kurzer Zeit ein junger Verkäufer begrüsste. Als Astrid ihm sagte, dass sie ein DAB+-Radio suche, weil UKW bald abgeschaltet werde, lachte er und meinte, das sei wohl eher später der Fall. Er meinte, sie hätten keine DAB+-Radios ausgestellt, dafür aber Internetradios etwa von Sonos. Internetradios seien qualitativ noch etwas besser als DAB+-Radios. Die seien über das Handy steuerbar und könnten alle Internetsender weltweit empfangen. Dafür brauche Astrid lediglich den Stromanschluss, das Netzwerk stelle das Internetradio von selbst her. Er führte Astrid das Prinzip anhand einer Soundbar von Bose vor, die er übers Handy steuerte. Er schaltete das Bose-Gerät ein, was Astrid aber noch nicht überzeugte. Eigentlich sei sie ja an einem DAB+-Radio interessiert, sagte sie dem Verkäufer, worauf dieser an der Virtual Shelf nach Geräten suchte. Dabei erklärte er, dass Astrid mit einem sogenannten Netzwerk-Speaker nicht auf ein Gerät beschränkt sei. Sie könne mit zusätzlichen Speakern ein eigenes Multiroom-System installieren. Anschliessend sagte er Astrid, dass es ziemlich viele DAB+-Radios gebe, portabel oder stationär. Typisch für die Küche seien die Radios von Pure, die Marke gebe es schon ewig, die Geräte seien nicht allzu teuer und die Qualität sei zufriedenstellend. Ein solches Gerät nutze er auch zuhause morgens als Wecker. Davon hätten sie aber momentan keine hier, weil die Geräte immer schnell vergriffen seien. Von Pure gebe es gute Geräte zwischen 130 und 400 Franken. Der Verkäufer wollte sich vergewissern, ob sie wirklich keine Geräte an Lager haben, entschuldige sich für 2 Minuten, um im Lager nachzusehen, und kam schliesslich mit negativem Bescheid zurück. Stattdessen zeigte er Astrid am PC drei Modelle von Pure und druckte ihr die Datenblätter zu den Produkten aus. Astrid solle sich doch online noch etwas erkundigen, welches Gerät das passende sei. Falls sie das für sie richtige finde, könne sie anrufen und Electronicpartner würde ihr das gewünschte Gerät bestellen.

Euronics-Fachhändler

Das tat Astrid aber nicht. Sie ging zum Abschluss ihrer Tour zum Euronics-Fachhändler. Der begrüsste sie, fragte auf ihre Suche, ob sie stereo oder mono hören wolle und zeigte ihr anschliessend stationäre und portable Radios. Ungefähr zehn Geräte liess der Verkäufer abwechselnd Musik abspielen, erklärte die verschiedenen Bedienmöglichkeiten und fragte Astrid, welches Gerät am besten klinge. Er empfahl ihr Geräte von Grundig, Pure und Imperial Dabman zu Preisen zwischen 100 und 220 Franken. Die seien vom Ton alle überraschend gut. Am Preis erkenne sie die Qualität des Produkts. Ausserdem sei das Design auch ausschlaggebend für den Preis. Als Astrid sich nicht entscheiden konnte, sagte der Verkäufer nach rund 9 Minuten Beratung, sie könne auch gerne nochmals vorbeikommen, sich in der Zwischenzeit Gedanken machen und nochmals alle Radios testen.

Fazit

"Soo muss Beratung", dachte Astrid. Der Euronics-Fachhändler nahm sich viel Zeit, erkundigte sich nach Astrids Bedürfnissen und führte die Geräte ausgiebig vor. Auch die anderen Verkäufer boten Vorführungen und zeigten sich informiert über die Geräte. Nur der Interdiscount-Verkäufer schien sich mehr für sein Mittagessen zu interessieren als für die Kundschaft. Etwas schade fand Astrid, dass kein Verkäufer auf die UKW-Abschaltung einging und mehr Informationen bot. Interessant fand sie, dass ihr der EP-Verkäufer eher ein Internet- statt DAB+-Radio verkaufen wollte.

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