Umfrage zum Telefonieverhalten in der Schweiz

Immer mehr Schweizer telefonieren mit Whatsapp

Uhr | Aktualisiert

Beim Telefonieren in der Schweiz hat Whatsapp das Festnetz schon überholt. Auch der Abstand zum Telefonieren übers Mobilfunknetz schmilzt. Doch wie eine Umfrage zeigt, gibt es grosse Unterschiede beim Telefonieverhalten in der Schweiz.

(Source: Monkey Business / Fotolia.com)
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Telefonieren ist in der Schweizer Bevölkerung trotz Whatsapp und Co. immer noch sehr beliebt. Das hat eine repräsentative Umfrage von GfK Switzerland im Auftrag von Moneyland mit mehr als 1500 Teilnehmern ergeben. Wie der Vergleichsdienst mitteilt, gibt es aber je nach Dienst, Geschlecht, Alter und Region grosse Unterschiede beim Telefonieverhalten.

94 Prozent der Befragten telefonieren mindestens ein Mal pro Woche, 57 Prozent telefonieren täglich. Während in der Deutschschweiz aber rund die Hälfte der Bevölkerung (53 Prozent) täglich telefoniert, sind es in der Westschweiz fast drei Viertel (72 Prozent). Allgemein telefonieren Westschweizer häufiger. "Der Röstigraben zeigt sich auch im Telefonieverhalten", sagt Moneylands Telekom-Experte Ralf Beyeler. Zwischen der Stadt- und Landbevölkerung zeigten sich hingegen kaum Unterschiede.

Whatsapp ständiger Begleiter der Schweizer Bevölkerung

99 Prozent der Befragten telefonieren mit dem Handy via Mobilfunknetz. Whatsapp holt aber auf. 85 Prozent der Befragten telefonieren mit dem Messaging-Dienst. An dritter Stelle folgt das klassische Festnetz mit 75 Prozent, danach Skype (50 Prozent), Facebook (33 Prozent), Facetime von Apple (25 Prozent), Viber (11 Prozent) und Threema (6 Prozent). "Whatsapp und andere Gratis-Apps werden zu einer immer grösseren Herausforderung für hiesige Telekomanbieter", sagt Beyeler.

Die Facebook-Tochter Whatsapp sei trotz Datenskandalen zum ständigen Begleiter der Mehrheit der Schweizer Bevölkerung geworden. 35 Prozent nutzen Whatsapp jeden Tag zum Telefonieren und damit sogar noch etwas öfter als das Handy via Telekom-Provider. Die Schweizer Telkos hätten aber reagiert, indem selbst in günstigen Abos häufig eine Flatrate für Anrufe in alle Schweizer Netze enthalten sei.

Romands sind aufgeschlossener

In der Deutschschweiz ist das Festnetz laut Umfrage noch populärer als in der Romandie mit 76 zu 71 Prozent. Romands sind gegenüber neuen Kommunikationstechnologien aufgeschlossener. 51 Prozent der befragten Westschweizer telefonieren täglich mit dem Handy und 47 Prozent mit Whatsapp. In der Deutschschweiz sind es nur 29 Prozent, die mit dem Handy telefonieren. Bei Whatsapp ist der Wert mit 32 Prozent leicht höher. Bei Facebook ist der Unterschied zwischen der West- und Deutschschweiz mit 56 zu 27 Prozent besonders deutlich.

Junge telefonieren zwar seltener als die älteren befragten Altersgruppen, trotzdem telefoniert immer noch jeder Zweite der 19- bis 25-Jährigen täglich und 9 von 10 mindestens ein Mal pro Woche. Meistens nutzen sie eine App zum Telefonieren. Das Festnetztelefon verwenden 2 von 3 Jugendlichen, Whatsapp hingegen nutzen 93 Prozent. Von den über 50-Jährigen nutzen 81 Prozent Whatsapp zum Telefonieren.

Video-Telefonate nutzen 29 Prozent der Befragten in unterschiedlicher Häufigkeit. Damit seien sie schon ziemlich weit verbreitet, heisst es vonseiten Moneyland. Vor allem Frauen mögen das Bild zum Ton. Weitere Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es nur wenige. 72 Prozent der Frauen nutzen das Festnetztelefon, bei den Männern sind es 5 Prozent mehr. Dafür nutzen Frauen Whatsapp mit 87 Prozent etwas mehr als Männer (83 Prozent).

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