Trends und Neuheiten

Das war die CES 2018

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Die CES 2018 ist vorbei. Ein Blick auf die Trends und Neuheiten, welche die CE-Branche an der Messe in Las Vegas vorgestellt hat. Sie sollen 2018 den Markt prägen.

Vom 9. bis 12. Januar hat die CE-Branche nach Las Vegas geschaut. Wie jedes Jahr fand im Januar die Technikmesse CES statt. Die Besucherzahlen waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Doch die Aussteller­zahl stieg im Vergleich zur Vorjahresmesse. Mehr als 3900 Unternehmen waren an dem laut Veranstalter Consumer Technology Association (CTA) weltweit grössten Tech-Event, darunter rund 900 Start-ups. Im Vorjahr waren es noch rund 100 Unternehmen weniger.

Nicht nur die CE-Branche blickte gespannt in die Wüstenstadt nach Nevada. Die Aussteller kamen aus jeder Branche, die sich mit Technologie beschäftigt, wie CTA mitteilt. Gross vertreten war etwa die Automobilbranche mit autonomen Fahrzeugen. Mittlerweile habe sich die CES zur fünftgrössten Automobilmesse in den USA gemausert. Nicht verwunderlich also, dass mit Ford-CEO Jim Hackett ein Vertreter der Autobranche die Eröffnungsrede hielt. Der Ford-Konzern arbeitet an einer übergreifenden Plattform für autonome Autos, darunter Fahrdienste, Taxis und der öffentliche Verkehr.

Toyota setzt hingegen auf ein Konzept für autonome Mehrzweck-Fahrzeuge, die sich etwa als Transporter, Hotelzimmer oder auch als mobiler Supermarkt einsetzen lassen. Google kündigte an, sein Infotainment-System Android Audio dank einer Kooperation mit Kenwood künftig kabellos per WLAN anbieten zu können.

Allgegenwärtiger Trend 5G

Während der vier Messetage zeigte die CE-Branche, mit welchen Produkten sie dieses Jahr aufwarten will. Aus­serdem ist die Messe ein zuverlässiger Gradmesser, welche Technologien schon bald Einzug halten werden. Gary Shapiro, Präsident und CEO des US-Branchenverbands und CES-Veranstalters CTA, zählte die diesjährigen Messetrends auf: "Von 5G zu Smart Cities, digitale Gesundheit, autonome Intelligenz (AI), Virtual und Augmented Reality (VR und AR) und mehr, die Technologien, welche die Zukunft prägen, wurden auf der Ausstellungsfläche gezeigt."

Ein allgegenwärtiger Trend war laut CTA die Mobilfunktechnik 5G, ob an der Messe oder in den Keynotes. Wie Cnet berichtet, versprechen sich Experten von 5G nicht nur verlässlich hohe Geschwindigkeiten, sondern auch erheblich mehr Bandbreite und eine extrem geringe Latenz von weniger als einer Millisekunde. Das ist 400-mal schneller als ein Augenblinzeln.

Die fünfte Generation der Wireless-Technologie soll selbstfahrende Autos, vernetzte Wohnungen und das Internet der Dinge beflügeln. Durch die höhere Bandbreite sollen sich Dinge in zweistelliger Milliardenzahl verbinden lassen, wie Asha Keddy, bei Intel verantwortlich für das Internet der Dinge, zum Thema 5G sagt. Die nächste Welle von Gadgets werde durch ein "völlig umgeformtes Netzwerk" mit einer nahtlosen, unsichtbaren und beständigen Konnektivität verbunden sein.

Nicht nur das Smarthome, auch Smart Citys sollen vom neuen Standard profitieren. An der CES war ein ganzer Ausstellungsbereich dem Thema intelligente Städte gewidmet. Es wird erwartet, dass erste 5G-Netzwerke 2019 in Betrieb gehen und im Jahr 2023 für ein Fünftel der Bevölkerung zugänglich sind. Swisscom kündigte 5G vergangenen Sommer für 2020 an. Mit 5G werde sich die Zahl der verbundenen Geräte im Smarthome stark vergrössern.

Alexa wird schlauer

Ebenfalls allgegenwärtig waren laut Veranstalter intelligente Lautsprecher und digitale Assistenten. Amazons Sprachassistentin Alexa beispielsweise ist schlauer geworden. Wie The Verge berichtet, soll der Dienst neu auf den 2018-TV-Modellen von Hisense funktionieren. Der Fernseher könne vollständig über Sprachbefehle bedient werden, beispielsweise könne so die Lautstärke geändert werden. Mit Alexa liessen sich über den Fernseher aber auch Drittgeräte, etwa im Smarthome, steuern.

Damit aber nicht genug. Amazon will seine Sprachassistentin auch auf weitere Geräte bringen. Wie Techcrunch schreibt, informierte Amazon über mehrere Alexa-Entwickler-Kits, mit denen der Sprachdienst etwa auch in Mikrowellen- oder Bluetooth-Geräten wie Kopfhörern, Smartwatches und Fitnesstrackern funktionieren würde. Die Kits seien bei Herstellern wie Bose, Jabra, Bowers & Wilkins und Beyerdynamic im Einsatz.

Amazons Alexa kommt zudem laut The Verge auch auf Windows-10-Geräte. Lenovo, Acer, HP und Asus planten, Alexa in ihre diesjährigen PCs zu integrieren. Die für die Integration nötige App sei ab Frühling verfügbar.

Weltneuheit von LG

Einen eigenen digitalen Assistenten entwickelte LG. Der Hersteller kündigte an, die Bedienung seiner Fernseher mit künstlicher Intelligenz (KI) zu erleichtern. Die KI-Technologie Thinq soll die Fernseher von LG zu Smarthome-Zentralen machen, mit denen Nutzer andere Smarthome-Produkte steuern können. So etwa "Roboterstaubsauger, Klimaanlagen, Luftreiniger, smarte Beleuchtungslösungen und Lautsprecher sowie viele andere Geräte, die über Wi-Fi oder Bluetooth mit dem Fernseher verbunden werden können", schreibt LG. Thinq sei mit einer natürlichen Sprachverarbeitung ausgerüstet. Dadurch könne der Nutzer per Sprachbefehl nach spezifischen TV-Inhalten suchen, etwa nach Film-Soundtracks oder Filmen mit bestimmten Schauspielern.

LG setzt bei seinen TVs und weiteren Geräten auf die eigene KI-Technologie Thinq. (Source: LG)

Nicht nur mit KI, sondern auch mit einem neuen, intelligenten Prozessor will LG auftrumpfen. Er heisst Alpha 9 und soll die Bildqualität von OLED-Fernsehern weiter verbessern, indem er etwa das Rauschen besser unterdrücke, die Klarheit erhöhe und die Farben satter mache. Alpha 9 erlaube eine Wiedergabe von 120 Bildern pro Sekunde.

Ausserdem zeigte LG an der CES einen 88 Zoll grossen 8k-Fernseher. Der OLED-TV verfügt über 33 Millionen Pixel, wie der Hersteller mitteilt. Eine Weltneuheit war der Prototyp eines 65-Zoll-OLED-TVs, der sich wie ein Poster zusammenrollen und in einer Box von der Grösse einer Soundbar verstauen lässt. Noch nie sei ein grossformatiger Fernseher so biegsam gewesen, schreibt der Hersteller.

Samsung zeigt "The Wall"

Samsung setzt wie LG auf einen eigenen digitalen Assistenten. So verfügten die neuen Fernseher über Samsungs Sprachassistenten namens Bixby. Ebenfalls an Bord ist ein Programmführer, der automatisch TV-Programme und -Inhalte passend zu den Sehgewohnheiten der Nutzer empfehle. Dank Samsungs IoT-Plattform Smartthings funktioniere zudem der Austausch von TV-Inhalten mit anderen Geräten besser.

Samsung zeigte ausserdem den nach eigener Aussage ersten modularen 146-Zoll-TV mit selbstleuchtender Micro-LED-Technologie. Wie der Hersteller mitteilt, ist das Modell namens "The Wall" ein Fernseher mit LEDs im Mikrometerbereich, die das Bild erzeugen und Licht produzieren. Die Technologie komme ohne Farbfilter und Hintergrundbeleuchtung aus. Zudem verbrauche sie weniger Strom, sei leistungsfähiger und länger haltbar als klassische LCD-Displays. Durch sein modulares, rahmenloses Design lasse sich "The Wall" auf jede gewünschte Grösse anpassen.

Dave Das, Senior Vice President Consumer Electronics, Samsung Electronics America, zeigt "The Wall". (Source: Samsung)

Samsung zeigte zudem seinen ersten QLED-8k-TV mit künstlicher Intelligenz. Das Gerät rechne jede Art von Inhalt von jeder möglichen Quelle auf 8k hoch. Dazu diene ein proprietärer Algorithmus, der die Auflösung, basierend auf den Bildcharakteristiken jeder einzelnen Szene, anpasse. Der TV soll im zweiten Halbjahr auf den Markt kommen.

Des Weiteren kündigte Samsung neue Vernetzungs- und Bedienmöglichkeiten für seine 2018er-TVs an.

15 neue TVs von Sony

Auch Sony stellte seine Produktneuheiten für 2018 vor. Bei den Fernsehern stehen die OLED-TVs der Serie AF8 und die LCD-TVs der Serie XF90 voran. Beide Serien bieten 4k-Bildqualität mit High Dynamic Range (HDR) dank neuer Prozessor- und Bildverarbeitungstechnologien, wie Sony mitteilt. Bei beiden kommt der Prozessor X1 Extreme zum Einsatz.

LCD-TV-Serie XF90 von Sony. (Source: Sony)

Ausserdem stellte Sony an der CES einen 8k-TV-Prototyp mit der Bezeichnung X1 Ultimate vor. In ihm wirkt ein doppelt so starker Prozessor wie der X1 Extreme. Der Fernseher bietet eine Helligkeit von 10 000 Nits.

Das Sortiment 4k-fähiger LCD-TVs erweitert Sony aus­ser mit der Serie XF90 auch mit den Serien XF85 und XF80. Insgesamt bringt Sony dieses Jahr 15 neue Fernsehgeräte mit Bildschirmdiagonalen von 43 bis 85 Zoll auf den Markt. Angaben zu Preisen und Verfügbarkeiten gibt es noch keine.

Panasonics Cinema-Kamera

Panasonic informierte in einer Mitteilung zur CES nicht über neue Fernseher, sondern über Geräte für Video und Musik. Das neue Video-Flaggschiff unter den spiegellosen Systemkameras ist die Lumix GH5S. Panasonic verspricht auch bei schwachen Lichtverhältnissen gute Aufnahmen. Die Kamera hat einen 10-Megapixel-Digital-Live-MOS-Sensor mit Dual-Native-ISO-Technologie. Im Hochempfindlichkeitsmodus ermöglicht die Kamera bis zu 51 200 ISO, in den erweiterten Einstellungen bis maximal 204 800 ISO. Der Sensor unterstützt Fotoaufnahmen im 14-Bit-RAW-Format und kann laut Hersteller 11 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Die neue Lumix GH5S setzt mit der 4k-Videoaufzeichnung mit 60p im Cinema-4k-Modus (4096 x 2160) neue Massstäbe, schreibt das Unternehmen. Die Kamera sei in der Lage, 4:2:2 10-Bit 400-Mbps All-Intra in 4k 30p/25p/24p aufzuzeichnen. Ausser spritzwasser- und staubdicht sei die Kamera dank einer Magne­siumlegierung auch frostsicher.

LUMIX DC-GH5S von Panasonic. (Source: Panasonic)

Ausser mit neuen Kameras erweitert Panasonic das Technics-Sortiment auch mit dem Plattenspieler SP-10R und dem kompletten Plattenspielersystem SL-100R.

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