ICT-Reseller-Index Februar

Der CE-Fachhändler muss aufholen

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von Coen Kaat

Im Februar ist der ICT-Reseller-Index zum ersten Mal seit zwei Jahren über den Vorjahreswert geklettert. Ein Anzeichen einer Erholung ist dies aber noch nicht. Zudem verwischt die Grenze zwischen IT und CE.

Anfang Jahr hatte sich der ICT-Reseller-Index von Proseller stabilisiert. Er war im Januar zwar gestiegen, hinkte aber dennoch deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück. Im Februar ist der Index erneut angestiegen und erreichte 83 Punkte, wie Proseller mitteilt.

Damit lag der Index im vergangen Monat etwa 1 Prozent über dem Vorjahreswert. Ein besonderer Moment. Seit dem Frankenschock im Januar 2015 lag der Index immer hinter dem Vergleichswert im Vorjahr zurück.

Ein neues Niveau

"Ein Abbremsen des negativen Trends war irgendwann zu erwarten", sagt Thomas Czekala auf Anfrage. Er ist Autor des Indexes und Verwaltungsrat von Proseller. In Summe würden die drei wichtigen Leistungen des Resellers – Beratung, Produktbeschaffung und After-Sales-Services – auf einen wachsenden Bedarf treffen.

"Viele Kunden wollen diese drei Services aus einer Hand haben und deshalb sind wir wohl nun auf einem neuen Niveau des Handelsgeschäftes beim Reseller angekommen", sagt Czekala, "oder zumindest in der Nähe davon."

Wie Fische im Schwarm

Das Geschäft bleibe aber sehr kompetitiv, sagt der Verwaltungsrat. So werde es der einzelne Reseller auch zukünftig nicht einfach haben. "Es ist absehbar, dass es wie in vielen anderen reiferen Branchen zu einer Konsolidierung und Spezialisierung kommen wird", sagt Czekala.

Hier würden sich gemäss dem Verwaltungsrat Netzwerkorganisationen anbieten. Reseller könnten sich als Teil einer starken Gemeinschaft auch weiterhin selbständig behaupten. "Fische in einem Schwarm haben in der Evolution auch erkannt, dass es besser ist, gemeinsam zu leben", sagt Czekala. "Warum sollte das bei Resellern nicht auch ein Weg sein?"

"Wer das nicht möchte, wird sich über kurz oder lang spezialisieren müssen, von einem anderen Reseller gekauft werden oder auf mittlere Sicht aufgeben müssen."

Solide PC-Geschäfte

Die Sortimentsbereiche "Zubehör" und "andere Artikel" legten deutlich zu. "Zubehör" lag 30 Prozent über dem Vorjahr, "andere Artikel" 16 Prozent. Im Februar machten die Reseller aber auch mit PCs solide Geschäfte. Das Kerngeschäft vieler Reseller lag 1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die übrigen Sortimentsbereiche entwickelten sich rückläufig. Besonders stark war der Rückgang bei der Produktkategorie "Verbrauchsmaterial". Der Wert reduzierte sich um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Reseller scheinen den Preiskrieg gegen Retail- und Online-Händler verloren zu haben, wie Proseller schreibt.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, machen Reseller bereits jetzt ein Viertel ihres Umsatzes mit Artikeln, die teilweise ausserhalb des traditionellen ICT-Sortiments liegen. "Das ICT-Sortiment wird breiter und verschmilzt immer mehr mit dem CE-Sortiment", sagt Czekala.

(Quelle: Proseller)

ICT und CE verschmelzen

Der Trend sei zwar schon seit Jahren zu beobachten. Aufgrund des steigendes Volumens steige aber auch die Relevanz. "Die Reseller werden damit zunehmend auch zum Home-Device-Specialist", sagt der Verwaltungsrat.

"Denn der frühere einfache Standalone-TV ist heute bereits fast immer auch ein Bildschirm mit Internetzugang oder sogar ein Touchscreen mit integriertem PC oder Tablet, der auch TV kann."

"Der CE-Fachhändler muss aufholen"

Gegenüber dem CE-Fachhändler habe der ICT-Reseller jedoch einen Vorteil. Der ICT-Reseller sei etwa bereits gewohnt, mit kleinsten Margen zu arbeiten und könne hier bessere Angebote machen.

Auch sei der ICT-Reseller besser auf die kommende vernetzte Technologie wie etwa das Smart Home vorbereitet. Da er bereits die wichtigen Steuerungsbausteine im Hintergrund kennt.

"Hier wird der CE-Fachhändler aufholen müssen oder an Boden verlieren", sagt Czekala.

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