Über den Tellerrand

Merkwürdig: von obdachlosen IT-Beratern und Pokémon Go

Uhr | Aktualisiert

In unserer Rubrik Merkwürdig verlinken wir Kurioses und Interessantes aus dem ICT-Universum.

Der Pflanzen-Dolmetscher

Gedeiht die Topfpflanze gut? Ist das Gewächs ruhig, aktiv oder gar gestresst? Das "Phytl Signs Explorer"-Device weiss es. Das Gadget mit dem sperrigen Namen misst mit Elektroden an den Blättern oder am Stamm die elektrischen Signale, die Pflanzen abgeben, wie Pressetext berichtet. Anschliessend zeigt es die Informationen am Smartphone an. Das Schweizer Unternehmen Vivent lancierte eine Kickstarter-Kampagne für seinen Pflanzen-Dolmetscher. Die Aussagekraft solch eines Geräts ist aber begrenzt, wie Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt von der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen gegenüber Pressetext sagt. Er sieht aber dennoch einen Nutzen. "Was das Tamagotchi in den 1990er-Jahren war, könnte der Phytl Signs Explorer in der Gegenwart sein. Der Besitzer erhält Statusmeldungen und kümmert sich entsprechend um seine Pflanze", sagt er. Diese Zuwendung schaffe Verantwortung, die vielen ein gutes Gefühl gebe.

Tennisarm war gestern, ...

... jetzt kommt der Selfie-Ellbogen. Wie der österreichische "Standard" berichtet, erfährt diese neue Krankheit in den USA zurzeit grosse Aufmerksamkeit. Hervorgerufen wird sie durch das übermässige Beanspruchen des Ellbogens bei Selfie-typischen Posen. Die US-Moderatorin Hoda Kotb machte das Leiden als erste medienwirksam publik. Betroffene können laut dem Beitrag nur noch unter starken Schmerzen Selfies machen. Betroffene Selfie-Enthusiasten sollten ihren Ellbogen schonen und kühlen. Auch spezielle Sportübungen und gezieltes Dehnen sollen die Symptome lindern. Ähnliche Überbelastungserscheinungen treten übrigens auch beim Gamen auf. Der "Blackberry-Daumen" ist ein weiteres prominentes Beispiel für Handy-Gebrechen.

IT-Know-how für etwas Haferbrei

Der US-Amerikaner Paul Doerer hat einen Ausbruch gewagt. Er gab seinen Job als IT-Berater auf, kündigte sein Apartment in Santa Monica und entschied sich für die Obdachlosigkeit. Wie "Der Spiegel" berichtet, sitzt Doerer fast täglich am Strand, auf dem Schoss einen Tablet-Computer zum Spielen. Ausser weiteren Geräten wie iPod und Handy scheint er nicht viel mehr als Solarpanels zu benötigen. 10 Dollar pro Woche verdiene er, indem er jeweils am Freitag frühmorgens den Standplatz für einen Händler sichere. Alles Weitere bekomme er von Freunden und freiwilligen Helfern. Doerer kann aber auch helfen. Er gebe Obdachlosen Tipps zu elektronischen Geräten und helfe auch einem bekannten Comedian, wenn dieser Fragen zu einer App habe. Dieser gebe Doerer jeweils etwas Geld und Haferbrei. Zurück an seine alte Arbeitsstelle wolle er trotz eines guten Angebots nicht mehr.

Gesucht

Hacker weisen regelmässig auf Schwachstellen in IT-Systemen hin. Nur hören die betroffenen Institutionen oft nicht darauf. Der deutsche Hacker Matthias Ungethüm, nomen est omen, griff daher zu einem recht drastischen Mittel. Er nutzte eine Schwachstelle auf der Website von Interpol aus. Dabei setzte er den Innenminister des deutschen Bundeslandes Sachsen, Markus Ulbig, auf die internationale Fahndungsliste. Der CDU-Politiker wurde somit im Handumdrehen zu einem Kriminellen. Das Opfer wurde nicht ohne Grund gewählt, was sich in der von Ungethüm formulierten Anklage widerspiegelt: "Versuchte Massenüberwachung von 55'000 Mobiltelefonen und Sammeln von mehr als einer Million Verbindungsdaten", berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Ungethüm hatte Interpol schon mehrere Monate vor seiner Aktion über die sogenannte Cross-Site-Scripting-Lücke informiert, aber erst nach dem Bericht des MDR wurde die Behörde aktiv und schloss die Schwachstelle.

Batterie fast leer

Das Handyspiel Pokémon Go hat sich schon fünf Einträge im Guinnessbuch der Rekorde gesichert. Kinder fangen die kleinen Monster zwar schon seit 20 Jahren auf Nintendos Handheldkonsolen. Aber die Handy-App der Softwareschmiede Niantic erobert die Welt gerade im Sturm. Das freut auch die Händler von Handyzubehör. Schliesslich frisst der ständige Spielbetrieb Unmengen an Akkuleistung. Digitec meldet bereits eine Vervierfachung der Verkaufszahlen von externen Ladegeräten für Smartphones. Solche gibt es schon für wenig Geld. In der deutschen Stadt Witten im Ruhrgebiet versuchten vier Spieler Strom aus einer Steckdose in einer Sparkasse abzuzapfen. Mit einer Kabeltrommel rollten sie das Kabel von der Bank bis auf einen Vorplatz, um Handys und ein Musikgerät zu betreiben. Die Polizei beendete die Aktion wegen "Entzugs elektrischer Energie", wie die "Rheinische Post" berichtet.

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